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Forscher entwickeln neuen hochsensitiven Malaria-Test

04.03.2015

Neuentwickelte diagnostische Methoden erkennen auch noch kleinste Mengen des Malariaparasiten im menschlichen Blut. Das zeigt eine Studie, die diese Woche in der Zeitschrift PLOS Medicine veröffentlicht wurde.

Die neuen Tests erkennen hochrepetitive DNS-Sequenzen im Genom des Malariaerregers. Sie reagieren dadurch 10fach empfindlicher als der gegenwärtige molekulare Standardtest. Damit ist es möglich, bisher unentdeckte Malariainfektionen zu erkennen. Die neuen Tests könnten sich als wertvolle Werkzeuge im Kampf gegen die Ausbreitung der Malaria erweisen.


Die neue Methode hat eine internationale Forschergruppe unter der Leitung von Ingrid Felger am Schweizerischen Tropen- und Public Health-Institut (Swiss TPH) in Basel entwickelt. Die Forscher verglichen die neuen Tests in 498 Blutproben aus Tansania mit den beiden Referenztechniken der Malariadiagnostik: Mikroskopie und Standard-PCR.

Mittels Blutausstrich und Lichtmikroskopie entdeckten die Forscher in 25% der Proben Malariaparasiten. Mit dem PCR-Standardtest wurden 50% der Proben positiv getestet. Die neu entwickelten Methoden erwiesen sich als nochmals deutlich empfindlicher und entdeckten in 58% der Proben Parasiten.

In der nun publizierten Studie zeigen die Forscher damit, dass sogar der heutige PCR-Goldstandard die Verbreitung des Malariaerregers um etwa ein Sechstel unterschätzte. In 40% dieser falsch-negativen ‚versteckten’ Proben fanden die Forscher ausserdem Gametozyten.

Diese infektiöse Parasitenform kann während eines Mückenstichs auf die Mücke übertragen werden und setzt so den Übertragungszyklus fort. Möglicherweise könnten also auch kleinste Parasitenmengen im Blut ausreichen, um den Lebenszyklus des Parasiten aufrechtzuerhalten.

Die neuen Tests benötigen nur kleine Blutmengen und sind daher besonders für gross angelegte Feldstudien geeignet. Allerdings ist die Analyse der Proben derzeit nur in speziell ausgestatteten Laboratorien möglich. Bisher beschränken sich die Tests ausserdem auf die in Afrika am weitesten verbreitete Spezies 'Plasmodium falciparum', den Erreger der Malaria Tropica.

Mit dem Rückgang der Malaria in vielen Ländern wird es immer schwieriger subklinische Malariainfektionen zu erkennen. Erwachsene tragen oft kleine Mengen des Malariaparasiten über lange Zeit in sich, ohne dass diese Symptome hervorrufen. Hochsensible Tests sind daher notwendig, um auch versteckte Malariainfektionen zu erkennen. Nur so können die Auswirkungen der Malaria-Kontrollprogramme genau gemessen und überwacht werden.

Publikation
Hofmann N, Mwingira F, Shekalaghe S, Robinson LJ, Mueller I, Felger I (2015) Ultra-Sensitive Detection of Plasmodium falciparum by Amplification of Multi-Copy Subtelomeric Targets. PLoS Med 12(2) 2014 http://journals.plos.org/plosmedicine/article?id=10.1371/journal.pmed.1001788

Kontakt
Ingrid Felger, Schweizerisches Tropen- und Public Health-Institut (Swiss TPH), Basel, Schweiz
ingrid.felger@unibas.ch

Weitere Informationen:

http://goo.gl/pMKD4G

Dr. Christian Heuss | idw - Informationsdienst Wissenschaft
Weitere Informationen:
http://www.swisstph.ch/

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