Forum für Wissenschaft, Industrie und Wirtschaft

Hauptsponsoren:     3M 
Datenbankrecherche:

 

Forschung an der biologischen Vielfalt in Deutschland

12.05.2009
Ab sofort besser vernetzt und im Dialog mit Politik und Öffentlichkeit.

Seit fast zwei Jahren gibt es eine nationale Strategie zum Erhalt der biologischen Vielfalt in Deutschland und ab sofort will die deutsche Forschungsgemeinde zur Biodiversität ihre Vernetzung stärken und sich vermehrt in die entsprechenden Diskussionen einbringen.

Dies ist das Ziel des nun gestarteten, durch das Bundesministerium für Bildung und Forschung (BMBF) geförderte Projekt "Netzwerk und Forum zur Biodiversitätsforschung in Deutschland".

Neues Projekt des Bundesministeriums für Bildung und Forschung gestartet.
Die biologische Vielfalt erleidet durch menschliches Einwirkungen erhebliche Beeinträchtigungen: Der Klimawandel droht mit Extremwetterlagen. Die intensive Landnutzung, Bodenversiegelung oder auch die Überfischung der Meere beeinflussen sie erheblich: Dennoch nimmt die Biodiversität in der Diskussion von Umweltthemen einen hinteren Rang ein.

Aber es gibt auch gute Nachrichten: Seit fast zwei Jahren gibt es eine nationale Strategie zum Erhalt der biologischen Vielfalt in Deutschland und ab sofort will die deutsche Forschungsgemeinde zur Biodiversität ihre Vernetzung stärken und sich vermehrt in die entsprechenden Diskussionen einbringen. Dies ist das Ziel des nun gestarteten, durch das Bundesministerium für Bildung und Forschung (BMBF) geförderte Projekt "Netzwerk und Forum zur Biodiversitätsforschung in Deutschland".

"Deutschland mit seiner großen Zahl wissenschaftlicher Einrichtungen hat eine enorme Breite und Qualität an Biodiversitätsforschung zu bieten, im Grundlagen- wie im anwendungsorientierten Bereich. Dazu zählen nicht nur zahlreiche Lehrstühle an über 80 Universitäten und Fachhochschulen, sondern auch die zahlreichen naturkundlichen Museen, Botanische Gärten und Zoos und zahlreiche außeruniversitäre Einrichtungen", sagt Dr. Christoph Häuser vom Museum für Naturkunde in Berlin, einer der Teilprojektleiter. "Unser erstes Ziel im Projekt ist, diesen Fundus an Wissen besser zu erfassen und über Disziplinen und Institutionen hinaus weiter zu vernetzen."

Ende April fand die Auftaktveranstaltung für das Projekt in Berlin statt. Gemeinsam verfolgen die Projektbetreuer - das Helmholtz-Zentrum für Umweltforschung (UFZ), das Museum für Naturkunde in Berlin, die Universität Potsdam und das Forschungsnetzwerk DIVERSITAS-Deutschland - zwei große Ziele: Die Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler möchten sich Disziplin- und Institutionen übergreifend vernetzen und den Dialog mit Politik und Gesellschaft stärker ausbauen.

Etwa 100 Expertinnen und Experten aus der Forschung und anderen mit Biodiversität befassten Gesellschaftsbereichen waren Ende April in Berlin. Sie haben hier erste Themen besprechen, etwa wie man das Monitoring der Biodiversität in Deutschland verbessern kann oder wie die Ziele einer zukünftigen internationalen Biodiversitätspolitik aus wissenschaftlicher Sicht aussehen könnten. Ziel ist es, im Laufe der nächsten drei Jahre alle interessierten Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler anzusprechen und deren Wissen für die öffentliche Diskussion besser verfügbar zu machen. Eine vielfältige Expertise ist hier gefordert.

Biodiversitätsforschung deckt ein weites Feld ab: von der genetischen Ebene über den breiten Bereich der Erfassung von Arten, ihrer Lebensumstände und Lebensgemeinschaften, ihre Bedeutung für den Menschen und nicht zuletzt den Schutz- und Nutzungsoptionen durch den Menschen. Eine Vielzahl unterschiedlicher Disziplinen muss daher zusammenarbeiten, um drängende Fragen zu beantworten. Dies betont Elisabeth Kalko, Professorin an der Universität Ulm und Vorsitzende vom DIVERSITAS-Deutschland, einer fächerübergreifenden Plattform von Biodiversitätsforscherinnen und -forschern in Deutschland. DIVERSITAS-Deutschland ist ein maßgeblicher Unterstützer des neu eingerichteten Projektes.

In Zeiten drängender Probleme des Globalen Wandels reicht ein besserer wissenschaftlicher Austausch allein nicht aus. Vielmehr muss diese Expertise aus der Wissenschaft, ähnlich wie in der Klimadebatte, besser an die Politik und die Öffentlichkeit herangetragen werden. "Dies wollen wir mit der Einrichtung eines Forums zur Biodiversitätsforschung verbessern," erklärt Dr. Klaus Henle vom Helmholtz-Zentrum für Umweltforschung (UFZ) in Leipzig, der das Gesamtprojekt koordiniert. "Wir stellen eine zunehmende Nachfrage seitens Behörden und der Öffentlichkeit an der Expertise aus der Wissenschaft fest, zum einen beim Erhalt von Arten und Lebensräumen unter neuen Landnutzungsbedingungen, aber auch in der Frage der Bedeutung von Biologischer Vielfalt für die Dienstleistungen, die die Natur für den Menschen erbringt. Dieser gestiegenen Nachfrage wollen wir mit einer besseren Kommunikation dieser Nachfrage in die Wissenschaft hinein nachkommen."

Das Projekt wird dabei nicht allein national arbeiten: Denn deutsche Expertise ist nicht nur im eigenen Land gefragt und die Biodiversitätspolitik ist zunehmend international. Dies zeigen auch zahlreiche Projekte zur Biodiversitätsforschung des BMBF etwa in Afrika und Brasilien.

Kontakt:

PD Dr. Klaus Henle, Dr. Carsten Neßhöver
Department Naturschutzforschung, Helmholtz-Zentrum für Umweltforschung - UFZ
Permoserstr.15 , 04318 Leipzig
Tel. 0341/235-1270 bzw.-1649; Fax. 0341/235-1470
Email: klaus.henle@ufz.de, carsten.nesshoever@ufz.de
Dr. Christoph Häuser
Museum für Naturkunde - Leibniz-Institut für Evolutions- und Biodiversitätsforschung an der Humboldt-Universität zu Berlin
Invalidenstr. 43, 10115 Berlin
Tel.: 030-2093 8479
Email: christoph.haeuser@mfn-berlin.de
Prof. Dr. Florian Jeltsch
AG Vegetationsökologie und Naturschutz
Prof. Dr. Markus Fischer
AG Biozönoseforschung / Spezielle Botanik
Institut für Biochemie und Biologie, Universität Potsdam
Maulbeerallee 2, 14469 Potsdam
Email: jeltsch@uni-potsdam.de; fischerm@uni-potsdam.de
Prof. Dr. Elisabeth Kalko
Institut für experimentelle Ökologie
Universität Ulm
Albert-Einstein Allee 11
89069 Ulm
Tel.: 0731 50-22660/61
Email: Elisabeth.Kalko@uni-ulm.de

Tilo Arnhold | idw
Weitere Informationen:
http://www.ufz.de/

Weitere Nachrichten aus der Kategorie Biowissenschaften Chemie:

nachricht UVB-Strahlung beeinflusst Verhalten von Stichlingen
13.12.2017 | Rheinische Friedrich-Wilhelms-Universität Bonn

nachricht Mikroorganismen auf zwei Kontinenten studieren
13.12.2017 | Friedrich-Schiller-Universität Jena

Alle Nachrichten aus der Kategorie: Biowissenschaften Chemie >>>

Die aktuellsten Pressemeldungen zum Suchbegriff Innovation >>>

Die letzten 5 Focus-News des innovations-reports im Überblick:

Im Focus: Lange Speicherung photonischer Quantenbits für globale Teleportation

Wissenschaftler am Max-Planck-Institut für Quantenoptik erreichen mit neuer Speichertechnik für photonische Quantenbits Kohärenzzeiten, welche die weltweite...

Im Focus: Long-lived storage of a photonic qubit for worldwide teleportation

MPQ scientists achieve long storage times for photonic quantum bits which break the lower bound for direct teleportation in a global quantum network.

Concerning the development of quantum memories for the realization of global quantum networks, scientists of the Quantum Dynamics Division led by Professor...

Im Focus: Electromagnetic water cloak eliminates drag and wake

Detailed calculations show water cloaks are feasible with today's technology

Researchers have developed a water cloaking concept based on electromagnetic forces that could eliminate an object's wake, greatly reducing its drag while...

Im Focus: Neue Einblicke in die Materie: Hochdruckforschung in Kombination mit NMR-Spektroskopie

Forschern der Universität Bayreuth und des Karlsruhe Institute of Technology (KIT) ist es erstmals gelungen, die magnetische Kernresonanzspektroskopie (NMR) in Experimenten anzuwenden, bei denen Materialproben unter sehr hohen Drücken – ähnlich denen im unteren Erdmantel – analysiert werden. Das in der Zeitschrift Science Advances vorgestellte Verfahren verspricht neue Erkenntnisse über Elementarteilchen, die sich unter hohen Drücken oft anders verhalten als unter Normalbedingungen. Es wird voraussichtlich technologische Innovationen fördern, aber auch neue Einblicke in das Erdinnere und die Erdgeschichte, insbesondere die Bedingungen für die Entstehung von Leben, ermöglichen.

Diamanten setzen Materie unter Hochdruck

Im Focus: Scientists channel graphene to understand filtration and ion transport into cells

Tiny pores at a cell's entryway act as miniature bouncers, letting in some electrically charged atoms--ions--but blocking others. Operating as exquisitely sensitive filters, these "ion channels" play a critical role in biological functions such as muscle contraction and the firing of brain cells.

To rapidly transport the right ions through the cell membrane, the tiny channels rely on a complex interplay between the ions and surrounding molecules,...

Alle Focus-News des Innovations-reports >>>

Anzeige

Anzeige

IHR
JOB & KARRIERE
SERVICE
im innovations-report
in Kooperation mit academics
Veranstaltungen

Materialinnovationen 2018 – Werkstoff- und Materialforschungskonferenz des BMBF

13.12.2017 | Veranstaltungen

Innovativer Wasserbau im 21. Jahrhundert

13.12.2017 | Veranstaltungen

Innovative Strategien zur Bekämpfung von parasitären Würmern

08.12.2017 | Veranstaltungen

 
VideoLinks
B2B-VideoLinks
Weitere VideoLinks >>>
Aktuelle Beiträge

Rest-Spannung trotz Megabeben

13.12.2017 | Geowissenschaften

Computermodell weist den Weg zu effektiven Kombinationstherapien bei Darmkrebs

13.12.2017 | Medizin Gesundheit

Winzige Weltenbummler: In Arktis und Antarktis leben die gleichen Bakterien

13.12.2017 | Geowissenschaften