Forum für Wissenschaft, Industrie und Wirtschaft

Hauptsponsoren:     3M 
Datenbankrecherche:

 

Forscher entwickeln innovative Klebstoffe für Flaschenetiketten

21.03.2013
Nicht nur Biertrinker kennen das Problem: Wenn im Sommer die Getränke in einen Eimer mit Eiswasser gestellt und dort gekühlt werden, lösen sich nach kurzer Zeit die Etiketten ab.

Das ändert zwar nichts am Geschmack des Kaltgetränks – aber die nackte Flasche hält man eben nicht so gerne in der Hand wie eine mit buntem Etikett. An der Hochschule Niederrhein arbeiten Wissenschaftler an einem Klebstoff, der eiswasserbeständig, umweltverträglich und schnell zu verarbeiten ist – und mit dessen Hilfe die Etiketten auch nach intensiver Wasser-Kühlung auf der Flasche bleiben.

Das Projekt „Innovative Klebetechnologien“ ist eines von fünf Teilprojekten des Majeuren-Interreg IV A Technologie-Kompetenz-Verbundes „Funktionale Oberflächen“ (TKV FO), das insgesamt mit einem Volumen von 7,48 Millionen Euro ausgestattet ist. Lead-Partner unter den insgesamt 41 Projektpartnern ist die Hochschule Niederrhein. Das Teilprojekt wird im Institut für Lacke und Oberflächenchemie (ILOC) der Hochschule Niederrhein von Prof. Dr. Ernst Cleve mit seinen wissenschaftlichen Mitarbeitern Frau Dr. Katharina Knopf und B.Sc. Katharina Wegner bearbeitet. Partner des Teilprojekts Innovative Klebetechnologie sind ebenfalls zahlreiche Unternehmen aus dem grenzübergreifenden Euregio-Gebiet.

Im Chemielabor an der Adlerstraße in Krefeld testet Katharina Wegner, wissenschaftliche Mitarbeiterin im ILOC-Institut am Fachbereich Chemie, die Klebstoffe auf ihre Viskosität, also ihre Zähflüssigkeit. Dafür streicht sie Klebstoff auf eine Metallplatte. Anschließend fährt der Kopf des Rehometers darauf und schert viereinhalb Minuten lang durch den Kleber. Dabei wird die Kraft gemessen, die benötigt wird, um den Kleber zu bewegen. Die 27-jährige Wissenschaftlerin möchte herausfinden, wie sich die Viskosität des Klebers über einen längeren Zeitraum hin verändert. Außerdem ist die Frage relevant, wie der Klebstoff auf unterschiedliche Lagertemperaturen reagiert.

Das Besondere an dem Kleber, dessen Viskosität bei verschiedenen Temperaturen im Chemielabor getestet wird: Er muss beim Flaschenreycling umweltschonend von den Flaschen abgewaschen werden können. „Das ist bei der Entwicklung des Klebstoffs eine Gratwanderung“, weiß Katharina Wegner. Der Klebstoff muss noch einer weiteren Anforderung gerecht werden: im Abwasser der Flaschenreinigungsanlage muss er eine gute biologische Abbaubarkeit zeigen. Auch hier werden weitere Verbesserungen angestrebt.

Um die Wirtschaftlichkeit zu optimieren, sind die Applikationseigenschaften des Klebers entscheidend. Dabei geht es darum, die Nasskklebekraft zu erhöhen, den Trocknungsprozess zu beschleunigen, die Maschinengängigkeit sicherzustellen und natürlich die Produktionskosten im Auge zu halten.

Das Projekt „Innovative Klebetechnologien“ besteht noch aus einem weiteren Teilprojekt. Neben dem Klebstoff für Flaschenetiketten wird ein Kleber entwickelt, der für Reperaturarbeiten an den großen Hüpfburgen auf In- und Outdoorspielplätzen oder in Schwimmbädern genutzt werden kann. Bislang müssen die Hüpfburgen, wenn sie an einer Stelle reißen, aufwendig geschweißt werden. Im Rahmen des Projekts wird an einem Kleber gearbeitet, mit dem die Flicken auf die gerissenen Stellen schnell und einfach geklebt werden können. Der Kleber muss wasserfest sein und seine Elastizität behalten sowie frei von geruchsintensivem Lösemittel (VOC Volatile Organic Compounds, steht für flüchtige organische Verbindungen) sein. „Zu diesem Projekt werden wir in unseren Labor Reißtests vornehmen und ebenfalls die Eigenschaften des Klebstoffs untersuchen“, sagt Dr. Katharina Knopf, wissenschaftliche Mitarbeitern am ILOC-Institut der Hochschule Niederrhein.

Das ILOC ist ein Forschungsinstitut auf dem Gebiet der Lacke und Oberflächenchemie. Arbeitsschwerpunkt ist die Erforschung von neuen Oberflächenbeschichtungen und Modifikationen (physikalisch und chemisch) sowie Funktionalisierung und Imprägnierung von Polymeren und Lacksystemen und deren Charakterisierungen.

Partner bei dem Projekt „Innovative Klebetechnologien“ sind neben der Hochschule Niederrhein: Cph Essen GmbH, Algura GmbH, KISS Int. BV (NL), Pb Stauder GmbH, Airkraft GmbH, Westfälische Hochschule Gelsenkirchen, WiN Emscher-Lippe GmbH und Schmalz GmbH. Das Projekt wird begleitet vom zuständigen Projektmanagement bei der euregio rhein-maas-nord in Mönchengladbach.

Pressekontakt: Dr. Christian Sonntag, Referat für Presse- und Öffentlichkeitsarbeit der Hochschule Niederrhein,

Tel.: 02151 822-3610, E-Mail: christian.Sonntag@hs-niederrhein.de

Dr. Christian Sonntag | idw
Weitere Informationen:
http://www.hs-niederrhein.de

Weitere Nachrichten aus der Kategorie Biowissenschaften Chemie:

nachricht Dichtes Gefäßnetz reguliert Bildung von Thrombozyten im Knochenmark
25.07.2017 | Rudolf-Virchow-Zentrum für Experimentelle Biomedizin der Universität Würzburg

nachricht Welcher Scotch ist es?
25.07.2017 | Gesellschaft Deutscher Chemiker e.V.

Alle Nachrichten aus der Kategorie: Biowissenschaften Chemie >>>

Die aktuellsten Pressemeldungen zum Suchbegriff Innovation >>>

Die letzten 5 Focus-News des innovations-reports im Überblick:

Im Focus: Kohlenstoff-Nanoröhrchen verwandeln Strom in leuchtende Quasiteilchen

Starke Licht-Materie-Kopplung in diesen halbleitenden Röhrchen könnte zu elektrisch gepumpten Lasern führen

Auch durch Anregung mit Strom ist die Erzeugung von leuchtenden Quasiteilchen aus Licht und Materie in halbleitenden Kohlenstoff-Nanoröhrchen möglich....

Im Focus: Carbon Nanotubes Turn Electrical Current into Light-emitting Quasi-particles

Strong light-matter coupling in these semiconducting tubes may hold the key to electrically pumped lasers

Light-matter quasi-particles can be generated electrically in semiconducting carbon nanotubes. Material scientists and physicists from Heidelberg University...

Im Focus: Breitbandlichtquellen mit flüssigem Kern

Jenaer Forschern ist es gelungen breitbandiges Laserlicht im mittleren Infrarotbereich mit Hilfe von flüssigkeitsgefüllten optischen Fasern zu erzeugen. Mit den Fasern lieferten sie zudem experimentelle Beweise für eine neue Dynamik von Solitonen – zeitlich und spektral stabile Lichtwellen – die aufgrund der besonderen Eigenschaften des Flüssigkerns entsteht. Die Ergebnisse der Arbeiten publizierte das Jenaer Wissenschaftler-Team vom Leibniz-Instituts für Photonische Technologien (Leibniz-IPHT), dem Fraunhofer-Insitut für Angewandte Optik und Feinmechanik, der Friedrich-Schiller-Universität Jena und des Helmholtz-Insituts im renommierten Fachblatt Nature Communications.

Aus einem ultraschnellen intensiven Laserpuls, den sie in die Faser einkoppeln, erzeugen die Wissenschaftler ein, für das menschliche Auge nicht sichtbares,...

Im Focus: Flexible proximity sensor creates smart surfaces

Fraunhofer IPA has developed a proximity sensor made from silicone and carbon nanotubes (CNT) which detects objects and determines their position. The materials and printing process used mean that the sensor is extremely flexible, economical and can be used for large surfaces. Industry and research partners can use and further develop this innovation straight away.

At first glance, the proximity sensor appears to be nothing special: a thin, elastic layer of silicone onto which black square surfaces are printed, but these...

Im Focus: 3-D scanning with water

3-D shape acquisition using water displacement as the shape sensor for the reconstruction of complex objects

A global team of computer scientists and engineers have developed an innovative technique that more completely reconstructs challenging 3D objects. An ancient...

Alle Focus-News des Innovations-reports >>>

Anzeige

Anzeige

IHR
JOB & KARRIERE
SERVICE
im innovations-report
in Kooperation mit academics
Veranstaltungen

2. Spitzentreffen »Industrie 4.0 live«

25.07.2017 | Veranstaltungen

Gipfeltreffen der String-Mathematik: Internationale Konferenz StringMath 2017

24.07.2017 | Veranstaltungen

Von atmosphärischen Teilchen bis hin zu Polymeren aus nachwachsenden Rohstoffen

24.07.2017 | Veranstaltungen

 
VideoLinks
B2B-VideoLinks
Weitere VideoLinks >>>
Aktuelle Beiträge

IT-Experten entdecken Chancen für den Channel-Markt

25.07.2017 | Unternehmensmeldung

Erst hot dann Schrott! – Elektronik-Überhitzung effektiv vorbeugen

25.07.2017 | Seminare Workshops

Dichtes Gefäßnetz reguliert Bildung von Thrombozyten im Knochenmark

25.07.2017 | Biowissenschaften Chemie