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Frosch mit Motorsound - Neue Pfeiffroscharten in Brasilien entdeckt

07.10.2016

Senckenberg-Wissenschaftler haben in Brasilien zwei neue Pfeiffrosch-Arten entdeckt. Einer der neu beschriebenen Amphibien hat den Beinamen „Motörchen“ erhalten – der Ruf der winzigen männlichen Frösche erinnert an ein Motorengeräusch. Das internationale Wissenschaftlerteam analysierte über 2000 Froschrufe und konnte anhand der akustischen, morphologischen und genetischen Merkmale die Artenzahl von bisher 18 auf 20 Arten erhöhen. Die Studie erschien kürzlich im Fachjournal „Herpetologica“.

Sie sind nur etwa 12 Millimeter groß, machen aber ein Geräusch wie ein kleiner Motor: Die männlichen Exemplare der von Senckenberg Wissenschaftlern entdeckten Pseudopaludicola-Froscharten in Brasilien.


Kleiner Frosch mit großem Sound: Pseudopaludicola motorzhino.

© Senckenberg/Jansen

„Wir haben eine der von uns neu beschriebenen Arten mit dem Beinamen motorzhino versehen“, erklärt Dr. Martin Jansen vom Senckenberg Forschungsinstitut in Frankfurt und fährt fort: „Der sehr mechanische, stereotypische und vor allem lang anhaltende Ruf der Frösche erinnert an ein Motorengeräusch; die Größe der Tiere hat uns dazu veranlasst die ‚Verniedlichung’ -hino anzuhängen.“

Jansen und seine Kollegen haben die Frösche während einer Exkursion im Jahr 2010 in einem brasilianischen Naturschutzgebiet gesammelt und nun wissenschaftlich untersucht. Hierfür hat das südamerikanisch-deutsche Team mehr als 2000 Aufnahmen von Froschrufen ausgewertet und sowohl genetische als auch morphologische Merkmale verglichen. „So konnten wir zwei bisher unbekannte Arten der Gattung Pseudopaludicola beschreiben. Die Artenanzahl erhöht sich damit auf zwanzig Froscharten“, fügt der Frankfurter Herpetologe hinzu.

Die neu entdeckten Frösche sind zwischen 10 und 15 Millimeter groß und haben entlang ihres Rückens häufig einen auffälligen Strich. Auffallendstes Merkmal ist aber ihr charakteristischer Ruf – trotz des typischen Quakens und der hohen Anzahl der Frösche in den Untersuchungsgebieten war die Art bisher unbekannt. „Ein weiteres Indiz, dass wir die Artenvielfalt in Südamerika noch lange nicht erfasst haben“, resümiert Jansen.

Kontakt
Dr. Martin Jansen
Senckenberg Forschungsinstitut und Naturmuseum
Tel: 069- 7542 1234
martin.jansen@senckenberg.de

Judith Jördens
Pressestelle
Senckenberg Gesellschaft für Naturforschung
Tel. 069- 7542 1434
pressestelle@senckenberg.de

Publikation
Two New Species of Pseudopaludicola (Anura: Leptodactylidae: Leiuperinae) from Eastern Bolivia and Western Brazil. André Pansonato, Ana Cristina P. Veiga-Menoncello, Jessica R. Mudrek, Martin Jansen, Shirlei M. Recco-Pimentel, Itamar A. Martins, and Christine Strüssmann. Herpetologica 2016 72 (3), 235-255. DOI:http://dx.doi.org/10.1655/Herpetologica-D-14-00047.1

Link zur Audiodatei mit Froschruf: https://youtu.be/9FmnK7ZAPoQ

Pressebilder können kostenfrei für redaktionelle Berichterstattung verwendet werden unter der Voraussetzung, dass der genannte Urheber mit veröffentlicht wird. Eine Weitergabe an Dritte ist nur im Rahmen der aktuellen Berichterstattung zulässig.

Pressemitteilung und Bildmaterial finden Sie auch unter www.senckenberg.de/presse

Die Natur mit ihrer unendlichen Vielfalt an Lebensformen zu erforschen und zu verstehen, um sie als Lebensgrundlage für zukünftige Generationen erhalten und nachhaltig nutzen zu können - dafür arbeitet die Senckenberg Gesellschaft für Naturforschung seit nunmehr fast 200 Jahren. Diese integrative „Geobiodiversitätsforschung“ sowie die Vermittlung von Forschung und Wissenschaft sind die Aufgaben Senckenbergs. Drei Naturmuseen in Frankfurt, Görlitz und Dresden zeigen die Vielfalt des Lebens und die Entwicklung der Erde über Jahrmillionen. Die Senckenberg Gesellschaft für Naturforschung ist ein Mitglied der Leibniz-Gemeinschaft. Das Senckenberg Naturmuseum in Frankfurt am Main wird von der Stadt Frankfurt am Main sowie vielen weiteren Partnern gefördert. Mehr Informationen unter www.senckenberg.de

2016 ist Leibniz-Jahr. Anlässlich des 370. Geburtstags und des 300. Todestags des Universalgelehrten Gottfried Wilhelm Leibniz (*1.7.1646 in Leipzig, † 14.11.1716 in Hannover) veranstaltet die Leibniz-Gemeinschaft ein großes Themenjahr. Unter dem Titel „die beste der möglichen Welten“ – einem Leibniz-Zitat – rückt sie die Vielfalt und die Aktualität der Themen in den Blick, denen sich die Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler der bundesweit 88 Leibniz-Einrichtungen widmen. www.bestewelten.de

Weitere Informationen:

http://www.senckenberg.de/presse

Judith Jördens | Senckenberg Forschungsinstitut und Naturmuseen

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