Forum für Wissenschaft, Industrie und Wirtschaft

Hauptsponsoren:     3M 
Datenbankrecherche:

 

Fraunhofer IZI gründet Projektgruppe für molekulare Wirkstoffforschung in Halle (Saale)

09.07.2013
Zum 01. Juli 2013 hat das Fraunhofer-Institut für Zelltherapie und Immunologie in Leipzig eine Projektgruppe in Halle gegründet. Die Gruppe um Professor Hans-Ulrich Demuth wird das Leistungsspektrum des Instituts im Bereich der molekularen Wirkstoffforschung und -entwicklung ergänzen.

Die Entwicklung neuer Therapien und Wirkstoffe gehört zu den Kernkompetenzen des Fraunhofer IZI. Neben zellbasierten Therapieverfahren entwickelt und prüft das Institut auch Impfstoffe und verschiedene Wirkstoffklassen vor allem in den Bereichen Infektionskrankheiten, entzündliche und onkologische Krankheiten. Die Projektgruppe in Halle wird die Expertise in den Bereichen niedermolekulare und Antikörper-basierte Wirkstoffe ausbauen und ergänzen.

Eine besondere Kompetenz der Gruppe liegt in der Identifizierung pathologischer Mechanismen auf Proteinebene und der Optimierung von Wirkstoffen, basierend auf diesen Erkenntnissen. Das Institut adressiert mit diesem Leistungsspektrum insbesondere die pharmazeutische und biotechnologische Industrie, in deren Auftrag oder in Kooperationen neue Medikamente und Testsysteme zur Wirkstoffforschung entwickelt werden sollen.

»Mehr als zwei Jahre sind seit der initialen Idee zur Gründung der Projektgruppe vergangen. Zahlreiche Prüfungen und Hürden wurden auf diesem Weg gemeistert und nun ist es amtlich«, freut sich Prof. Dr. Hans-Ulrich Demuth, Leiter und Initiator der Gruppe. Professor Demuth führte lange Zeit eine Arbeitsgruppe »Wirkstoffforschung« zunächst an der Martin-Luther-Universität Halle und später am Leibniz-Institut für Naturstoffforschung in Jena.

Während der Zeit als Vorstand des Biotechnologie¬unternehmens Probiodrug AG entwickelte sein Team ein heute am Markt befindliches Konzept zur Behandlung von Altersdiabetes. »Professor Demuths langjährige Erfahrungen sowohl in der akademischen Forschung als auch in der industriellen Entwicklung, sind optimale Vorraussetzungen für erfolgreiche angewandte Forschung in der Fraunhofer-Gesellschaft«, erläutert Prof. Dr. Frank Emmrich, Leiter des Fraunhofer IZI.

Die Wahl des Standortes fiel dabei nicht zufällig auf Halle. Durch eine enge Vernetzung mit den akademischen und industriellen Einrichtungen vor Ort, ist die Projektgruppe bereits mit der Gründung optimal in die Infrastruktur eingebunden und kann auf exzellent ausgebildete Arbeitskräfte zurückgreifen. Bis Ende des Jahres soll die Außenstelle des Fraunhofer IZI bereits auf 20 Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter anwachsen. Diese werden zunächst Labore und Räumlichkeiten im Biozentrum auf dem Weinbergcampus beziehen, wo die wissenschaftlichen Arbeiten direkt starten können. Die fünfjährige Aufbauphase wird mit Mitteln des Landes Sachsen-Anhalt und des Europäischen Fonds für regionale Entwicklung (EFRE) finanziell unterstützt. Anschließend wird sich die Projektgruppe aus Drittmitteln, Industrieaufträgen und Lizenzeinnahmen finanzieren.

Ein erstes EU-Projekt zur Entwicklung von Wirkstoffen gegen Parodontose konnte bereits direkt nach der Gründung gestartet werden. Das Verbundprojekt mit insgesamt elf europäischen Partnern wird dazu beitragen, die Verbindung von Parodontalerkrankungen mit systemischen Entzündungskrankheiten, wie rheumatoider Arthritis, chronisch obstruktiver Lungenerkrankung und Herzkreislauferkrankungen aufzuklären und entsprechende Wirkstoffe zu deren Prävention zu entwickeln. Die Forscher der Fraunhofer IZI Projektgruppe werden dabei insbesondere Wirkstoffe zur Bekämpfung des Haupterregers, dem Bakterium Porphyromonas gingivalis, entwickeln.

Das Fraunhofer-Institut für Zelltherapie und Immunologie IZI erforscht und entwickelt spezielle Problemlösungen an den Schnittstellen von Medizin, Biowissenschaften und Ingenieurswissenschaften. Das Institut betreibt in diesem Rahmen Auftragsforschung für biotechnologische, pharmazeutische und medizintechnische Unternehmen, Kliniken, Diagnostische Labore sowie Forschungseinrichtungen. Innerhalb der Geschäftsfelder Wirkstoffe, Zelltherapie, Diagnostik und Biobanken entwickelt, optimiert und validiert das Institut Verfahren, Materialien und Produkte. Die Kernkompetenzen des Instituts liegen im Bereich der Regenerativen Medizin, insbesondere in den Indikationsbereichen Onkologie, Ischämie, autoimmune und entzündliche Erkrankungen sowie Infektionskrankheiten. Das Institut ist kliniknah orientiert und übernimmt Qualitätsprüfungen sowie die GMP-konforme Herstellung von klinischen Prüfmustern. Darüber hinaus unterstützt das Institut Partner bei der Erlangung von Herstellungsgenehmigungen und Zulassungen.

| Fraunhofer-Gesellschaft
Weitere Informationen:
http://www.izi.fraunhofer.de

Weitere Nachrichten aus der Kategorie Biowissenschaften Chemie:

nachricht Glykane als Biomarker für Krebs?
27.06.2017 | Gesellschaft Deutscher Chemiker e.V.

nachricht Selbstfaltendes Origami
27.06.2017 | Gesellschaft Deutscher Chemiker e.V.

Alle Nachrichten aus der Kategorie: Biowissenschaften Chemie >>>

Die aktuellsten Pressemeldungen zum Suchbegriff Innovation >>>

Die letzten 5 Focus-News des innovations-reports im Überblick:

Im Focus: Vorbild Delfinhaut: Elastisches Material vermindert Reibungswiderstand bei Schiffen

Für eine elegante und ökonomische Fortbewegung im Wasser geben Delfine den Wissenschaftlern ein exzellentes Vorbild. Die flinken Säuger erzielen erstaunliche Schwimmleistungen, deren Ursachen einerseits in der Körperform und andererseits in den elastischen Eigenschaften ihrer Haut zu finden sind. Letzteres Phänomen ist bereits seit Mitte des vorigen Jahrhunderts bekannt, konnte aber bislang nicht erfolgreich auf technische Anwendungen übertragen werden. Experten des Fraunhofer IFAM und der HSVA GmbH haben nun gemeinsam mit zwei weiteren Forschungspartnern eine Oberflächenbeschichtung entwickelt, die ähnlich wie die Delfinhaut den Strömungswiderstand im Wasser messbar verringert.

Delfine haben eine glatte Haut mit einer darunter liegenden dicken, nachgiebigen Speckschicht. Diese speziellen Hauteigenschaften führen zu einer signifikanten...

Im Focus: Kaltes Wasser: Und es bewegt sich doch!

Bei minus 150 Grad Celsius flüssiges Wasser beobachten, das beherrschen Chemiker der Universität Innsbruck. Nun haben sie gemeinsam mit Forschern in Schweden und Deutschland experimentell nachgewiesen, dass zwei unterschiedliche Formen von Wasser existieren, die sich in Struktur und Dichte stark unterscheiden.

Die Wissenschaft sucht seit langem nach dem Grund, warum ausgerechnet Wasser das Molekül des Lebens ist. Mit ausgefeilten Techniken gelingt es Forschern am...

Im Focus: Hyperspektrale Bildgebung zur 100%-Inspektion von Oberflächen und Schichten

„Mehr sehen, als das Auge erlaubt“, das ist ein Anspruch, dem die Hyperspektrale Bildgebung (HSI) gerecht wird. Die neue Kameratechnologie ermöglicht, Licht nicht nur ortsaufgelöst, sondern simultan auch spektral aufgelöst aufzuzeichnen. Das bedeutet, dass zur Informationsgewinnung nicht nur herkömmlich drei spektrale Bänder (RGB), sondern bis zu eintausend genutzt werden.

Das Fraunhofer IWS Dresden entwickelt eine integrierte HSI-Lösung, die das Potenzial der HSI-Technologie in zuverlässige Hard- und Software überführt und für...

Im Focus: Can we see monkeys from space? Emerging technologies to map biodiversity

An international team of scientists has proposed a new multi-disciplinary approach in which an array of new technologies will allow us to map biodiversity and the risks that wildlife is facing at the scale of whole landscapes. The findings are published in Nature Ecology and Evolution. This international research is led by the Kunming Institute of Zoology from China, University of East Anglia, University of Leicester and the Leibniz Institute for Zoo and Wildlife Research.

Using a combination of satellite and ground data, the team proposes that it is now possible to map biodiversity with an accuracy that has not been previously...

Im Focus: Klima-Satellit: Mit robuster Lasertechnik Methan auf der Spur

Hitzewellen in der Arktis, längere Vegetationsperioden in Europa, schwere Überschwemmungen in Westafrika – mit Hilfe des deutsch-französischen Satelliten MERLIN wollen Wissenschaftler ab 2021 die Emissionen des Treibhausgases Methan auf der Erde erforschen. Möglich macht das ein neues robustes Lasersystem des Fraunhofer-Instituts für Lasertechnologie ILT in Aachen, das eine bisher unerreichte Messgenauigkeit erzielt.

Methan entsteht unter anderem bei Fäulnisprozessen. Es ist 25-mal wirksamer als das klimaschädliche Kohlendioxid, kommt in der Erdatmosphäre aber lange nicht...

Alle Focus-News des Innovations-reports >>>

Anzeige

Anzeige

IHR
JOB & KARRIERE
SERVICE
im innovations-report
in Kooperation mit academics
Veranstaltungen

Internationale Fachkonferenz IEEE ICDCM - Lokale Gleichstromnetze bereichern die Energieversorgung

27.06.2017 | Veranstaltungen

Internationale Konferenz zu aktuellen Fragen der Stammzellforschung

27.06.2017 | Veranstaltungen

Fraunhofer FKIE ist Gastgeber für internationale Experten Digitaler Mensch-Modelle

27.06.2017 | Veranstaltungen

 
VideoLinks
B2B-VideoLinks
Weitere VideoLinks >>>
Aktuelle Beiträge

Der Krümmung einen Schritt voraus

27.06.2017 | Informationstechnologie

Internationale Fachkonferenz IEEE ICDCM - Lokale Gleichstromnetze bereichern die Energieversorgung

27.06.2017 | Veranstaltungsnachrichten

Überschwemmungen genau in den Blick nehmen

27.06.2017 | Informationstechnologie