Forum für Wissenschaft, Industrie und Wirtschaft

Hauptsponsoren:     3M 
Datenbankrecherche:

 

Fraunhofer IZI gründet Projektgruppe in Rostock zur Optimierung von Blutreinigungsverfahren

15.03.2011
In der Arbeitsgruppe »Extrakorporale Immunmodulation« (EXIM) bündeln sich die Kompetenzen des Leipziger Fraunhofer-Instituts für Zelltherapie und Immu-nologie mit denen der Universität Rostock. Die Projektgruppe entwickelt innovative Blutreinigungsverfahren und künstlichen Organersatz.

Mit der Unterzeichnung des Kooperationsvertrages besiegelte heute Henry Tesch, Minister für Bildung, Wissenschaft und Kultur des Landes Mecklenburg-Vorpommern, die Gründung der Fraunhofer IZI Projektgruppe in Rostock. Damit expandiert das Institut erstmalig auch über die Grenzen des Freistaates Sachsen hinaus. Das Land Mecklenburg-Vorpommern und die Europäische Union finanzieren das Vorhaben die nächsten fünf Jahre mit insgesamt 5,5 Millionen Euro.

Die Leitung der neuen Arbeitsgruppe Extrakorporale Immunmodulation (EXIM) übernimmt der Rostocker Mediziner Prof. Dr. Steffen Mitzner. Ziel ist die Weiterentwicklung eines neuen Blutreinigungsverfahrens, das Patienten mit Blutvergiftung (Sepsis) zukünftig wesentlich bessere Überlebenschancen gewährleisten soll. Dabei wird das Blutplasma der Betroffenen außerhalb des Körpers (extrakorporal) durch frische Immunzellen von Spendern gereinigt, die durch ein Filtersystem vom Blutkreislaufdes Patienten getrennt sind. »Wenn wir diese Immunzellen direkt in den Blutkreislauf gäben, würden sie dem Körper schaden», so Professor Mitzner. »Vom Prinzip her ist das Verfahren mit der Dialyse vergleichbar«.

Die Sepsis ist eine komplexe Entzündungsreaktion des Körpers, die bei 80% der Patienten zum Tod führt. Die Infektion tritt meist nach einem Unfall oder einer Operation auf und breitet sich sehr schnell im Körper aus. Dadurch und aufgrund zunehmender Resistenzen gegen antibiotische Therapien ist die Infektion äußerst schwer zu behandeln. Insgesamt sterben in Deutschland bis zu 250.000 Menschen pro Jahr an einer Blutvergiftung. »Die Behandlung der Sepsis bindet deutschlandweit etwa die Hälfte der Budgets der Intensivstationen. Das sind rund 2,5 Milliarden Euro pro Jahr an Arbeitskraft, Geräten und Medikamenten«, erläutert Professor Mitzner und bekräftigt damit die gesellschaftliche Relevanz neuer Behandlungsverfahren.

Neben der Weiterentwicklung des Blutreinigungsverfahrens wird die Gruppe ein weiteres Projekt bearbeiten. Ziel hierbei ist die Herstellung künstlichen Lebergewebes (Tissue Engineering).

Prof. Dr. Frank Emmrich, Leiter der Fraunhofer IZI, freut sich über das dynamische Wachstum des Instituts. »Die Rostocker Expertise im Fachgebiet der Immunmodulation und der Transplantationsmedizin ergänzt hervorragend unsere Kernkompetenzen im Bereich der Regenerativen Medizin«, so Professor Emmrich. Die neu entwickelten Verfahren sollen gemeinsam mit Industriepartnern rasch in die klinische Anwendung überführt werden.

Fraunhofer-Gesellschaft | idw
Weitere Informationen:
http://www.izi.fraunhofer.de

Weitere Nachrichten aus der Kategorie Biowissenschaften Chemie:

nachricht Wirt oder Gast? Proteomik gibt neue Aufschlüsse über Reaktion von Rifforganismen auf Umweltstress
23.02.2018 | Leibniz-Zentrum für Marine Tropenforschung (ZMT)

nachricht Wie Zellen unterschiedlich auf Stress reagieren
23.02.2018 | Max-Planck-Institut für molekulare Genetik

Alle Nachrichten aus der Kategorie: Biowissenschaften Chemie >>>

Die aktuellsten Pressemeldungen zum Suchbegriff Innovation >>>

Die letzten 5 Focus-News des innovations-reports im Überblick:

Im Focus: Vorstoß ins Innere der Atome

Mit Hilfe einer neuen Lasertechnologie haben es Physiker vom Labor für Attosekundenphysik der LMU und des MPQ geschafft, Attosekunden-Lichtblitze mit hoher Intensität und Photonenenergie zu produzieren. Damit konnten sie erstmals die Interaktion mehrere Photonen in einem Attosekundenpuls mit Elektronen aus einer inneren atomaren Schale beobachten konnten.

Wer die ultraschnelle Bewegung von Elektronen in inneren atomaren Schalen beobachten möchte, der benötigt ultrakurze und intensive Lichtblitze bei genügend...

Im Focus: Attoseconds break into atomic interior

A newly developed laser technology has enabled physicists in the Laboratory for Attosecond Physics (jointly run by LMU Munich and the Max Planck Institute of Quantum Optics) to generate attosecond bursts of high-energy photons of unprecedented intensity. This has made it possible to observe the interaction of multiple photons in a single such pulse with electrons in the inner orbital shell of an atom.

In order to observe the ultrafast electron motion in the inner shells of atoms with short light pulses, the pulses must not only be ultrashort, but very...

Im Focus: Good vibrations feel the force

Eine Gruppe von Forschern um Andrea Cavalleri am Max-Planck-Institut für Struktur und Dynamik der Materie (MPSD) in Hamburg hat eine Methode demonstriert, die es erlaubt die interatomaren Kräfte eines Festkörpers detailliert auszumessen. Ihr Artikel Probing the Interatomic Potential of Solids by Strong-Field Nonlinear Phononics, nun online in Nature veröffentlich, erläutert, wie Terahertz-Laserpulse die Atome eines Festkörpers zu extrem hohen Auslenkungen treiben können.

Die zeitaufgelöste Messung der sehr unkonventionellen atomaren Bewegungen, die einer Anregung mit extrem starken Lichtpulsen folgen, ermöglichte es der...

Im Focus: Good vibrations feel the force

A group of researchers led by Andrea Cavalleri at the Max Planck Institute for Structure and Dynamics of Matter (MPSD) in Hamburg has demonstrated a new method enabling precise measurements of the interatomic forces that hold crystalline solids together. The paper Probing the Interatomic Potential of Solids by Strong-Field Nonlinear Phononics, published online in Nature, explains how a terahertz-frequency laser pulse can drive very large deformations of the crystal.

By measuring the highly unusual atomic trajectories under extreme electromagnetic transients, the MPSD group could reconstruct how rigid the atomic bonds are...

Im Focus: Verlässliche Quantencomputer entwickeln

Internationalem Forschungsteam gelingt wichtiger Schritt auf dem Weg zur Lösung von Zertifizierungsproblemen

Quantencomputer sollen künftig algorithmische Probleme lösen, die selbst die größten klassischen Superrechner überfordern. Doch wie lässt sich prüfen, dass der...

Alle Focus-News des Innovations-reports >>>

Anzeige

Anzeige

VideoLinks
Industrie & Wirtschaft
Veranstaltungen

Von festen Körpern und Philosophen

23.02.2018 | Veranstaltungen

Spannungsfeld Elektromobilität

23.02.2018 | Veranstaltungen

DFG unterstützt Kongresse und Tagungen - April 2018

21.02.2018 | Veranstaltungen

VideoLinks
Wissenschaft & Forschung
Weitere VideoLinks im Überblick >>>
 
Aktuelle Beiträge

Vorstoß ins Innere der Atome

23.02.2018 | Physik Astronomie

Wirt oder Gast? Proteomik gibt neue Aufschlüsse über Reaktion von Rifforganismen auf Umweltstress

23.02.2018 | Biowissenschaften Chemie

Wie Zellen unterschiedlich auf Stress reagieren

23.02.2018 | Biowissenschaften Chemie

Weitere B2B-VideoLinks
IHR
JOB & KARRIERE
SERVICE
im innovations-report
in Kooperation mit academics