Forum für Wissenschaft, Industrie und Wirtschaft

Hauptsponsoren:     3M 
Datenbankrecherche:

 

Forschung zur Nachzucht von Korallen

10.06.2014

Gemeinsam mit Partnern aus der Wirtschaft hat das ZMT ein Projekt eingeworben mit dem Ziel, die Nachzucht von Korallen zu optimieren. Vom Bundeministerium für Wirtschaft und Energie wird es mit 900.000 Euro finanziert.

Meerwasseraquaristik ist in vielen Industrienationen ein bedeutender Wirtschaftsfaktor. Meeresaquarien finden sich nicht nur in privaten Haushalten, als Exponat oder Statussymbol zieren sie häufig auch öffentliche Einrichtungen und Museen.


Bruchstück einer Geweihkoralle, wie es für die Aufzucht verwendet wird

Andreas Kunzmann, ZMT


Laichende Steinkoralle (Montastraea) vor Curacao

Barry Brown, SECORE Foundation

Der hohe Bedarf an tropischen Korallen wird dabei hauptsächlich durch Entnahmen aus der Natur gedeckt - im Schnitt gelangt weit über eine Million Korallen jährlich in den Handel. In Ländern wie Indonesien oder den Philippinen wird den Riffen dadurch erheblicher Schaden zugefügt. Besonders beliebt sind Raritäten wie bestimmte Arten der Geweihkorallen, die daher in der freien Natur immer seltener werden.

Korallen vermehren sich sowohl durch Bruchstücke, die durch die Strömung an einen neuen Siedlungsplatz getrieben werden, als auch durch geschlechtliche Fortpflanzung, aus der die Larven entstehen. Um die steigende Nachfrage der Aquarianer zu decken, wird vor allem in Tropenländern versucht, Korallenzuchten aufzubauen. Diese setzen hauptsächlich auf Vermehrung über Bruchstücke. Korallen aus solchen Zuchten weisen eine geringere genetische Vielfalt auf. Ihnen fehlt die Bandbreite an verschiedenen Möglichkeiten, um auf Störungen aus der Umwelt zu reagieren.

In dem neuen Projekt wird das ZMT besonderes Augenmerk auf die Korallenlarven und ihr Verhalten legen. „Nur optimale Aufzuchtbedingungen garantieren eine erfolgreiche Korallennachzucht. Daher ist es notwendig, die artspezifischen Vorlieben der Larven sehr genau zu kennen“, erklärt der Ökologe Andreas Kunzmann vom ZMT, der auch mit seiner Forschung zur Aufzucht von Clownfischen der Ausbeutung der Riffe entgegensteuern möchte.

Gemeinsam mit den Firmen Ceramics, AquaCare und MiBiLab wird Kunzmanns Arbeitsgruppe untersuchen, welche Faktoren zu erfolgreicher Ansiedlung und gesundem Wachstum der Larven führen. Dabei spielt die Art des Substrates, auf dem sich die Larven niederlassen sollen, eine Rolle, aber auch Hälterungsbedingungen wie Temperatur, pH-Wert oder Nährstoffgehalt des Meerwassers.

„Von besonderer Bedeutung sind jedoch die „Siedlungssignale“, die dazu führen, dass sich Korallenlarven an einem Ort festsetzen“, meint Kunzmann. „Den nackten Fels mögen sie nicht, sie brauchen ein biologisches Substrat. Wir haben bestimmte kolonienbildende Bakterienarten im Verdacht, sie mit chemischen Signalen anzulocken.“

„Unsere Erkenntnisse werden nicht nur für den Aquaristikhandel wichtig sein, sondern vor allem auch für die Restauration von Riffen“, meint Kunzmann. Es gibt bereits viele solcher Sanierungsmaßnahmen, doch die meisten berücksichtigen nicht die Faktoren, die die Ansiedlung und das Wachstum der Korallen beeinflussen. Für einen erfolgreichen Wiederaufbau eines Riffes sind sie aber entscheidend.

Weitere Informationen:

Dr. Andreas Kunzmann
Leibniz-Zentrum für Marine Tropenökologie, Bremen
Tel: 0421 / 23800-26
Mail: andreas.kunzmann@zmt-bremen.de

Das LEIBNIZ-ZENTRUM FÜR MARINE TROPENÖKOLOGIE - ZMT in Bremen widmet sich in Forschung und Lehre dem besseren Verständnis tropischer Küstenökosysteme. Im Mittelpunkt stehen Fragen zu ihrer Struktur und Funktion, ihren Ressourcen und ihrer Widerstandsfähigkeit gegenüber menschlichen Eingriffen und natürlichen Veränderungen. Das ZMT führt seine Forschungsprojekte in enger Kooperation mit Partnern in den Tropen durch, wo es den Aufbau von Expertise und Infrastruktur auf dem Gebiet des nachhaltigen Küstenzonenmanagements unterstützt. Das ZMT ist ein Mitglied der Leibniz-Gemeinschaft.

Dr. Susanne Eickhoff | idw - Informationsdienst Wissenschaft
Weitere Informationen:
http://www.zmt-bremen.de

Weitere Nachrichten aus der Kategorie Biowissenschaften Chemie:

nachricht Designerviren stacheln Immunabwehr gegen Krebszellen an
26.05.2017 | Universität Basel

nachricht Wachstumsmechanismus der Pilze entschlüsselt
26.05.2017 | Karlsruher Institut für Technologie

Alle Nachrichten aus der Kategorie: Biowissenschaften Chemie >>>

Die aktuellsten Pressemeldungen zum Suchbegriff Innovation >>>

Die letzten 5 Focus-News des innovations-reports im Überblick:

Im Focus: Lässt sich mit Boten-RNA das Immunsystem gegen Staphylococcus aureus scharf schalten?

Staphylococcus aureus ist aufgrund häufiger Resistenzen gegenüber vielen Antibiotika ein gefürchteter Erreger (MRSA) insbesondere bei Krankenhaus-Infektionen. Forscher des Paul-Ehrlich-Instituts haben immunologische Prozesse identifiziert, die eine erfolgreiche körpereigene, gegen den Erreger gerichtete Abwehr verhindern. Die Forscher konnten zeigen, dass sich durch Übertragung von Protein oder Boten-RNA (mRNA, messenger RNA) des Erregers auf Immunzellen die Immunantwort in Richtung einer aktiven Erregerabwehr verschieben lässt. Dies könnte für die Entwicklung eines wirksamen Impfstoffs bedeutsam sein. Darüber berichtet PLOS Pathogens in seiner Online-Ausgabe vom 25.05.2017.

Staphylococcus aureus (S. aureus) ist ein Bakterium, das bei weit über der Hälfte der Erwachsenen Haut und Schleimhäute besiedelt und dabei normalerweise keine...

Im Focus: Can the immune system be boosted against Staphylococcus aureus by delivery of messenger RNA?

Staphylococcus aureus is a feared pathogen (MRSA, multi-resistant S. aureus) due to frequent resistances against many antibiotics, especially in hospital infections. Researchers at the Paul-Ehrlich-Institut have identified immunological processes that prevent a successful immune response directed against the pathogenic agent. The delivery of bacterial proteins with RNA adjuvant or messenger RNA (mRNA) into immune cells allows the re-direction of the immune response towards an active defense against S. aureus. This could be of significant importance for the development of an effective vaccine. PLOS Pathogens has published these research results online on 25 May 2017.

Staphylococcus aureus (S. aureus) is a bacterium that colonizes by far more than half of the skin and the mucosa of adults, usually without causing infections....

Im Focus: Orientierungslauf im Mikrokosmos

Physiker der Universität Würzburg können auf Knopfdruck einzelne Lichtteilchen erzeugen, die einander ähneln wie ein Ei dem anderen. Zwei neue Studien zeigen nun, welches Potenzial diese Methode hat.

Der Quantencomputer beflügelt seit Jahrzehnten die Phantasie der Wissenschaftler: Er beruht auf grundlegend anderen Phänomenen als ein herkömmlicher Rechner....

Im Focus: A quantum walk of photons

Physicists from the University of Würzburg are capable of generating identical looking single light particles at the push of a button. Two new studies now demonstrate the potential this method holds.

The quantum computer has fuelled the imagination of scientists for decades: It is based on fundamentally different phenomena than a conventional computer....

Im Focus: Tumult im trägen Elektronen-Dasein

Ein internationales Team von Physikern hat erstmals das Streuverhalten von Elektronen in einem nichtleitenden Material direkt beobachtet. Ihre Erkenntnisse könnten der Strahlungsmedizin zu Gute kommen.

Elektronen in nichtleitenden Materialien könnte man Trägheit nachsagen. In der Regel bleiben sie an ihren Plätzen, tief im Inneren eines solchen Atomverbunds....

Alle Focus-News des Innovations-reports >>>

Anzeige

Anzeige

IHR
JOB & KARRIERE
SERVICE
im innovations-report
in Kooperation mit academics
Veranstaltungen

Meeresschutz im Fokus: Das IASS auf der UN-Ozean-Konferenz in New York vom 5.-9. Juni

24.05.2017 | Veranstaltungen

Diabetes Kongress in Hamburg beginnt heute: Rund 6000 Teilnehmer werden erwartet

24.05.2017 | Veranstaltungen

Wissensbuffet: „All you can eat – and learn”

24.05.2017 | Veranstaltungen

 
VideoLinks
B2B-VideoLinks
Weitere VideoLinks >>>
Aktuelle Beiträge

DFG fördert 15 neue Sonderforschungsbereiche (SFB)

26.05.2017 | Förderungen Preise

Lässt sich mit Boten-RNA das Immunsystem gegen Staphylococcus aureus scharf schalten?

26.05.2017 | Biowissenschaften Chemie

Unglaublich formbar: Lesen lernen krempelt Gehirn selbst bei Erwachsenen tiefgreifend um

26.05.2017 | Gesellschaftswissenschaften