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Fortpflanzung und Lebensdauer hängen zusammen

14.12.2012
Die Entfernung der Keimdrüsen wirkt beim Rundwurm lebensverlängernd

In den Hoden und Eierstöcken werden die Keimzellen eines Organismus gebildet – Eizellen und Spermien. Die Keimdrüsen beeinflussen aber offenbar auch die Lebensspanne.

Yidong Sheng, Forscher am Kölner Max-Planck-Institut für Biologie des Alterns, konnte jetzt zeigen, dass eine teilweise Entfernung der Keimdrüsen einen molekularen Schalter umlegt und dadurch die Lebensdauer des Rundwurms Caenorhabditis elegans verlängert.

Der Rundwurm Caenorhabditis elegans ist ein in der Alternsforschung häufig genutzter Modellorganismus. Er entwickelt sich über vier Larvenstadien vom Ei zum erwachsenen Wurm. Der zeitliche Ablauf dieser Entwicklungsstadien hängt auch mit der Langlebigkeit des Tiers zusammen.

Forscher um Yidong Shen aus der Abteilung „Molekulare Genetik des Alterns“ unter der Leitung von Direktor Adam Antebi haben nun entdeckt, dass ein bereits bekannter molekularer Schalter nicht nur die Entwicklungsstadien des Wurms reguliert, sondern auch eine wichtige Rolle für die Lebensspanne spielt.

Die Forscher entfernten dabei mit Lasern einen Teil der Keimdrüsen, sodass sich keine Keimzellen mehr entwickeln konnten. Der verbleibende Teil übermittelt dann ein Signal, das im Verdauungstrakt des Wurms die Produktion von Dafachronsäure anschiebt. Die Dafachronsäure, ein Steroidhormon, aktiviert sogenannte microRNAs, die ihrerseits die Aktivität von Genen hemmen.
Durch den Ausfall der Keimdrüsen setzt der Wurm so letztendlich ein lebensverlängerndes Programm in Gang: Die Lebensdauer wird ausgedehnt, damit er sich möglicherweise später fortpflanzen kann, vermuten die Forscher.

Mit diesen Erkenntnissen haben die Max-Planck-Wissenschaftler weitere Puzzleteile zu Beschreibung und Verständnis der Regulation von Langlebigkeit hinzugefügt. Die Frage ist nun, ob es ein ähnliches microRNA-gesteuertes Schalter-System auch beim Menschen gibt.

Ansprechpartner

Dr. Adam Antebi,
Max-Planck-Institut für Biologie des Alterns, Köln
Telefon: +49 221 478-89680
E-Mail: antebi@­age.mpg.de
Sabine Dzuck,
Max-Planck-Institut für Biologie des Alterns, Köln
Telefon: +49 221 4788-9605
Fax: +49 221 478-97401
E-Mail: sabine.dzuck@­age.mpg.de

Originalpublikation
A steroid Receptor–microRNA switch regulates life span in response to signals from the gonad
Yidong Shen, Joshua Wollam, Daniel Magner, Oezlem Karalay, Adam Antebi
Science, 14.12.2012

Dr. Adam Antebi | Max-Planck-Institut
Weitere Informationen:
http://www.mpg.de/6680648/fortpflanzung-lebensdauer

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