Forum für Wissenschaft, Industrie und Wirtschaft

Hauptsponsoren:     3M 
Datenbankrecherche:

 

Fortschritte in der Stammzellforschung

23.01.2013
Das Umsetzen der Ergebnisse der Stammzellforschung für klinische relevante Therapien scheitert häufig an geeigneten Techniken für die Zellkultivierung.
Die im Rahmen eines EU-Projektes am Institut für Bioprozess- und Analysenmesstechnik in Heilbad Heiligenstadt (iba) neu entwickelten Mikrobioreaktoren helfen, diesen Mangel zu überwinden.

In den letzten Jahren sind bedeutende Fortschritte auf dem Gebiet der Stammzellforschung erzielt worden. Trotzdem sind bei Weitem nicht alle Probleme gelöst. Insbesondere fehlt es an geeigneten Techniken, Stammzellen in genügender Menge und reproduzierbar zu expandieren und zu differenzieren. Ein neues, im Rahmen des EU-Projektes „HYPERLAB“ entwickeltes Mikroreaktorsystem umgeht die Nachteile konventioneller Kultivierungssysteme, indem nachteilige Einflüsse des Kultivierungssystems, wie z.B. ungewünschte Adhäsionen von Zellen an den Wänden der Kultivierungssysteme, eliminiert werden.

Stammzellen im Mikrobioreaktor vor der Bildung eines „Embryoid Body‘s“. Das Volumen des Mikrobioreaktors beträgt 800nL und bietet optimale Voraussetzungen für das Kultivieren der Zellen.

Möglich wurde dieser Fortschritt durch das Anwenden der „Segmented Flow-Technik“, einem Prinzip, dass sich in den letzten Jahren für eine Reihe von Applikationen etabliert hat. Jedes dieser bis zu 20µL großen „Segmente“ funktioniert als ein einzelner Mikrobioreaktor und beinhaltet eine definierte Menge von Stammzellen. Die Mikrobioreaktoren befinden sich in einem Schlauchsystem, wobei die Segmente durch ein nicht mischbares Fluid getrennt sind. Aufgrund der Bedingungen im Mikrobioreaktor können die im Allgemeinen adhärent kultivierten Zellen sogenannte „Embryoid Bodies“ ausbilden, die für verschiedenste Untersuchungen, z.B. für Cytotoxizitätstests, eingesetzt werden.

Aber auch das Kultivieren der Zellen auf speziellen Trägermaterialien ist möglich. Das Manipulieren der Mikrobioreaktoren erfolgt ebenso wie die optische Detektion der Zellen mittels mikrofluidischer Module. Das Versorgen der Zellen z.B. mit Sauerstoff erfolgt über die Schlauchwand und das zwischen den Mikrobioreaktoren befindliche Trennfluid.

Bisherige Untersuchungen haben gezeigt, dass im Vergleich zu kommerziellen Techniken vergleichbare Ergebnisse erzielt werden können. Jedoch ist das neu entwickelte System automatisierbar, robust und steriltechnisch sicher. Der bereits jetzt schon große Umfang unterschiedlicher Kultivierungsprotokolle kann von den Nutzern dieses neuen Kultivierungssystems anwendungsspezifisch erweitert werden.

Im Projektkonsortium haben neben dem iba Forschungseinrichtungen und Unternehmen aus Deutschland (FhG IBMT, St. Ingbert, Klinikum der Universität zu Köln), Österreich (Medical University Vienna), Portugal (Instituto de Biologia Exp. e Tecnológica), Belgien (Cryo-Save Group), Schweden Cellartis AB) Chile (Universidad Catolica del Norte) und Frankreich (ARTTIC SAS) mitgearbeitet.

Gefördert wurden die Forschungsarbeiten mit Mitteln des 7.Rahmenprogramms der EU (Förderkennzeichen: FP7 – 223011).

Weitere Informationen:
Dr. Gunter Gastrock
Institut für Bioprozess- und Analysenmesstechnik (iba) e.V.
Heilbad Heiligenstadt
Telefon: 03606 / 671-400
E-Mail: gunter.gastrock@iba-heiligenstadt.de

Sebastian Kaufhold | idw
Weitere Informationen:
http://www.iba-heiligenstadt.de

Weitere Nachrichten aus der Kategorie Biowissenschaften Chemie:

nachricht Verteidigung um fast jeden Preis
14.12.2017 | Max-Planck-Institut für Evolutionsbiologie, Plön

nachricht Mitochondrien von Krebszellen im Visier
14.12.2017 | Gesellschaft Deutscher Chemiker e.V.

Alle Nachrichten aus der Kategorie: Biowissenschaften Chemie >>>

Die aktuellsten Pressemeldungen zum Suchbegriff Innovation >>>

Die letzten 5 Focus-News des innovations-reports im Überblick:

Im Focus: Nanostrukturen steuern Wärmetransport: Bayreuther Forscher entdecken Verfahren zur Wärmeregulierung

Der Forschergruppe von Prof. Dr. Markus Retsch an der Universität Bayreuth ist es erstmals gelungen, die von der Temperatur abhängige Wärmeleitfähigkeit mit Hilfe von polymeren Materialien präzise zu steuern. In der Zeitschrift Science Advances werden diese fortschrittlichen, zunächst für Laboruntersuchungen hergestellten Funktionsmaterialien beschrieben. Die hiermit gewonnenen Erkenntnisse sind von großer Relevanz für die Entwicklung neuer Konzepte zur Wärmedämmung.

Von Schmetterlingsflügeln zu neuen Funktionsmaterialien

Im Focus: Lange Speicherung photonischer Quantenbits für globale Teleportation

Wissenschaftler am Max-Planck-Institut für Quantenoptik erreichen mit neuer Speichertechnik für photonische Quantenbits Kohärenzzeiten, welche die weltweite...

Im Focus: Long-lived storage of a photonic qubit for worldwide teleportation

MPQ scientists achieve long storage times for photonic quantum bits which break the lower bound for direct teleportation in a global quantum network.

Concerning the development of quantum memories for the realization of global quantum networks, scientists of the Quantum Dynamics Division led by Professor...

Im Focus: Electromagnetic water cloak eliminates drag and wake

Detailed calculations show water cloaks are feasible with today's technology

Researchers have developed a water cloaking concept based on electromagnetic forces that could eliminate an object's wake, greatly reducing its drag while...

Im Focus: Neue Einblicke in die Materie: Hochdruckforschung in Kombination mit NMR-Spektroskopie

Forschern der Universität Bayreuth und des Karlsruhe Institute of Technology (KIT) ist es erstmals gelungen, die magnetische Kernresonanzspektroskopie (NMR) in Experimenten anzuwenden, bei denen Materialproben unter sehr hohen Drücken – ähnlich denen im unteren Erdmantel – analysiert werden. Das in der Zeitschrift Science Advances vorgestellte Verfahren verspricht neue Erkenntnisse über Elementarteilchen, die sich unter hohen Drücken oft anders verhalten als unter Normalbedingungen. Es wird voraussichtlich technologische Innovationen fördern, aber auch neue Einblicke in das Erdinnere und die Erdgeschichte, insbesondere die Bedingungen für die Entstehung von Leben, ermöglichen.

Diamanten setzen Materie unter Hochdruck

Alle Focus-News des Innovations-reports >>>

Anzeige

Anzeige

IHR
JOB & KARRIERE
SERVICE
im innovations-report
in Kooperation mit academics
Veranstaltungen

Mit allen Sinnen! - Sensoren im Automobil

14.12.2017 | Veranstaltungen

Materialinnovationen 2018 – Werkstoff- und Materialforschungskonferenz des BMBF

13.12.2017 | Veranstaltungen

Innovativer Wasserbau im 21. Jahrhundert

13.12.2017 | Veranstaltungen

 
VideoLinks
B2B-VideoLinks
Weitere VideoLinks >>>
Aktuelle Beiträge

Was für IT-Manager jetzt wichtig ist

14.12.2017 | Unternehmensmeldung

30 Baufritz-Läufer beim 25. Erkheimer Nikolaus-Straßenlauf

14.12.2017 | Unternehmensmeldung

Mit allen Sinnen! - Sensoren im Automobil

14.12.2017 | Veranstaltungsnachrichten