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Funktionsstörung des Gehirns verweist auf erhöhtes Psychose-Risiko

23.07.2013
Basler Forschende berichten, dass bei Psychosepatienten die Verbindungen zwischen informationsverarbeitenden Modulen in der rechten Hirnhälfte gestört sind.

Gleichzeitig stellen sie fest, dass die Behandlung mit Antipsychotika dieser Störung im frühen Krankheitsstadium entgegenwirkt. Solche bildgebenden Konnektivitätsanalysen könnten frühzeitig auf die Entwicklung einer Psychose hinweisen, schreiben sie in der Fachzeitschrift «JAMA Psychiatry».

Während der Entstehung einer Psychose verändern sich im Gehirn verschiedenen Strukturen und Funktionen, was häufig mit einer Störung des Arbeitsgedächtnisses einhergeht. Da für das Funktionieren des Arbeitsgedächtnisses die Kommunikation zwischen verschiedenen informationsverarbeitenden Modulen (die sogenannte Konnektivität) eine grosse Rolle spielt, sind Basler Forscher der Frage nachgegangen, wie sich eine beginnende Psychose auf die Konnektivität auswirkt.

Für Ihre Studie untersuchte die Gruppe um Dr. André Schmidt und Prof. Stefan Borgwardt von der Universität Basel und den Universitären Psychiatrischen Kliniken Basel bei Psychose-Patienten, psychosegefährdeten Personen und einer gesunden Kontrollgruppe die Interaktionen zwischen und innerhalb bestimmter Gehirnarealen.

Dazu wurden den Probanden Buchstaben gezeigt, die sie nach bestimmten Regeln erinnern mussten (etwa «Wenn der aktuell angezeigte Buchstaben dem vorletzten Buchstaben entspricht, drücken Sie die rechte Taste»). Während dieses Tests, der das Arbeitsgedächtnis untersucht, massen die Forscher die Interaktion zwischen verschiedenen Hirnregionen, indem sie sie mittels funktionelle Magnetresonanztomographie sichtbar machten.

Konnektivitätsstörungen bei Psychosepatienten
Der Effekt, den diese Aufgabe auf die Konnektivität der zwei Gehirnhälften ausübte, wurde durch das Vorhandensein bzw. den Grad einer Psychose nicht beeinflusst. Hingegen beeinträchtigte der Test bei allen drei Testgruppen die Konnektivität in der rechten Gehirnhälfte, wobei die gesunden Probanden am wenigsten, die Psychosepatienten am stärksten betroffen waren.

Indes wurde der Effekt massgeblich durch den Therapiestatus beeinflusst: Bei Psychosepatienten, die bereits mit Antipsychotika wurden, lag die Konnektivität des Gehirns zwischen den Werten der gesunden Personen und der Risikopatienten.

Die Wirkung einer Behandlung mit Antipsychotika zeigte sich auch bei der Leistung des Arbeitsgedächtnisses. Die Risikogruppe schnitt im Vergleich zu den gesunden Testpersonen nur wenig schlechter ab. Hingegen waren die Leistungen der Psychosepatienten signifikant schlechter – aber nur, wenn sie unbehandelt waren.

«Unsere Ergebnisse deuten darauf hin, dass die Anfälligkeit für Psychosen mit funktionalen Ausfall bestimmter Hirnarealen in Verbindung steht, die für das Arbeitsgedächtnis relevant sind. Doch die Behandlung mit Neuroleptika hat das Potenzial, dem entgegenzuwirken», so Studienleiter Prof. Stefan Borgwardt. «Zudem könnte die Analyse der funktionellen Konnektivität als physiologische Marker dienen, welcher die Entwicklung einer Psychose ankündet.»

Originalbeitrag
André Schmidt, Renata Smieskova, Jacqueline Aston, Andor Simon, Paul Allen, Paolo Fusar-Poli, Philip K. McGuire, Anita Riecher-Rössler, Klaas E. Stephan, Stefan Borgwardt
Brain Connectivity Abnormalities Predating the Onset of Psychosis: Correlation With the Effect of Medication

JAMA Psychiatry, published online July 3, 2013 | doi: 10.1001/jamapsychiatry.2013.117

Reto Caluori | Universität Basel
Weitere Informationen:
http://www.unibas.ch
http://archpsyc.jamanetwork.com/article.aspx?articleid=1707651

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