Forum für Wissenschaft, Industrie und Wirtschaft

Hauptsponsoren:     3M 
Datenbankrecherche:

 

Fischweibchen schätzen Stromschlag des Werbers

27.11.2008
Elektrische Fische nutzen Strom auch als Paarungsattraktion

Afrikanische Elefantenfische nutzen ihr Stromorgan nicht nur zur Nahrungssuche in den schlammigen Flüssen Zentralafrikas, sondern offensichtlich auch zur Brauterkennung.

Die Evolutionsbiologen Philine Feulner und Ralph Tiedemann von der Universität Potsdam haben in einer nun publizierten Studie im Fachmagazin Biology Letters herausgefunden, dass die Form der elektrischen Impulse auch dazu dienen, nur Fische der gleichen Art aufeinander treffen zu lassen. Rein äußerlich ist es selbst für Forscher schwierig die einzelnen Spezies der Elefantenfische voneinander zu unterscheiden.

Das elektrische Erkennungssignal trägt dazu bei, den Genaustausch zwischen äußerlich kaum unterscheidbaren Spezies in ein und demselben Flussbecken im Kongobecken einzuschränken. Die Fische der Spezies Campylomormyrus rhynchophorus, die von Aquarianern auch als Elefantenfisch, bezeichnet werden, gehören zu den schwach elektrischen Fischen. Mit einem eigenen Stromorgan können die Tiere ein schwaches elektrisches Feld in der Größenordnung von einem bis zwei Volt erzeugen. Mit Hilfe von Störungen in diesem Stromfeld können die Tiere Beutetiere aufspüren. "Wir haben entdeckt, dass die Stromentladungen bei den verschiedenen Fisch-Spezies unterschiedlich lang sind und sie sich allein dadurch schon deutlich voneinander unterscheiden", so Tiedemann gegenüber pressetext. Das Frappante daran sei, dass die näher miteinander verwandten Arten sich ganz besonders stark voneinander unterscheiden, erklärt der Forscher.

Im Aquarien-Versuch bestätigte sich die Vermutung der Forscher schließlich: Bei der Konfrontation verschiedenen männlicher Fischarten in einem Becken mit einem Weibchen, hielt sich das Weibchen bevorzugt in der Nähe des Männchens der eigenen Art auf - und das obwohl die Tiere durch feine Gitternetze von einander getrennt waren. Eine Testwiederholung mit künstlichen Stromquellen bestätigte die Vermutung der Wissenschaftler.

"Die einzelnen Spezies der Elefantenfische können sich wahrscheinlich nicht miteinander paaren", erklärt Tiedemann, "Obwohl die Fische neben einander im Fluss leben, sich also den gleichen Lebensraum miteinander teilen, haben sie sich genetisch völlig anders entwickelt", so der Evolutionsbiologe abschließend gegenüber pressetext.

Wolfgang Weitlaner | pressetext.deutschland
Weitere Informationen:
http://www.bio.uni-potsdam.de

Weitere Nachrichten aus der Kategorie Biowissenschaften Chemie:

nachricht Symbiose-Bakterien: Vom blinden Passagier zum Leibwächter des Wollkäfers
28.04.2017 | Johannes Gutenberg-Universität Mainz

nachricht Forschungsteam entdeckt Mechanismus zur Aktivierung der Reproduktion bei Pflanzen
28.04.2017 | Universität Hamburg

Alle Nachrichten aus der Kategorie: Biowissenschaften Chemie >>>

Die aktuellsten Pressemeldungen zum Suchbegriff Innovation >>>

Die letzten 5 Focus-News des innovations-reports im Überblick:

Im Focus: TU Chemnitz präsentiert weltweit einzigartige Pilotanlage für nachhaltigen Leichtbau

Wickelprinzip umgekehrt: Orbitalwickeltechnologie soll neue Maßstäbe in der großserientauglichen Fertigung komplexer Strukturbauteile setzen

Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter des Bundesexzellenzclusters „Technologiefusion für multifunktionale Leichtbaustrukturen" (MERGE) und des Instituts für...

Im Focus: Smart Wireless Solutions: EU-Großprojekt „DEWI“ liefert Innovationen für eine drahtlose Zukunft

58 europäische Industrie- und Forschungspartner aus 11 Ländern forschten unter der Leitung des VIRTUAL VEHICLE drei Jahre lang, um Europas führende Position im Bereich Embedded Systems und dem Internet of Things zu stärken. Die Ergebnisse von DEWI (Dependable Embedded Wireless Infrastructure) wurden heute in Graz präsentiert. Zu sehen war eine Fülle verschiedenster Anwendungen drahtloser Sensornetzwerke und drahtloser Kommunikation – von einer Forschungsrakete über Demonstratoren zur Gebäude-, Fahrzeug- oder Eisenbahntechnik bis hin zu einem voll vernetzten LKW.

Was vor wenigen Jahren noch nach Science-Fiction geklungen hätte, ist in seinem Ansatz bereits Wirklichkeit und wird in Zukunft selbstverständlicher Teil...

Im Focus: Weltweit einzigartiger Windkanal im Leipziger Wolkenlabor hat Betrieb aufgenommen

Am Leibniz-Institut für Troposphärenforschung (TROPOS) ist am Dienstag eine weltweit einzigartige Anlage in Betrieb genommen worden, mit der die Einflüsse von Turbulenzen auf Wolkenprozesse unter präzise einstellbaren Versuchsbedingungen untersucht werden können. Der neue Windkanal ist Teil des Leipziger Wolkenlabors, in dem seit 2006 verschiedenste Wolkenprozesse simuliert werden. Unter Laborbedingungen wurden z.B. das Entstehen und Gefrieren von Wolken nachgestellt. Wie stark Luftverwirbelungen diese Prozesse beeinflussen, konnte bisher noch nicht untersucht werden. Deshalb entstand in den letzten Jahren eine ergänzende Anlage für rund eine Million Euro.

Die von dieser Anlage zu erwarteten neuen Erkenntnisse sind wichtig für das Verständnis von Wetter und Klima, wie etwa die Bildung von Niederschlag und die...

Im Focus: Nanoskopie auf dem Chip: Mikroskopie in HD-Qualität

Neue Erfindung der Universitäten Bielefeld und Tromsø (Norwegen)

Physiker der Universität Bielefeld und der norwegischen Universität Tromsø haben einen Chip entwickelt, der super-auflösende Lichtmikroskopie, auch...

Im Focus: Löschbare Tinte für den 3-D-Druck

Im 3-D-Druckverfahren durch Direktes Laserschreiben können Mikrometer-große Strukturen mit genau definierten Eigenschaften geschrieben werden. Forscher des Karlsruher Institus für Technologie (KIT) haben ein Verfahren entwickelt, durch das sich die 3-D-Tinte für die Drucker wieder ‚wegwischen‘ lässt. Die bis zu hundert Nanometer kleinen Strukturen lassen sich dadurch wiederholt auflösen und neu schreiben - ein Nanometer entspricht einem millionstel Millimeter. Die Entwicklung eröffnet der 3-D-Fertigungstechnik vielfältige neue Anwendungen, zum Beispiel in der Biologie oder Materialentwicklung.

Beim Direkten Laserschreiben erzeugt ein computergesteuerter, fokussierter Laserstrahl in einem Fotolack wie ein Stift die Struktur. „Eine Tinte zu entwickeln,...

Alle Focus-News des Innovations-reports >>>

Anzeige

Anzeige

IHR
JOB & KARRIERE
SERVICE
im innovations-report
in Kooperation mit academics
Veranstaltungen

Internationaler Tag der Immunologie - 29. April 2017

28.04.2017 | Veranstaltungen

Kampf gegen multiresistente Tuberkulose – InfectoGnostics trifft MYCO-NET²-Partner in Peru

28.04.2017 | Veranstaltungen

123. Internistenkongress: Traumata, Sprachbarrieren, Infektionen und Bürokratie – Herausforderungen

27.04.2017 | Veranstaltungen

 
VideoLinks
B2B-VideoLinks
Weitere VideoLinks >>>
Aktuelle Beiträge

Über zwei Millionen für bessere Bordnetze

28.04.2017 | Förderungen Preise

Symbiose-Bakterien: Vom blinden Passagier zum Leibwächter des Wollkäfers

28.04.2017 | Biowissenschaften Chemie

Wie Pflanzen ihre Zucker leitenden Gewebe bilden

28.04.2017 | Biowissenschaften Chemie