Forum für Wissenschaft, Industrie und Wirtschaft

Hauptsponsoren:     3M 
Datenbankrecherche:

 

Forscher der BASF entwickeln neuen Katalysator für die Fischer-Tropsch-Synthese

29.09.2008
Mit flexibler Rohstoff-Basis in die Zukunft starten / Verfahren zur Herstellung von Olefinen aus Synthesegas soll den BASF-Verbund langfristig weiter stärken

Vor dem Hintergrund der hohen Preise für Naphtha (Rohbenzin) als Einsatzstoff von Steamcrackern erfahren alternative Verfahren zur Rohstoffversorgung derzeit in der chemischen Industrie eine neue Bewertung.

Ein lange bekanntes Verfahren ist die Fischer-Tropsch-Synthese zur großtechnischen Umwandlung von Synthesegas (Kohlenmonoxid und Wasserstoff) in Kohlenwasserstoffe. Experten aus der Katalyseforschung der BASF in Ludwigshafen haben für dieses Verfahren nun einen neuen Katalysator entwickelt, der die gezielte Herstellung von Olefinen für den Produktionsverbund des Unternehmens ermöglicht. Mit diesem wichtigen Erfolg ist der Startschuss für die verfahrenstechnische Umsetzung gefallen, die bis Mitte des nächsten Jahrzehnts abgeschlossen sein soll.

"Der Einsatz von Synthesegas soll uns in Zukunft die Möglichkeit eröffnen, unsere Rohstoff-Basis zu verbreitern", betont Dr. Andreas Kreimeyer, Mitglied des Vorstands der BASF und Sprecher der Forschung. "Denn Synthesegas lässt sich sowohl aus den fossilen Rohstoffen Öl, Gas und Kohle gewinnen als auch aus nachwachsenden Rohstoffen." Aufgrund dieser Flexibilität, die sie einerseits bei den Rohstoffen ermöglicht, andererseits aber auch bei den synthetisierten Produkten bietet, kann die erfolgreiche Weiterentwicklung der Fischer-Tropsch-Synthese eine interessante Alternative zur Cracker-Technologie werden. Das wirtschaftliche Potenzial für eine mögliche Umsetzung des Verfahrens in einer Großanlage ist dabei natürlich abhängig von den Kosten für Rohstoffe. Bei den heutigen Naphthakosten ist die Wirtschaftlichkeit gegeben.

"Die Entwicklung des neuen heterogenen Katalysators ist soweit fortge-schritten, dass wir nun damit beginnen können, das Verfahren dafür maß-zuschneidern", erklärt Professor Dr. Rainer Diercks, Leiter des Kompe-tenzzentrums Forschung und Technologie Chemikalien der BASF und Sprecher des Wachstumsclusters Rohstoffwandel. Mit Hilfe der Miniplant-Technologie werden die Experten klären, wie die optimalen Reaktionsbedingungen aussehen und wie sich der Katalysator unter Produktionsbedingungen verhält. Kern der bisherigen Entwicklungsarbeiten war die signifikante Erhöhung der Selektivität für die Produktion von Olefinen mit zwei bis vier Kohlenstoffatomen. "Dabei haben unsere Forscher in nur zwei Jahren seit dem Projektstart Mitte 2006 erhebliche Erfolge erzielt", freut sich Professor Diercks. "Das zeigt die große Expertise der Mitarbeiter und die herausragende Stellung der BASF in der Katalysatorforschung."

Für die Forschungsarbeiten im Wachstumscluster Rohstoffwandel stehen bei der BASF in den Jahren 2006 bis 2008 insgesamt etwa 100 Millionen Euro zur Verfügung. Dabei befassen sich die Wissenschaftler mit der ganzen Bandbreite an Optionen, die es für eine mögliche Ergänzung des Erdölproduktes Naphtha durch andere Rohstoffe für die verschiedenen Wertschöpfungsketten gibt.

Solche Optionen sieht die BASF nicht allein im verstärkten Einsatz von nachwachsenden Rohstoffen, sondern insbesondere bei Erdgas und auf längere Sicht auch bei Kohle. Voraussetzung für die schrittweise Realisierung eines Rohstoffwandels sind in jedem Fall Verfahrensinnovationen zur stofflichen Nutzung der alternativen Kohlenstoffquellen.

Christian Böhme | idw
Weitere Informationen:
http://www.basf.com

Weitere Nachrichten aus der Kategorie Biowissenschaften Chemie:

nachricht Ionen gegen Herzrhythmusstörungen – Nicht-invasive Alternative zu Katheter-Eingriff
20.01.2017 | GSI Helmholtzzentrum für Schwerionenforschung GmbH

nachricht Leibwächter im Darm mit chemischer Waffe
20.01.2017 | Max-Planck-Institut für chemische Ökologie

Alle Nachrichten aus der Kategorie: Biowissenschaften Chemie >>>

Die aktuellsten Pressemeldungen zum Suchbegriff Innovation >>>

Die letzten 5 Focus-News des innovations-reports im Überblick:

Im Focus: Innovatives Hochleistungsmaterial: Biofasern aus Florfliegenseide

Neuartige Biofasern aus einem Seidenprotein der Florfliege werden am Fraunhofer-Institut für Angewandte Polymerforschung IAP gemeinsam mit der Firma AMSilk GmbH entwickelt. Die Forscher arbeiten daran, das Protein in großen Mengen biotechnologisch herzustellen. Als hochgradig biegesteife Faser soll das Material künftig zum Beispiel in Leichtbaukunststoffen für die Verkehrstechnik eingesetzt werden. Im Bereich Medizintechnik sind beispielsweise biokompatible Seidenbeschichtungen von Implantaten denkbar. Ein erstes Materialmuster präsentiert das Fraunhofer IAP auf der Internationalen Grünen Woche in Berlin vom 20.1. bis 29.1.2017 in Halle 4.2 am Stand 212.

Zum Schutz des Nachwuchses vor bodennahen Fressfeinden lagern Florfliegen ihre Eier auf der Unterseite von Blättern ab – auf der Spitze von stabilen seidenen...

Im Focus: Verkehrsstau im Nichts

Konstanzer Physiker verbuchen neue Erfolge bei der Vermessung des Quanten-Vakuums

An der Universität Konstanz ist ein weiterer bedeutender Schritt hin zu einem völlig neuen experimentellen Zugang zur Quantenphysik gelungen. Das Team um Prof....

Im Focus: Traffic jam in empty space

New success for Konstanz physicists in studying the quantum vacuum

An important step towards a completely new experimental access to quantum physics has been made at University of Konstanz. The team of scientists headed by...

Im Focus: Textiler Hochwasserschutz erhöht Sicherheit

Wissenschaftler der TU Chemnitz präsentieren im Februar und März 2017 ein neues temporäres System zum Schutz gegen Hochwasser auf Baumessen in Chemnitz und Dresden

Auch die jüngsten Hochwasserereignisse zeigen, dass vielerorts das natürliche Rückhaltepotential von Uferbereichen schnell erschöpft ist und angrenzende...

Im Focus: Wie Darmbakterien krank machen

HZI-Forscher entschlüsseln Infektionsmechanismen von Yersinien und Immunantworten des Wirts

Yersinien verursachen schwere Darminfektionen. Um ihre Infektionsmechanismen besser zu verstehen, werden Studien mit dem Modellorganismus Yersinia...

Alle Focus-News des Innovations-reports >>>

Anzeige

Anzeige

IHR
JOB & KARRIERE
SERVICE
im innovations-report
in Kooperation mit academics
Veranstaltungen

Mittelstand 4.0 – Mehrwerte durch Digitalisierung: Hintergründe, Beispiele, Lösungen

20.01.2017 | Veranstaltungen

Nachhaltige Wassernutzung in der Landwirtschaft Osteuropas und Zentralasiens

19.01.2017 | Veranstaltungen

Künftige Rohstoffexperten aus aller Welt in Freiberg zur Winterschule

18.01.2017 | Veranstaltungen

 
VideoLinks
B2B-VideoLinks
Weitere VideoLinks >>>
Aktuelle Beiträge

21.500 Euro für eine grüne Zukunft – Unserer Umwelt zuliebe

20.01.2017 | Unternehmensmeldung

innovations-report im Interview mit Rolf-Dieter Lafrenz, Gründer und Geschäftsführer der Hamburger Start ups Cargonexx

20.01.2017 | Unternehmensmeldung

Niederlande: Intelligente Lösungen für Bahn und Stahlindustrie werden gefördert

20.01.2017 | Förderungen Preise