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Forschungsflotte beprobt die Laichgründe der Makrele

20.03.2013
Wertvollster europäischer Fischbestand wird unter die Lupe genommen

Am 20. März 2013 ist das deutsche Fischereiforschungsschiff "Walther Herwig III" zu einer sechswöchigen Reise ausgelaufen, die das Schiff in westbritische Gewässer, in die Keltische See und die Biskaya führen wird. Fischereiwissenschaftler des Thünen-Instituts für Seefischerei werden während der Reise Plankton- und Fischereidaten sammeln.


Im Zentrum des Forschungsinteresses: Makrelen sind wertvolle Speisefische.
(Foto: B. Suer, Thünen-Institut)


Der Nackthai, ein Fanggerät zum Sammeln von Plankton und Fischlarven, wird an Bord gezogen
(Foto: J. Ulleweit, Thünen-Institut)

Ziel ist es festzustellen, wie groß der Bestand der Makrele ist. An dieser Aufgabe arbeitet das Thünen-Institut in engem Verbund mit acht weiteren europäischen Nationen – Portugal, Spanien, Irland, Großbritannien, den Niederlanden, Norwegen, den Faröer-Inseln und Island.

Die atlantische Makrele ist die kommerziell wichtigste Fischart in europäischen Gewässern. Innerhalb Europas wird seit einigen Jahren um die beste Nutzung des Makrelenbestandes kräftig gestritten. Der Grund dafür ist, dass der sich auf einem hohen Niveau befindliche Bestand zunehmend in Gebieten aufhält und gefangen wird, in denen sich zuvor keine gezielte Fischerei lohnte. Dies sind vor allem die Gewässer um die Färöer-Inseln und um Island. Früher wurde die Makrele hauptsächlich in spanischen, französischen, irischen, westbritischen und norwegischen Gewässern gefangen.

Zurzeit können sich die „alten“ Makrelenfischereinationen – EU und Norwegen – nicht mit den „neuen“ – Färöer und Island – auf eine Höchstfangmenge einigen. Umso wichtiger ist zumindest eine fischereiunabhängige Abschätzung des Bestandes, an der alle Nationen, die einen Anteil an der Makrelenfischerei haben, beteiligt sind.

Die Populationsgröße der Makrele wird dabei über die Anzahl der abgelegten Eier in Bezug zur Fruchtbarkeit der Elterntiere abgeschätzt. Dies wird dadurch erschwert, dass die Makrelen ihre Eier in einem weiten Areal des Westatlantiks und über einen langen Zeitraum ablegen.

Das macht die Untersuchungen so aufwendig und erklärt, warum sich insgesamt 11 Forschungsschiffe an dieser Untersuchung beteiligen. Koordiniert wird die von der Europäischen Union mitfinanzierte Kampagne vom Internationalen Rat für Meeresforschung (ICES).

Die Wissenschaftler an Bord der "Walther Herwig III" werden in ihrem Untersuchungsgebiet alle 15 Seemeilen eine Planktonprobe nehmen. Schon während der Reise werden die Makreleneier unter dem Mikroskop aus diesen Proben aussortiert und bestimmt. Weiterhin fangen die Wissenschaftler des Thünen-Instituts auch erwachsene Makrelen. Diese Stichproben werden genau untersucht, um die für die Bestandszählung notwenigen Messungen zur Struktur und Fruchtbarkeit der Elterntiere zu erhalten. Zusätzlich wird der Survey auch für die Bestandsabschätzung des Stöckers genutzt, einer weiteren für die europäische Fischerei wichtigen Art.

Im August werden die Ergebnisse aller Nationen miteinander verrechnet und das Gesamtergebnis dem ICES übermittelt. Dieser nutzt die Daten, um die Bestandsentwicklung vorherzusagen, Fangempfehlungen auszusprechen und somit die wissenschaftliche Grundlage für die Verhandlungen auf EU-Ebene zu legen.

Ansprechpartner:
Jens Ulleweit
Thünen-Institut für Seefischerei, Hamburg
Tel.: 040 38905-217
E-Mail: jens.ulleweit@ti.bund.de

Dr. Michael Welling | Thünen-Institut
Weitere Informationen:
http://www.ti.bund.de

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