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Fehlerhaftes Gen erhöht Eierstockkrebs-Risiko

03.08.2009
Hoffnung auf frühere Diagnose und raschere Behandlung

Ein internationales Wissenschaftlerteam unter der Leitung der Cancer Research UK Genetic Epidemiology Unit an der University of Cambridge und dem University College London (UCL) hat den genetischen Fehler identifiziert, der das Risiko von Eierstockkrebs erhöhen kann. Die Wissenschaftler untersuchten die DNA von 17.000 Frauen.

Die Forscher kamen zu dem Schluss, dass zwei Kopien dieses fehlerhaften Gens die Wahrscheinlichkeit einer Erkrankung um 40 Prozent erhöhen, wie sie in Nature Genetics schreiben. In Großbritannien verfügen rund 15 Prozent der Frauen über diese zwei Kopien. Laut BBC ist Eierstockkrebs der am fünfthäufigsten auftretende Krebs in Großbritannien. Er wird bei rund 6.800 Frauen jährlich neu diagnostiziert. An dieser Krankheit sterben jährlich rund 4.300 Frauen.

Die Gene BRCA1 und BRCA2, die Brustkrebs verursachen, sind bereits dafür bekannt, dass sie das Risiko eines Eierstockkrebses deutlich erhöhen. Fehler in diesen Genen sind jedoch selten und wahrscheinlich für weniger als fünf Prozent der untersuchten Fälle verantwortlich. Aus diesem Grund suchten die Wissenschaftler nach anderen fehlerhaften Genen. Sie untersuchten das Genom von 1.810 erkrankten und 2.535 gesunden Frauen. Das Team analysierte in der Folge 2,5 Mio. Variationen des genetischen Codes und fanden Einzelnukleotid-Polymorphismen (SNPs), die, wenn sie etwas anders "buchstabiert" werden, das Krebsrisiko erhöhen.

Es ist das erste Mal, das ein SNP identifiziert wurde, der eindeutig mit dem Risiko, an Eierstockkrebs zu erkranken, zusammenhängt. Jeder Mensch verfügt über 23 Chromosomenpaare, je ein Paar wird von einem Elternteil vererbt. Das entscheidende SNP findet sich auf dem Chromosom 9. Das Risiko einer Erkrankung ist bei Frauen, die auf beiden Chromosomen Variationen haben 14 von 1.000. Bei jenen, die darüber nicht verfügen liegt es bei zehn von 1.000. Eine fehlerhafte Variante erhöht das Risiko auf zwölf von 1.000.

Diese Studienergebnisse wurden in Zusammenarbeit mit dem internationalen Ovarian Cancer Association Consortium durch die Untersuchung von weiteren 7.000 erkrankten und 10.000 gesunden Frauen bestätigt. Simon Gayther, ein UCL-Wissenschaftler, betonte, dass jetzt echte Hoffnung bestehe, weitere genetische Variationen zu finden und damit jene Frauen zu identifizieren, die dem größten Risiko ausgesetzt sind. Damit würden eine frühere Diagnose und damit auch eine raschere Behandlung möglich.

Michaela Monschein | pressetext.austria
Weitere Informationen:
http://www.cancerresearchuk.org

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