Forum für Wissenschaft, Industrie und Wirtschaft

Hauptsponsoren:     3M 
Datenbankrecherche:

 

Forscher entdecken neue chemische Verbindung

31.05.2016

Wissenschaftler der Universität Leipzig haben in Zusammenarbeit mit Kollegen der Friedrich-Alexander Universität Erlangen-Nürnberg und der Staatlichen Universität für Informationstechnologien, Mechanik und Optik (ITMO) in St. Petersburg eine ganz neue Eigenschaft einer chemischen Verbindungsklasse entdeckt. "Neben interessanten magnetischen Eigenschaften zeichnen sich Kristalle dieser Verbindung auch durch sogenannte Doppelbrechung aus", erklärt Prof. Dr. Evamarie Hey-Hawkins, Chemikerin der Universität Leipzig und Leiterin der Arbeitsgruppe. Ihre Forschungsergebnisse haben die Wissenschaftler in der renommierten Fachzeitschrift "Dalton Transactions" als Titelbeitrag veröffentlicht.

Doppelbrechung ist ein Phänomen, bei dem das einfallende Licht in zwei Komponenten zerlegt wird die unterschiedlich stark gebrochen werden, sodass bei geeigneter Blickrichtung zwei Bilder zu sehen sind. Sie findet beispielsweise Anwendung in Polarisatoren.

Diese Bauteile können als Filter für bestimmte polarisierte elektromagnetische Wellen dienen. Sogenannte Polarisationsgläser, die den gleichen Effekt haben, werden unter anderem auch in einigen Sonnenbrillen verwendet.

In ihrer Publikation beschreiben die Chemiker erstmals die Beobachtung von Doppelbrechung bei einer porösen Koordinationsverbindung.

"Durch detaillierte Analyse der dreidimensionalen Struktur dieser Verbindung, den Gerüstaufbau und die Hohlräume, geben wir eine plausible Erklärung für das Phänomen der Doppelbrechung. Dadurch könnten sich auch ganz neue Möglichkeiten im Bereich der Nanophotonik eröffnen", sagt Hey-Hawkins. Die Nanophotonik befasst sich mit Grundlagen und Anwendungen von optischen Verfahren und Technologien auf die Übertragung, Speicherung und Verarbeitung von Information.

Die seit fünf Jahren bestehende Kooperation zwischen der Gruppe von Prof. Alexandr Vinogradov von der ITMO Universität in St. Petersburg und Prof. Hey-Hawkins hat bereits zu mehreren hochrangigen Publikationen geführt. Im Mai und Juni kommen zwei Doktoranden aus St. Petersburg im Rahmen des "Erasmus+"-Programms für jeweils drei Monate an die Universität Leipzig, um im Arbeitskreis von Prof. Hey-Hawkins zu forschen.

Der renommierten Chemikerin der Universität Leipzig wurde erst kürzlich die Ehrendoktorwürde der Ss. Cyril and Methodius Universität in Skopje, Mazedonien, verliehen. Damit wurden ihre herausragenden wissenschaftlichen Leistungen, aber auch ihr umfangreiches Engagement in internationalen Kooperationen, speziell mit der Ss. Cyril and Methodius Universität, gewürdigt.

Originaltitel der Veröffentlichung in "Dalton Transactions":
"Unique anisotropic optical properties of a highly stable metal-organic framework based on trinuclear iron(III) secondary building units linked by tetracarboxylic linkers with an anthracene core"
DOI: 10.1039/C6DT00390G

Ansprechpartnerin:
Prof. Dr. Evamarie Hey-Hawkins
Institut für Anorganische Chemie
Telefon: +49 341 97-36151
E-Mail: hey@uni-leipzig.de

Weitere Informationen:

http://pubs.rsc.org/en/Content/ArticleLanding/2016/DT/C6DT00390G#!divAbstract

Dipl.-Journ. Carsten Heckmann | Universität Leipzig
Weitere Informationen:
http://www.uni-leipzig.de

Weitere Nachrichten aus der Kategorie Biowissenschaften Chemie:

nachricht Licht zur Herstellung energiereicher Chemikalien nutzen
22.05.2018 | Friedrich-Schiller-Universität Jena

nachricht Junger Embryo verspeist gefährliche Zelle
22.05.2018 | Rudolf-Virchow-Zentrum für Experimentelle Biomedizin der Universität Würzburg

Alle Nachrichten aus der Kategorie: Biowissenschaften Chemie >>>

Die aktuellsten Pressemeldungen zum Suchbegriff Innovation >>>

Die letzten 5 Focus-News des innovations-reports im Überblick:

Im Focus: Bose-Einstein-Kondensat im Riesenatom - Universität Stuttgart untersucht exotisches Quantenobjekt

Passt eine ultrakalte Wolke aus zehntausenden Rubidium-Atomen in ein einzelnes Riesenatom? Forscherinnen und Forschern am 5. Physikalischen Institut der Universität Stuttgart ist dies erstmals gelungen. Sie zeigten einen ganz neuen Ansatz, die Wechselwirkung von geladenen Kernen mit neutralen Atomen bei weitaus niedrigeren Temperaturen zu untersuchen, als es bisher möglich war. Dies könnte einen wichtigen Schritt darstellen, um in Zukunft quantenmechanische Effekte in der Atom-Ion Wechselwirkung zu studieren. Das renommierte Fachjournal Physical Review Letters und das populärwissenschaftliche Begleitjournal Physics berichteten darüber.*)

In dem Experiment regten die Forscherinnen und Forscher ein Elektron eines einzelnen Atoms in einem Bose-Einstein-Kondensat mit Laserstrahlen in einen riesigen...

Im Focus: Algorithmen für die Leberchirurgie – weltweit sicherer operieren

Die Leber durchlaufen vier komplex verwobene Gefäßsysteme. Die chirurgische Entfernung von Tumoren ist daher oft eine schwierige Aufgabe. Das Fraunhofer-Institut für Bildgestützte Medizin MEVIS hat Algorithmen entwickelt, die die Bilddaten von Patienten analysieren und chirurgische Risiken berechnen. Leberkrebsoperationen werden damit besser planbar und sicherer.

Jährlich erkranken weltweit 750.000 Menschen neu an Leberkrebs, viele weitere entwickeln Lebermetastasen aufgrund anderer Krebserkrankungen. Ein chirurgischer...

Im Focus: Positronen leuchten besser

Leuchtstoffe werden schon lange benutzt, im Alltag zum Beispiel im Bildschirm von Fernsehgeräten oder in PC-Monitoren, in der Wissenschaft zum Untersuchen von Plasmen, Teilchen- oder Antiteilchenstrahlen. Gleich ob Teilchen oder Antiteilchen – treffen sie auf einen Leuchtstoff auf, regen sie ihn zum Lumineszieren an. Unbekannt war jedoch bisher, dass die Lichtausbeute mit Elektronen wesentlich niedriger ist als mit Positronen, ihren Antiteilchen. Dies hat Dr. Eve Stenson im Max-Planck-Institut für Plasmaphysik (IPP) in Garching und Greifswald jetzt beim Vorbereiten von Experimenten mit Materie-Antimaterie-Plasmen entdeckt.

„Wäre Antimaterie nicht so schwierig herzustellen, könnte man auf eine Ära hochleuchtender Niederspannungs-Displays hoffen, in der die Leuchtschirme nicht von...

Im Focus: Erklärung für rätselhafte Quantenoszillationen gefunden

Sogenannte Quanten-Vielteilchen-„Scars“ lassen Quantensysteme länger außerhalb des Gleichgewichtszustandes verweilen. Studie wurde in Nature Physics veröffentlicht

Forschern der Harvard Universität und des MIT war es vor kurzem gelungen, eine Rekordzahl von 53 Atomen einzufangen und ihren Quantenzustand einzeln zu...

Im Focus: Explanation for puzzling quantum oscillations has been found

So-called quantum many-body scars allow quantum systems to stay out of equilibrium much longer, explaining experiment | Study published in Nature Physics

Recently, researchers from Harvard and MIT succeeded in trapping a record 53 atoms and individually controlling their quantum state, realizing what is called a...

Alle Focus-News des Innovations-reports >>>

Anzeige

Anzeige

VideoLinks
Industrie & Wirtschaft
Veranstaltungen

48V im Fokus!

21.05.2018 | Veranstaltungen

„Data Science“ – Theorie und Anwendung: Internationale Tagung unter Leitung der Uni Paderborn

18.05.2018 | Veranstaltungen

Visual-Computing an Bord der MS Wissenschaft

17.05.2018 | Veranstaltungen

VideoLinks
Wissenschaft & Forschung
Weitere VideoLinks im Überblick >>>
 
Aktuelle Beiträge

48V im Fokus!

21.05.2018 | Veranstaltungsnachrichten

Bose-Einstein-Kondensat im Riesenatom - Universität Stuttgart untersucht exotisches Quantenobjekt

18.05.2018 | Physik Astronomie

Countdown für Kilogramm, Kelvin und Co.

18.05.2018 | Physik Astronomie

Weitere B2B-VideoLinks
IHR
JOB & KARRIERE
SERVICE
im innovations-report
in Kooperation mit academics