Forum für Wissenschaft, Industrie und Wirtschaft

Hauptsponsoren:     3M 
Datenbankrecherche:

 

Gefahr von Schimmelpilzen: TU Dortmund will Lebensmittel sicherer machen

22.09.2009
Etwa ein Viertel der weltweit produzierten Lebens- und Futtermittel enthalten sogenannte Mykotoxine, also Stoffwechselprodukte von Schimmelpilzen, die Getreidepflanzen im Feld und Erntegut befallen.

Diese sind bereits in geringen Mengen gesundheitsschädigend für Mensch und Tier: Mykotoxine können das zentrale Nervensystem angreifen, krebserregend und erbgutschädigend sein - besonders kritisch ist die Tatsache, dass einige dieser Stoffe das Immunsystem schädigen können.

Eine Forschergruppe unter der Führung der TU Dortmund nimmt sich nun dieser Gefahr an und untersucht den gesamten Herstellungsprozess von Nahrungsmitteln von der Ernte über die Verarbeitung bis hin zum Konsumenten. Ziel des Vorhabens ist es, einen Leitfaden zu entwickeln, der helfen soll, die Kontaminationen durch die toxikologisch bedenklichen Mykotoxine in Lebens- und Futtermitteln zu minimieren.

Die Förderung in Höhe von 1,8 Millionen Euro erhält das Verbundprojekt im Rahmen des Wettbewerbs "Ernährung.NRW". Projektkoordinator ist Prof. Michael Spiteller vom Institut für Umweltforschung (INFU) an der Technischen Universität Dortmund.

Zusammen mit den Verbundpartnern der Universitäten Bonn (INRES, Phytomedizin, Prof. H. Dehne) und Münster (Institut für Lebensmittelchemie, Prof. H.-U. Humpf) sowie des Leibniz-Instituts für Arbeitsforschung an der TU Dortmund (Prof. G. H. Degen) und Arbeitsgruppen aus Mühlenbetrieben und Tierfutterherstellern wird die Mykotoxinbelastung in Lebens- und Futtermitteln repräsentativ für NRW erfasst, um das bisher noch weitgehend ungelöste Problem im Verarbeitungsprozess von Lebens- und Futtermitteln in den Griff zu bekommen.

Beginnend mit dem korrekten Anbau, der passenden Lagerung und der nachfolgenden Verarbeitung wollen die Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler möglichst mykotoxinarme Produktionssysteme entwickeln, um die schädlichen Schimmelpilz-Rückstände in Nahrungsmitteln zu minimieren. Der derzeitige Ansatz der Forschung - die Fokussierung auf einzelne Mykotoxine - ist unzureichend, weil er nicht den zahlreichen und verschiedenartigen Stoffwechselprodukten von Schimmelpilzen gerecht wird. Hier will das Projekt ansetzen und sich mittels Multimykotoxinanalytik möglichst breit mit den Giften in Nahrungsmitteln auseinandersetzen.

Das INFU gilt als Spezialist auf diesem Forschungsgebiet, da es schon seit Jahren Untersuchungen von organischen Kontaminanten in Wasser und Boden sowie Pflanzen durchführt. Zum Projektabschluss soll ein Leitfaden entwickelt werden, der dazu beitragen soll, die Kontamination von Lebens- und Futtermitteln mit Mykotoxinen nachhaltig zu begrenzen. In Zusammenarbeit mit der Landwirtschaftskammer Nordrhein-Westfalen und Wirtschaftpartnern sollen nach Abschluss des Projektes daraus Vermeidungsstrategien entwickelt werden, um die Kontamination mit den gefährlichen Stoffen in Lebens- und Futtermitteln einzudämmen.

Ziel ist es, die Bildung von Mykotoxinen in Nahrungs- und Futtermitteln so gering wie möglich zu halten, um sowohl einen effektiven Schutz der Tiere als auch der Verbraucher zu gewährleisten. Aber nicht nur gesundheitsgefährdende Aspekte stehen im Fokus der Forschung am INFU und bei den Verbundpartnern. Da gerade in den vergangenen Jahren die Preise für landwirtschaftliche Ernteerzeugnisse enorm gestiegen sind, aber auch großen weltmarktabhängigen Schwankungen unterworfen sind, ist auch der wirtschaftliche Faktor von großer Bedeutung. Qualitätseinbußen durch Schimmelpilzbelastungen und Mykotoxin-Grenzwertüberschreitungen sind ernstzunehmende wirtschaftliche Risiken, die das Verbundprojekt in den Griff bekommen will.

Wirtschaftliche und gesundheitliche Aspekte der Mykotoxinbelastung gehen dabei Hand in Hand. Das Projekt könnte in Zukunft nachhaltig dazu beitragen, die Produktion von Lebens- und Futtermitteln sicherer zu machen, damit die Einkommen der Landwirte und Nahrungsmittelproduzenten zu stabilisieren und zugleich die Gefährdung von Mensch und Tier durch Schimmelpilz-Schadstoffe zu minimieren.

Kontakt
Prof. Dr. Michael Spiteller
Ruf: (0231) 755- 4080
E-Mail: Spiteller@infu.tu-dortmund.de

Ole Lünnemann | idw
Weitere Informationen:
http://www.tu-dortmund.de

Weitere Nachrichten aus der Kategorie Biowissenschaften Chemie:

nachricht Superkondensatoren aus Holzbestandteilen
24.05.2018 | Gesellschaft Deutscher Chemiker e.V.

nachricht Was einen guten Katalysator ausmacht
24.05.2018 | Carl von Ossietzky-Universität Oldenburg

Alle Nachrichten aus der Kategorie: Biowissenschaften Chemie >>>

Die aktuellsten Pressemeldungen zum Suchbegriff Innovation >>>

Die letzten 5 Focus-News des innovations-reports im Überblick:

Im Focus: Mit Hilfe molekularer Schalter lassen sich künftig neuartige Bauelemente entwickeln

Einem Forscherteam unter Führung von Physikern der Technischen Universität München (TUM) ist es gelungen, spezielle Moleküle mit einer angelegten Spannung zwischen zwei strukturell unterschiedlichen Zuständen hin und her zu schalten. Derartige Nano-Schalter könnten Basis für neuartige Bauelemente sein, die auf Silizium basierende Komponenten durch organische Moleküle ersetzen.

Die Entwicklung neuer elektronischer Technologien fordert eine ständige Verkleinerung funktioneller Komponenten. Physikern der TU München ist es im Rahmen...

Im Focus: Molecular switch will facilitate the development of pioneering electro-optical devices

A research team led by physicists at the Technical University of Munich (TUM) has developed molecular nanoswitches that can be toggled between two structurally different states using an applied voltage. They can serve as the basis for a pioneering class of devices that could replace silicon-based components with organic molecules.

The development of new electronic technologies drives the incessant reduction of functional component sizes. In the context of an international collaborative...

Im Focus: GRACE Follow-On erfolgreich gestartet: Das Satelliten-Tandem dokumentiert den globalen Wandel

Die Satellitenmission GRACE-FO ist gestartet. Am 22. Mai um 21.47 Uhr (MESZ) hoben die beiden Satelliten des GFZ und der NASA an Bord einer Falcon-9-Rakete von der Vandenberg Air Force Base (Kalifornien) ab und wurden in eine polare Umlaufbahn gebracht. Dort nehmen sie in den kommenden Monaten ihre endgültige Position ein. Die NASA meldete 30 Minuten später, dass der Kontakt zu den Satelliten in ihrem Zielorbit erfolgreich hergestellt wurde. GRACE Follow-On wird das Erdschwerefeld und dessen räumliche und zeitliche Variationen sehr genau vermessen. Sie ermöglicht damit präzise Aussagen zum globalen Wandel, insbesondere zu Änderungen im Wasserhaushalt, etwa dem Verlust von Eismassen.

Potsdam, 22. Mai 2018: Die deutsch-amerikanische Satellitenmission GRACE-FO (Gravity Recovery And Climate Experiment Follow On) ist erfolgreich gestartet. Am...

Im Focus: Faserlaser mit einstellbarer Wellenlänge

Faserlaser sind ein effizientes und robustes Werkzeug zum Schweißen und Schneiden von Metallen beispielsweise in der Automobilindustrie. Systeme bei denen die Wellenlänge des Laserlichts flexibel einstellbar ist, sind für spektroskopische Anwendungen und die Medizintechnik interessant. Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler des Leibniz-Instituts für Photonische Technologien (Leibniz-IPHT) haben, im Rahmen des vom Bundesministerium für Bildung und Forschung (BMBF) geförderten Projekts „FlexTune“, ein neues Abstimmkonzept realisiert, das erstmals verschiedene Emissionswellenlängen voneinander unabhängig und zeitlich synchron erzeugt.

Faserlaser bieten im Vergleich zu herkömmlichen Lasern eine höhere Strahlqualität und Energieeffizienz. Integriert in einen vollständig faserbasierten...

Im Focus: LZH zeigt Lasermaterialbearbeitung von morgen auf der LASYS 2018

Auf der LASYS 2018 zeigt das Laser Zentrum Hannover e.V. (LZH) vom 5. bis zum 7. Juni Prozesse für die Lasermaterialbearbeitung von morgen in Halle 4 an Stand 4E75. Mit gesprengten Bombenhüllen präsentiert das LZH in Stuttgart zudem erste Ergebnisse aus einem Forschungsprojekt zur zivilen Sicherheit.

Auf der diesjährigen LASYS stellt das LZH lichtbasierte Prozesse wie Schneiden, Schweißen, Abtragen und Strukturieren sowie die additive Fertigung für Metalle,...

Alle Focus-News des Innovations-reports >>>

Anzeige

Anzeige

VideoLinks
Industrie & Wirtschaft
Veranstaltungen

Größter Astronomie-Kongress kommt nach Wien

24.05.2018 | Veranstaltungen

22. Business Forum Qualität: Vom Smart Device bis zum Digital Twin

22.05.2018 | Veranstaltungen

48V im Fokus!

21.05.2018 | Veranstaltungen

VideoLinks
Wissenschaft & Forschung
Weitere VideoLinks im Überblick >>>
 
Aktuelle Beiträge

Was einen guten Katalysator ausmacht

24.05.2018 | Biowissenschaften Chemie

Superkondensatoren aus Holzbestandteilen

24.05.2018 | Biowissenschaften Chemie

Neue Schaltschrank-Plattform für die Energiewelt

24.05.2018 | Messenachrichten

Weitere B2B-VideoLinks
IHR
JOB & KARRIERE
SERVICE
im innovations-report
in Kooperation mit academics