Forum für Wissenschaft, Industrie und Wirtschaft

Hauptsponsoren:     3M 
Datenbankrecherche:

 

Gen-Moskitos helfen beim Kampf gegen Malaria

21.04.2011
Neues Gen verbreitet sich innerhalb weniger Generationen

Wissenschaftler des Imperial College London und der University of Washington glauben, dass sie im Kampf gegen Malaria der Veränderung der DNA von frei lebenden Moskitos einen Schritt näher gekommen sind. Es gelang im Labor, dass sich ein Gen innerhalb weniger Generationen von einer Handvoll Moskitos auf die gesamte Population ausbreitete. Kann das richtige Gen in den Umlauf gebracht werden, sollte sich auch die Anzahl der Erkrankungen verringern lassen. Details der Studie wurden in Nature http://www.nature.com veröffentlicht.

Malariaresistente Moskitos

Wissenschaftlerteams haben bereits malariaresistente Moskitos geschaffen. Sie arbeiteten mit Genen, die die Entwicklung hemmen. Die große Herausforderung all dieser Ansätze besteht darin, dass sich die gentechnisch veränderten Exemplare auf die umfangreiche Population auf der ganzen Welt ausbreiten müssen. Bringt das Gen den Insekten keinen Vorteil, wird es sehr wahrscheinlich wieder verschwinden. Die Wissenschaftler glauben, dass sie jetzt eine Lösung für dieses Problem gefunden haben.

Sie fügten das Gen mit dem Namen I-SceI in die DNA der Insekten ein. Dieses bildet ein Enzym, das die DNA in zwei Teile aufspaltet. Die Reparaturfunktion der Zelle nutzt das Gen als Vorlage zur Heilung des Schnitts. Damit wird es kopiert. In der Folge trägt das gesamte Sperma der männlichen Moskitos dieses Gen in sich. Das bedeutet, dass auch die nächsten Generationen über dieses Gen verfügt. Im Labor gelang es, das Gen innerhalb von zwölf Generationen auf die Hälfte der Moskitos zu verbreiten.

Viele Möglichkeiten

Andrea Crisanti vom Imperial College London hofft, dass diese technologische Entwicklung helfen könne, den Weg für die Lösung vieler globaler Gesundheitsprobleme zu ebnen. Trotz anfänglicher Skepsis seien die Ergebnisse so vielversprechend gewesen, dass der Wissenschaftler seine Meinung änderte. Dass das Prinzip funktioniert, sei nun bewiesen. Jetzt sollen weitere Gene auf diesem Weg verbreitet werden. Es ist zum Beispiel möglich, Gene einzusetzen, die die Moskitos dazu bringen, eher Tiere als Menschen anzugreifen. Oder man kann verhindern, dass sich der Parasit im Insekt vermehrt oder einen männlichen Nachwuchs schafft, der Malaria nicht überträgt. Die Weltgesundheitsorganisation http://www.who.int geht laut BBC davon aus, dass 2008 fast eine Million Menschen an den Folgen von Malaria gestorben ist.

Michaela Monschein | pressetext.redaktion
Weitere Informationen:
http://www3.imperial.ac.uk
http://www.washington.edu

Weitere Berichte zu: DNA Gen FTO Gen-Moskitos Insekt Malaria Moskito Population

Weitere Nachrichten aus der Kategorie Biowissenschaften Chemie:

nachricht Nesseltiere steuern Bakterien fern
21.09.2017 | Christian-Albrechts-Universität zu Kiel

nachricht Die Immunabwehr gegen Pilzinfektionen ausrichten
21.09.2017 | Gesellschaft Deutscher Chemiker e.V.

Alle Nachrichten aus der Kategorie: Biowissenschaften Chemie >>>

Die aktuellsten Pressemeldungen zum Suchbegriff Innovation >>>

Die letzten 5 Focus-News des innovations-reports im Überblick:

Im Focus: Hochpräzise Verschaltung in der Hirnrinde

Es ist noch immer weitgehend unbekannt, wie die komplexen neuronalen Netzwerke im Gehirn aufgebaut sind. Insbesondere in der Hirnrinde der Säugetiere, wo Sehen, Denken und Orientierung berechnet werden, sind die Regeln, nach denen die Nervenzellen miteinander verschaltet sind, nur unzureichend erforscht. Wissenschaftler um Moritz Helmstaedter vom Max-Planck-Institut für Hirnforschung in Frankfurt am Main und Helene Schmidt vom Bernstein-Zentrum der Humboldt-Universität in Berlin haben nun in dem Teil der Großhirnrinde, der für die räumliche Orientierung zuständig ist, ein überraschend präzises Verschaltungsmuster der Nervenzellen entdeckt.

Wie die Forscher in Nature berichten (Schmidt et al., 2017. Axonal synapse sorting in medial entorhinal cortex, DOI: 10.1038/nature24005), haben die...

Im Focus: Highly precise wiring in the Cerebral Cortex

Our brains house extremely complex neuronal circuits, whose detailed structures are still largely unknown. This is especially true for the so-called cerebral cortex of mammals, where among other things vision, thoughts or spatial orientation are being computed. Here the rules by which nerve cells are connected to each other are only partly understood. A team of scientists around Moritz Helmstaedter at the Frankfiurt Max Planck Institute for Brain Research and Helene Schmidt (Humboldt University in Berlin) have now discovered a surprisingly precise nerve cell connectivity pattern in the part of the cerebral cortex that is responsible for orienting the individual animal or human in space.

The researchers report online in Nature (Schmidt et al., 2017. Axonal synapse sorting in medial entorhinal cortex, DOI: 10.1038/nature24005) that synapses in...

Im Focus: Tiny lasers from a gallery of whispers

New technique promises tunable laser devices

Whispering gallery mode (WGM) resonators are used to make tiny micro-lasers, sensors, switches, routers and other devices. These tiny structures rely on a...

Im Focus: Wundermaterial Graphen: Gewölbt wie das Polster eines Chesterfield-Sofas

Graphen besitzt extreme Eigenschaften und ist vielseitig verwendbar. Mit einem Trick lassen sich sogar die Spins im Graphen kontrollieren. Dies gelang einem HZB-Team schon vor einiger Zeit: Die Physiker haben dafür eine Lage Graphen auf einem Nickelsubstrat aufgebracht und Goldatome dazwischen eingeschleust. Im Fachblatt 2D Materials zeigen sie nun, warum dies sich derartig stark auf die Spins auswirkt. Graphen kommt so auch als Material für künftige Informationstechnologien infrage, die auf der Verarbeitung von Spins als Informationseinheiten basieren.

Graphen ist wohl die exotischste Form von Kohlenstoff: Alle Atome sind untereinander nur in der Ebene verbunden und bilden ein Netz mit sechseckigen Maschen,...

Im Focus: Hochautomatisiertes Fahren bei Schnee und Regen: Robuste Warnehmung dank intelligentem Sensormix

Schlechte Sichtverhältnisse bei Regen oder Schnellfall sind für Menschen und hochautomatisierte Fahrzeuge eine große Herausforderung. Im europäischen Projekt RobustSENSE haben die Forscher von Fraunhofer FOKUS mit 14 Partnern, darunter die Daimler AG und die Robert Bosch GmbH, in den vergangenen zwei Jahren eine Softwareplattform entwickelt, auf der verschiedene Sensordaten von Kamera, Laser, Radar und weitere Informationen wie Wetterdaten kombiniert werden. Ziel ist, eine robuste und zuverlässige Wahrnehmung der Straßensituation unabhängig von der Komplexität und der Sichtverhältnisse zu gewährleisten. Nach der virtuellen Erprobung des Systems erfolgt nun der Praxistest, unter anderem auf dem Berliner Testfeld für hochautomatisiertes Fahren.

Starker Schneefall, ein Ball rollt auf die Fahrbahn: Selbst ein Mensch kann mitunter nicht schnell genug erkennen, ob dies ein gefährlicher Gegenstand oder...

Alle Focus-News des Innovations-reports >>>

Anzeige

Anzeige

IHR
JOB & KARRIERE
SERVICE
im innovations-report
in Kooperation mit academics
Veranstaltungen

Die Erde und ihre Bestandteile im Fokus

21.09.2017 | Veranstaltungen

23. Baltic Sea Forum am 11. und 12. Oktober nimmt Wirtschaftspartner Finnland in den Fokus

21.09.2017 | Veranstaltungen

6. Stralsunder IT-Sicherheitskonferenz im Zeichen von Smart Home

21.09.2017 | Veranstaltungen

 
VideoLinks
B2B-VideoLinks
Weitere VideoLinks >>>
Aktuelle Beiträge

OLED auf hauchdünnem Edelstahl

21.09.2017 | Messenachrichten

Weniger (Flug-)Lärm dank Mathematik

21.09.2017 | Physik Astronomie

In Zeiten des Klimawandels: Was die Farbe eines Sees über seinen Zustand verrät

21.09.2017 | Geowissenschaften