Forum für Wissenschaft, Industrie und Wirtschaft

Hauptsponsoren:     3M 
Datenbankrecherche:

 

Fotoserie mit der ältesten Kamera der Welt: Chemiker reaktivieren historisches Ausarbeitungsverfahren

08.09.2010
Die wohl älteste Kamera der Welt ist dank Chemikern der Universität Wien wieder im Einsatz. Mit der "Daguerreotype Susse Frères" wurde kürzlich für ein Kunstprojekt eine Aufnahme auf dem Wiener Michaelerplatz aus dem Jahr 1840 nachgestellt. Vorbereitet und durchgeführt wurde die Reproduktion von Wissenschaftern des Instituts für Organische Chemie der Universität Wien, die die Aufnahme im Originalverfahren mittels Quecksilberdampf und Goldlösung auf Silberplatte gebannt haben.

Mehrere silberbeschichtete Kupferplatten, Quecksilber, Brom und Goldchlorid sind für die Herstellung einer Daguerreotypie notwendig. Bei diesem fotografischen Verfahren aus dem 19. Jahrhundert, entwickelt vom französischen Maler Louis Daguerre, wird das Bild bei der Aufnahme nicht mit einem Spiegel umgelenkt. Die Abbildung ist seitenverkehrt und eigentlich ein Negativ; je nach Betrachtungswinkel sieht man sie aber auch als Positiv.

Silberne Lichtbilder

Das Institut für Organische Chemie der Universität Wien weckt gemeinsam mit der Wiener Galerie WestLicht die älteste Kamera der Welt aus dem Dornröschenschlaf. Mit der "Daguerreotype Susse Frères" aus dem Jahr 1839 wurde kürzlich eine Daguerrotypie aus der Fotosammlung der Albertina originalgetreu nachgestellt – der "Blick auf den Michaelerplatz" von Andreas von Ettingshausen, aufgenommen im Mai 1840.

Die Aufnahme wurde dann entsprechend des von Louis-Jacques-Mandé Daguerre erfundenen Verfahrens ausgearbeitet. Die Entwicklung der silberbeschichteten, mit Brom oder Iod aktivierten und in der Kamera belichteten Kupferplatten erfolgt mittels Quecksilberdampf. "Kein ungefährliches Unterfangen, aber wir verfügen über das entsprechende Knowhow und ein gut ausgestattetes Labor", erklärt Harry Martin vom Institut für Organische Chemie der Universität Wien.

Nach über 150 Jahren wiederbelebt

Nach der Quecksilberentwicklung und dem anschließenden Fixierbad erhalten die Bilder durch ein Bad in 90 Grad heißer Goldchloridlösung noch mehr Schärfe. "Wir sind stolz, dass es uns geglückt ist, diese Fotografie-Methode wiederzubeleben. Vermutlich sind wir die ersten seit über 150 Jahren, die mit einer Original Daguerréotype Kamera und dem Daguerre-Verfahren gearbeitet haben", so Martin.

"Wake up the sleeping beauty"

Entstanden sind die Fotos im Rahmen des Kunstprojekts "Wake up the sleeping beauty". Der kubanische Fotograf Nelson Ramirez reproduziert im Auftrag der Firma WestLicht 30 Daguerreotypien aus dem 19. Jahrhundert in Wien, Salzburg und am Attersee. Die Kamera wurde 2007 von WestLicht zum Rekordpreis von 576.000 Euro versteigert und für das Projekt von den neuen Besitzern zur Verfügung gestellt.

Kontakt
Ass.-Prof. Dipl.-Chem. Dr. Harry Martin
Institut für Organische Chemie
Universität Wien
1090 Wien, Währinger Straße 38
T +43-1-4277-521 37
harry.martin@univie.ac.at
Rückfragehinweis
Mag. Alexander Dworzak
Öffentlichkeitsarbeit
Universität Wien
1010 Wien, Dr.-Karl-Lueger-Ring 1
T +43-1-4277-175 31
M + 43-664-602 77-175 31
alexander.dworzak@univie.ac.at

Alexander Dworzak | idw
Weitere Informationen:
http://www.univie.ac.at

Weitere Nachrichten aus der Kategorie Biowissenschaften Chemie:

nachricht Biologischer Lichtsensor in Aktion gefilmt
15.06.2018 | Paul Scherrer Institut (PSI)

nachricht Belohnung fürs Gehirn
15.06.2018 | Max-Planck-Institut für Biologie des Alterns

Alle Nachrichten aus der Kategorie: Biowissenschaften Chemie >>>

Die aktuellsten Pressemeldungen zum Suchbegriff Innovation >>>

Die letzten 5 Focus-News des innovations-reports im Überblick:

Im Focus: AchemAsia 2019 in Shanghai

Die AchemAsia geht in ihr viertes Jahrzehnt und bricht auf zu neuen Ufern: Das International Expo and Innovation Forum for Sustainable Chemical Production findet vom 21. bis 23. Mai 2019 in Shanghai, China statt. Gleichzeitig erhält die Veranstaltung ein aktuelles Profil: Die elfte Ausgabe fokussiert auf Themen, die für Chinas Prozessindustrie besonders relevant sind, und legt den Schwerpunkt auf Nachhaltigkeit und Innovation.

1989 wurde die AchemAsia als Spin-Off der ACHEMA ins Leben gerufen, um die Bedürfnisse der sich damals noch entwickelnden Iindustrie in China zu erfüllen. Seit...

Im Focus: AchemAsia 2019 will take place in Shanghai

Moving into its fourth decade, AchemAsia is setting out for new horizons: The International Expo and Innovation Forum for Sustainable Chemical Production will take place from 21-23 May 2019 in Shanghai, China. With an updated event profile, the eleventh edition focusses on topics that are especially relevant for the Chinese process industry, putting a strong emphasis on sustainability and innovation.

Founded in 1989 as a spin-off of ACHEMA to cater to the needs of China’s then developing industry, AchemAsia has since grown into a platform where the latest...

Im Focus: Li-Fi erstmals für das industrielle Internet der Dinge getestet

Mit einer Abschlusspräsentation im BMW Werk München wurde das BMBF-geförderte Projekt OWICELLS erfolgreich abgeschlossen. Dabei wurde eine Li-Fi Kommunikation zu einem mobilen Roboter in einer 5x5m² Fertigungszelle demonstriert, der produktionsübliche Vorgänge durchführt (Teile schweißen, umlegen und prüfen). Die robuste, optische Drahtlosübertragung beruht auf räumlicher Diversität, d.h. Daten werden von mehreren LEDs und mehreren Photodioden gleichzeitig gesendet und empfangen. Das System kann Daten mit mehr als 100 Mbit/s und fünf Millisekunden Latenz übertragen.

Moderne Produktionstechniken in der Automobilindustrie müssen flexibler werden, um sich an individuelle Kundenwünsche anpassen zu können. Forscher untersuchen...

Im Focus: First real-time test of Li-Fi utilization for the industrial Internet of Things

The BMBF-funded OWICELLS project was successfully completed with a final presentation at the BMW plant in Munich. The presentation demonstrated a Li-Fi communication with a mobile robot, while the robot carried out usual production processes (welding, moving and testing parts) in a 5x5m² production cell. The robust, optical wireless transmission is based on spatial diversity; in other words, data is sent and received simultaneously by several LEDs and several photodiodes. The system can transmit data at more than 100 Mbit/s and five milliseconds latency.

Modern production technologies in the automobile industry must become more flexible in order to fulfil individual customer requirements.

Im Focus: ALMA entdeckt Trio von Baby-Planeten rund um neugeborenen Stern

Neuartige Technik, um die jüngsten Planeten in unserer Galaxis zu finden

Zwei unabhängige Astronomenteams haben mit ALMA überzeugende Belege dafür gefunden, dass sich drei junge Planeten im Orbit um den Säuglingsstern HD 163296...

Alle Focus-News des Innovations-reports >>>

Anzeige

Anzeige

VideoLinks
Industrie & Wirtschaft
Veranstaltungen

Künstliche Intelligenz – Schafft der Mensch seine Arbeit ab?

15.06.2018 | Veranstaltungen

Internationale Konferenz zur Asteroidenforschung in Garching

13.06.2018 | Veranstaltungen

Meteoriteneinschläge und Spektralfarben: HITS bei Explore Science 2018

11.06.2018 | Veranstaltungen

VideoLinks
Wissenschaft & Forschung
Weitere VideoLinks im Überblick >>>
 
Aktuelle Beiträge

EMAG auf der AMB: Hochproduktive Lösungen für die vernetzte Automotive-Produktion

15.06.2018 | Messenachrichten

AchemAsia 2019 in Shanghai

15.06.2018 | Messenachrichten

Dem Fettfinger zu Leibe rücken: Neuer Nanolack soll Antifingerprint-Oberflächen schaffen

15.06.2018 | Materialwissenschaften

Weitere B2B-VideoLinks
IHR
JOB & KARRIERE
SERVICE
im innovations-report
in Kooperation mit academics