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Ganz in weiß! Tier-Hochzeiten im Winter

10.01.2011
Wenn heimische Wildtiere „Hochzeit feiern“, herrscht oft tiefster Winter. Fuchs und Hase, Waschbär und Marderhund, Iltis und Wiesel sind jetzt auf Partnersuche

Wenn heimische Wildtiere „Hochzeit feiern“, herrscht oft tiefster Winter. Das Liebeslied der Füchse, das jetzt häufig im Wald zu hören ist, erinnert mit seinem „kauw, kaw, kaw“ an das heisere Bellen eines Hundes.

Kein Wunder, denn der Rotfuchs (Vulpes vulpes) gehört zur Familie der Hundeartigen (Canidae). „Meist werben mehrere Fuchsrüden gleichzeitig um eine Fähe“, sagt Andreas Kinser, Experte der Deutschen Wildtier Stiftung. „Im Schnee sieht man dann die vielen Spuren der Verehrer, denn Füchse sind jetzt ständig auf den Läufen.“ Doch manchmal hockt die ganze „Hochzeitsgesellschaft“ auch zusammen im Bau. Die Fähe kann gleich unter mehreren Hochzeits-Kandidaten wählen.

„Mit ihrem `Fuchs-Parfüm` – einem für menschliche Nasen unangenehm riechenden Ammoniak-Geruch – bringt sie die Hormone der männlichen Tiere in Wallung“, sagt Kinser. In der Fortpflanzungszeit, der Ranz, ist Frau Fuchs nur drei Tage paarungsbereit. Da müssen sich die Rüden bei der Werbung schon auf die Hinterbeine stellen. Ende März kommt dann Leben in den Bau: zwischen vier und sechs zunächst blinde Welpen müssen jetzt ernährt werden.

Der Nachwuchs der heimischen Wildtiere kommt meist erst dann auf die Welt, wenn es wieder wärmer wird. Im Januar/Februar wird erstmal geheiratet. So wie bei den Marderhunden. Der pelzige Allesfresser ist ein Einwanderer aus Ostasien und sieht ein bisschen aus wie der Waschbär. Doch dem asiatischen Doppelgänger fehlen die geringelte Rute und die Gesichtsmaske, die für Waschbären so typisch sind. Waschbären unterbrechen übrigens Ende Februar extra ihre Winterruhe für die Ranz. Auch bei Iltis und Wiesel, Biber und Fischotter beginnt die Paarungszeit jetzt im Winter. Selbst die Feldhasen laufen sich jetzt schon für die Haupt-Rammelzeit im April ein bisschen warm. „Die ersten Boxkämpfe unter besonders hitzigen Hasen sind auf dem Acker trotz der niedrigen Temperaturen schon zu beobachten“, sagt Kinser.

Hoch am Himmel herrscht noch relative Stille – Vögel kommen erst dann in Stimmung, wenn es wieder heller wird. Nur der mächtige Steinadler schwingt sich schon im Januar zur Balz in die Lüfte, um eine Partnerin fürs Leben zu finden. Beide gehen eine Dauerehe ein. Ab Mitte März kommen dann die Küken zur Welt.

Eva Goris | idw
Weitere Informationen:
http://www.DeutscheWildtierStiftung.de

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