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Gene von 178 Mikroben des Menschen entschlüsselt

21.05.2010
Referenzbibliothek als Grundlage für weitere Forschungen geschaffen

Die gesamte DNA-Sequenz von 178 Mikroben, die in oder auf dem menschlichen Körper leben, ist von einem amerikanischen Wissenschaftlerteam entschlüsselt worden. Untersucht werden soll nun, wie die große Menge an Keimen, die Haut, Mund, Magen und Brustkorb bevölkern, Krankheiten verursachen können.

Das Konsortium plant das Genom von 900 Bakterien und Viren zu analysieren. Die ersten in Science veröffentlichten Forschungsergebnisse werden in Zukunft als Referenzbibliothek dienen, um neu entschlüsselte Sequenzen in einen Kontext zu stellen.

Enorme Anzahl an Genen

Ein Mensch verfügt über Millionen von Mikroben. Die Anzahl der Gene von Mirkoben, die allein im Darm leben, ist mindestens hundert mal höher als die des Menschen. Viele Bereiche dieser Flora wurden bisher nie im Labor gezüchtet oder identifiziert. Einige davon spielen zum Beispiel bei der Verdauung oder der Entwicklung des Immunsystems eine entscheidende Rolle. Während sich Menschen genetisch sehr ähnlich sind, scheinen sich die Mikroben jedoch von einer Person zur anderen stark zu unterscheiden.

Funktion der Mikroben im Fokus

Im Rahmen des auf fünf Jahre angelegte Projekts wollen die Forscher herausfinden, welche Mikroben vorhanden sind, über welche Gene sie verfügen und welche Funktion sie haben. Sarah Highlander vom Baylor College of Medicine, eine der Autorinnen der Studie, erklärte, dass die Ergebnisse zeigen, dass man die richtigen Organismen für eine Untersuchung ausgewählt habe und sie auch für das menschliche Mikrobiom repräsentativ sind.

Karen Nelson vom ebenfalls mitarbeitenden J. Craig Venter Institute http://www.jcvi.org ergänzte, dass auf diesem Weg mehr über die Auswirkungen dieser Arten auf Gesundheit und Krankheit erfahren werden könne.

Julian Parkhill vom Wellcome Trust Sanger Institute bezeichnete die aktuelle Studie als wichtigen Meilenstein. Die Anzahl der Zellen der Mikroben übersteige die des menschlichen Körpers in einem Verhältnis von zehn zu eins. Sie enthielten auch hundert mal so viele Gene. Elaine Holmes vom Imperial College London betonte, dass auch heute noch der Großteil der Mikroben die im menschlichen Darm leben, unbekannt sind.

Michaela Monschein | pressetext.austria
Weitere Informationen:
http://www.sciencemag.org
http://www.bcm.edu

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