Forum für Wissenschaft, Industrie und Wirtschaft

Hauptsponsoren:     3M 
Datenbankrecherche:

 

Fisch des Jahres 2014: Der Europäische Stör als Flaggschiff für Management von Flüssen

13.11.2013
Er kann bis zu fünf Meter Länge erreichen, 100 Jahre alt werden und ist eine der faszinierendsten Tierarten Europas: der Europäische Stör.

Der Deutsche Angelfischerverband (DAFV) hat in Abstimmung mit dem Bundesamt für Naturschutz (BfN), dem Verband Deutscher Sporttaucher (VDST) und dem Österreichischen Kuratorium für Fischerei und Gewässerschutz (ÖKF) dieses lebende Fossil zum Fisch des Jahres 2014 gewählt.


Europäischer Stör
Foto: Andy Küchenmeister

Am Leibniz-Institut für Gewässerökologie und Binnenfischerei (IGB) in Berlin koordiniert Dr. Jörn Geßner das wissenschaftliche Projekt zur Wiederansiedlung dieses Giganten der Flüsse in europäischen Gewässern.

Der Europäische Stör besiedelte einst in großer Zahl Flüsse und Küstengebiete in Deutschland und europaweit, gilt heute aber als vom Aussterben bedroht. Einzig in der Gironde-Mündung in Frankreich lebt noch ein kleiner Bestand von etwa 200 Tieren. Dieser dient als Ausgansbasis der Arterhaltungs- und Wiedereinbürgerungsbemühungen in Frankreich und Deutschland.

Die Wahl zum Fisch des Jahres wurde vom DAFV mit der Rolle des Störs als Schirmart begründet, um darauf aufmerksam zu machen, dass der Verbau unserer Fließgewässer durch Wehre und Wasserkraftanlagen die Wiederansiedlung von wandernden heimischen Fischarten behindert. So müsse bei der anstehenden Novelle des Erneuerbare Energien Gesetz (EEG) der Fischartenschutz mehr Beachtung finden als bisher, um den Fischen das Wandern zu ermöglichen.

Auch Prof. Dr. Klement Tockner, Direktor am Leibniz-Institut für Gewässerökologie und Binnenfischerei, betont die Bedeutung des Europäischen Störs als Schirmart, um die Anforderungen auch anderer bedrohter Arten für ein nachhaltiges Gewässermanagement zu kommunizieren: „Die Wiederansiedlung des Störs ist ein Leuchtturmprojekt der nationalen Biodiversitätsstrategie. Die biologische Vielfalt unserer Binnengewässer ist einzigartig und stark gefährdet – der Artenverlust im Lebensraum Fluss und See ist etwa vier bis sechs Mal so hoch wie an Land oder im Meer. Eine wichtige Aufgabe von Wissenschaft und Politik zum Erhalt der biologischen Vielfalt ist es daher, Lösungen für Nutzungskonflikte in und an Gewässern zu entwickeln und anzuwenden. Dafür ist das Wiederansiedlungsprojekt des Störs ein exzellentes Beispiel.“

Dr. Jörn Geßner, Leiter des Projekts am IGB, sieht die Entscheidung des DAFV als bedeutendes Signal: „Diese Wahl stützt die Dringlichkeit unserer Arbeit und ist auch nicht unerheblich mit einer Aufforderung zum gemeinsamen Handeln verbunden. Die Wiederansiedlung des Störs als Schirmart großer Flüsse erfordert Managementmaßnahmen über Ländergrenzen hinweg. Der Stör kann jede Hilfe dringend gebrauchen, denn wir haben noch viele Jahre harter Arbeit vor uns, bis das Ziel von sich selbst erhaltenden Populationen in unseren Gewässern erreicht sein wird.“

Kontakt:
Nadja Neumann, Pressereferentin
Leibniz-Institut für Gewässerökologie und Binnenfischerei (IGB)
Müggelseedamm 310
12587 Berlin
(030) 64181631
0170 4549039
nadja.neumann@igb-berlin.de

Gesine Wiemer | Forschungsverbund Berlin e.V.
Weitere Informationen:
http://www.igb-berlin.de
http://www.sturgeon.de/

Weitere Nachrichten aus der Kategorie Biowissenschaften Chemie:

nachricht Wirt oder Gast? Proteomik gibt neue Aufschlüsse über Reaktion von Rifforganismen auf Umweltstress
23.02.2018 | Leibniz-Zentrum für Marine Tropenforschung (ZMT)

nachricht Wie Zellen unterschiedlich auf Stress reagieren
23.02.2018 | Max-Planck-Institut für molekulare Genetik

Alle Nachrichten aus der Kategorie: Biowissenschaften Chemie >>>

Die aktuellsten Pressemeldungen zum Suchbegriff Innovation >>>

Die letzten 5 Focus-News des innovations-reports im Überblick:

Im Focus: Vorstoß ins Innere der Atome

Mit Hilfe einer neuen Lasertechnologie haben es Physiker vom Labor für Attosekundenphysik der LMU und des MPQ geschafft, Attosekunden-Lichtblitze mit hoher Intensität und Photonenenergie zu produzieren. Damit konnten sie erstmals die Interaktion mehrere Photonen in einem Attosekundenpuls mit Elektronen aus einer inneren atomaren Schale beobachten konnten.

Wer die ultraschnelle Bewegung von Elektronen in inneren atomaren Schalen beobachten möchte, der benötigt ultrakurze und intensive Lichtblitze bei genügend...

Im Focus: Attoseconds break into atomic interior

A newly developed laser technology has enabled physicists in the Laboratory for Attosecond Physics (jointly run by LMU Munich and the Max Planck Institute of Quantum Optics) to generate attosecond bursts of high-energy photons of unprecedented intensity. This has made it possible to observe the interaction of multiple photons in a single such pulse with electrons in the inner orbital shell of an atom.

In order to observe the ultrafast electron motion in the inner shells of atoms with short light pulses, the pulses must not only be ultrashort, but very...

Im Focus: Good vibrations feel the force

Eine Gruppe von Forschern um Andrea Cavalleri am Max-Planck-Institut für Struktur und Dynamik der Materie (MPSD) in Hamburg hat eine Methode demonstriert, die es erlaubt die interatomaren Kräfte eines Festkörpers detailliert auszumessen. Ihr Artikel Probing the Interatomic Potential of Solids by Strong-Field Nonlinear Phononics, nun online in Nature veröffentlich, erläutert, wie Terahertz-Laserpulse die Atome eines Festkörpers zu extrem hohen Auslenkungen treiben können.

Die zeitaufgelöste Messung der sehr unkonventionellen atomaren Bewegungen, die einer Anregung mit extrem starken Lichtpulsen folgen, ermöglichte es der...

Im Focus: Good vibrations feel the force

A group of researchers led by Andrea Cavalleri at the Max Planck Institute for Structure and Dynamics of Matter (MPSD) in Hamburg has demonstrated a new method enabling precise measurements of the interatomic forces that hold crystalline solids together. The paper Probing the Interatomic Potential of Solids by Strong-Field Nonlinear Phononics, published online in Nature, explains how a terahertz-frequency laser pulse can drive very large deformations of the crystal.

By measuring the highly unusual atomic trajectories under extreme electromagnetic transients, the MPSD group could reconstruct how rigid the atomic bonds are...

Im Focus: Verlässliche Quantencomputer entwickeln

Internationalem Forschungsteam gelingt wichtiger Schritt auf dem Weg zur Lösung von Zertifizierungsproblemen

Quantencomputer sollen künftig algorithmische Probleme lösen, die selbst die größten klassischen Superrechner überfordern. Doch wie lässt sich prüfen, dass der...

Alle Focus-News des Innovations-reports >>>

Anzeige

Anzeige

VideoLinks
Industrie & Wirtschaft
Veranstaltungen

Von festen Körpern und Philosophen

23.02.2018 | Veranstaltungen

Spannungsfeld Elektromobilität

23.02.2018 | Veranstaltungen

DFG unterstützt Kongresse und Tagungen - April 2018

21.02.2018 | Veranstaltungen

VideoLinks
Wissenschaft & Forschung
Weitere VideoLinks im Überblick >>>
 
Aktuelle Beiträge

Vorstoß ins Innere der Atome

23.02.2018 | Physik Astronomie

Wirt oder Gast? Proteomik gibt neue Aufschlüsse über Reaktion von Rifforganismen auf Umweltstress

23.02.2018 | Biowissenschaften Chemie

Wie Zellen unterschiedlich auf Stress reagieren

23.02.2018 | Biowissenschaften Chemie

Weitere B2B-VideoLinks
IHR
JOB & KARRIERE
SERVICE
im innovations-report
in Kooperation mit academics