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Fraunhofer-Institut für Bauphysik IBP integriert biologische Vielfalt in Ökobilanzen

04.04.2014

Der Verlust von Arten und ihrer Vielfalt durch die menschliche Beanspruchung von Lebensräumen gewinnt für Akteure aus der Wirtschaft und der öffentlichen Hand zunehmend an Bedeutung.

Sie benötigen Instrumente, mit denen sie die Auswirkungen ihres Handelns auf die biologische Vielfalt messen und managen können.

Das Forschungsprojekt »Biodiversität in Ökobilanzen« der Abteilung Ganzheitliche Bilanzierung des Fraunhofer-Instituts für Bauphysik IBP setzt genau hier an und führt aktuelle Erkenntnisse der Biodiversitäts- und Ökobilanz-Forschung in einer praxisorientierten Methode zusammen.

Entscheidungsinstrument, das es Unternehmen ermöglicht den Einfluss ihrer Produkte auf die biologische Vielfalt besser zu verstehen. Die Methode durchleuchtet die gesamte Wertschöpfungskette und hilft die wichtigsten Hebel zum Schutz der biologischen Vielfalt zu finden.

Dies stellt einen erheblichen Mehrwert gegenüber bisherigen Ansätzen dar, die allein den Betrieb als wesentliches Handlungsfeld betrachten und vor- und nachgelagerte Prozesse ausblenden. Der Ansatz der Fraunhofer-Wissenschaftler liefert zudem eine wichtige Ergänzung der Ökobilanz-Methodik. Denn bislang gibt es kein Instrument, das den Einfluss auf die biologische Vielfalt über den gesamten Produktlebensweg quantitativ erfasst und detailliert bewertet.

Neben der Anwendung in Ökobilanzen ist auch die Integration in Zertifizierungs- oder Managementsysteme denkbar. Zunächst geht es jedoch darum, eine funktions- und konsensfähige Methode zu entwickeln. »Eine enge Vernetzung mit der Praxis ist bei der Entwicklung einer anwendbaren Bewertungsmethode für biologische Vielfalt unabdingbar«, weiß Projektleiter Jan Paul Lindner.

Darum wird die Praxistauglichkeit des Indikators durch einen kontinuierlichen Austauschprozess mit Unternehmensvertretern aus unterschiedlichen Branchen, sowie mit Vertretern aus den Fachgebieten des Naturschutzes und der Ökobilanzierung sichergestellt. Die Methode wird im Rahmen von Fallstudien mit Partnern aus der Textil-, Zement- und Nahrungsmittelindustrie, sowie der Forstwirtschaft erprobt und verfeinert.


Das Projekt wird durch das Bundesamt für Naturschutz mit Mitteln des Bundesministeriums für Umwelt, Naturschutz, Bau und Reaktorsicherheit gefördert. Das Konsortium wird vom Fraunhofer IBP angeführt und besteht aus Wissenschaftlern und Unternehmen aus dem Bereich des Umweltconsultings (Prof. Dr. Rainer Luick; PE International; corsus – corporate sustainability; brands & values).

Weitere Informationen:

http://www.ibp.fraunhofer.de

| Fraunhofer-Institut

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