Forum für Wissenschaft, Industrie und Wirtschaft

Hauptsponsoren:     3M 
Datenbankrecherche:

 

Fortpflanzung und Lebensspanne hängen zusammen

17.12.2012
Entfernen der Keimzellen verlängert das Leben des Rundwurms

Die Keimdrüsen sind vor allem bekannt für ihre Rolle bei der Fortpflanzung. Sie beeinflussen aber auch die Lebensspanne des betreffenden Tieres. Das Entfernen der Keimzellen verlängert beim Rundwurm C. elegans die Lebenszeit. Die zugrunde liegenden molekularen Mechanismen waren bislang jedoch ein Rätsel.

Jetzt haben Wissenschaftler am Kölner Max-Planck-Institut für Biologie des Alterns herausgefunden, dass durch das Entfernen der Keimzellen ein “molekularer Schalter” umgelegt wird – und sich so die Lebensspanne des Wurms verlängert. Dabei spielen Elemente einer Art “Entwicklungs-Kontroll-Uhr” des Wurms eine zentrale Rolle.

Der Rundwurm Caenorhabditis elegans ist ein in der Alternsforschung häufig genutzter Modellorganismus. Gesteuert durch eine Art “Entwicklungs-Kontroll-Uhr” entwickelt er sich vom Ei über vier Larvenstadien zum erwachsenen Wurm. Wissenschaftler um Yidong Shen aus der Abteilung von Institutsdirektor Adam Antebi haben mit einem Laser die Keimzellen entfernt. Dabei entdeckten sie, dass der verbleibende Teil der Keimdrüse die Produktion von Dafachronsäure auslöst. Dieses Steroidhormon aktiviert sogenannte microRNAs, die wiederum als winzige “molekulare Schalter” funktionieren und so auf Gene einwirken, die ihrerseits Langlebigkeit begünstigen. Interessanterweise konnten Antebi und Kollegen schon früher zeigen, dass genau dieser Steroidhormon-microRNA-Schalter Teil der “Entwicklungs-Kontroll-Uhr” ist. Somit führt der Verlust der Keimzellen letztendlich dazu, dass der Wurm Elemente der Entwicklungskontrolle nutzt, um ein lebensverlängerndes Programm zu starten.

Mit diesen Erkenntnissen haben die Max-Planck-Wissenschaftler weitere Puzzleteile zu Beschreibung und Verständnis der Regulation von Langlebigkeit hinzugefügt. Die Frage ist nun, ob es ein ähnliches microRNA-gesteuertes Schalter-System auch beim Menschen gibt.

Originalarbeit:
A steroid Receptor–microRNA switch regulates life span in response to signals from the gonad
Yidong Shen, Joshua Wollam, Daniel Magner, Oezlem Karalay, Adam Antebi
Science, 14 December 2012

Kontakt:
Dr. Adam Antebi
Max Planck Institute for Biology of Ageing, Cologne
Phone: +49 (0)221 478 89680
E-mail: antebi@age.mpg.de

Presse- und Öffentlichkeitsarbeit:
Sabine Dzuck
Tel.: +49 (0)221 478 89605
Mobil: +49 (0)151 628 03539
E-Mail: sabine.dzuck@age.mpg.de

Sabine Dzuck | Max-Planck-Institut
Weitere Informationen:
http://www.age.mpg.de

Weitere Nachrichten aus der Kategorie Biowissenschaften Chemie:

nachricht Hemmung von microRNA-29 schützt vor Herzfibrosen
20.11.2017 | Technische Universität München

nachricht Satellitenbilder zur Erfassung von Biodiversität nur bedingt tauglich
20.11.2017 | Helmholtz-Zentrum für Umweltforschung - UFZ

Alle Nachrichten aus der Kategorie: Biowissenschaften Chemie >>>

Die aktuellsten Pressemeldungen zum Suchbegriff Innovation >>>

Die letzten 5 Focus-News des innovations-reports im Überblick:

Im Focus: Transparente Beschichtung für Alltagsanwendungen

Sport- und Outdoorbekleidung, die Wasser und Schmutz abweist, oder Windschutzscheiben, an denen kein Wasser kondensiert – viele alltägliche Produkte können von stark wasserabweisenden Beschichtungen profitieren. Am Karlsruher Institut für Technologie (KIT) haben Forscher um Dr. Bastian E. Rapp einen Werkstoff für solche Beschichtungen entwickelt, der sowohl transparent als auch abriebfest ist: „Fluoropor“, einen fluorierten Polymerschaum mit durchgehender Nano-/Mikrostruktur. Sie stellen ihn in Nature Scientific Reports vor. (DOI: 10.1038/s41598-017-15287-8)

In der Natur ist das Phänomen vor allem bei Lotuspflanzen bekannt: Wassertropfen perlen von der Blattoberfläche einfach ab. Diesen Lotuseffekt ahmen...

Im Focus: Ultrakalte chemische Prozesse: Physikern gelingt beispiellose Vermessung auf Quantenniveau

Wissenschaftler um den Ulmer Physikprofessor Johannes Hecker Denschlag haben chemische Prozesse mit einer beispiellosen Auflösung auf Quantenniveau vermessen. Bei ihrer wissenschaftlichen Arbeit kombinierten die Forscher Theorie und Experiment und können so erstmals die Produktzustandsverteilung über alle Quantenzustände hinweg - unmittelbar nach der Molekülbildung - nachvollziehen. Die Forscher haben ihre Erkenntnisse in der renommierten Fachzeitschrift "Science" publiziert. Durch die Ergebnisse wird ein tieferes Verständnis zunehmend komplexer chemischer Reaktionen möglich, das zukünftig genutzt werden kann, um Reaktionsprozesse auf Quantenniveau zu steuern.

Einer deutsch-amerikanischen Forschergruppe ist es gelungen, chemische Prozesse mit einer nie dagewesenen Auflösung auf Quantenniveau zu vermessen. Dadurch...

Im Focus: Leoniden 2017: Sternschnuppen im Anflug?

Gemeinsame Pressemitteilung der Vereinigung der Sternfreunde und des Hauses der Astronomie in Heidelberg

Die Sternschnuppen der Leoniden sind in diesem Jahr gut zu beobachten, da kein Mondlicht stört. Experten sagen für die Nächte vom 16. auf den 17. und vom 17....

Im Focus: «Kosmische Schlange» lässt die Struktur von fernen Galaxien erkennen

Die Entstehung von Sternen in fernen Galaxien ist noch weitgehend unerforscht. Astronomen der Universität Genf konnten nun erstmals ein sechs Milliarden Lichtjahre entferntes Sternensystem genauer beobachten – und damit frühere Simulationen der Universität Zürich stützen. Ein spezieller Effekt ermöglicht mehrfach reflektierte Bilder, die sich wie eine Schlange durch den Kosmos ziehen.

Heute wissen Astronomen ziemlich genau, wie sich Sterne in der jüngsten kosmischen Vergangenheit gebildet haben. Aber gelten diese Gesetzmässigkeiten auch für...

Im Focus: A “cosmic snake” reveals the structure of remote galaxies

The formation of stars in distant galaxies is still largely unexplored. For the first time, astron-omers at the University of Geneva have now been able to closely observe a star system six billion light-years away. In doing so, they are confirming earlier simulations made by the University of Zurich. One special effect is made possible by the multiple reflections of images that run through the cosmos like a snake.

Today, astronomers have a pretty accurate idea of how stars were formed in the recent cosmic past. But do these laws also apply to older galaxies? For around a...

Alle Focus-News des Innovations-reports >>>

Anzeige

Anzeige

IHR
JOB & KARRIERE
SERVICE
im innovations-report
in Kooperation mit academics
Veranstaltungen

500 Kommunikatoren zu Gast in Braunschweig

20.11.2017 | Veranstaltungen

VDI-Expertenforum „Gefährdungsanalyse Trinkwasser"

20.11.2017 | Veranstaltungen

Technologievorsprung durch Textiltechnik

17.11.2017 | Veranstaltungen

 
VideoLinks
B2B-VideoLinks
Weitere VideoLinks >>>
Aktuelle Beiträge

Künstliche neuronale Netze: 5-Achs-Fräsbearbeitung lernt, sich selbst zu optimieren

20.11.2017 | Informationstechnologie

Tonmineral bewässert Erdmantel von innen

20.11.2017 | Geowissenschaften

Hemmung von microRNA-29 schützt vor Herzfibrosen

20.11.2017 | Biowissenschaften Chemie