Forum für Wissenschaft, Industrie und Wirtschaft

Hauptsponsoren:     3M 
Datenbankrecherche:

 

Die Fabrik der Zukunft

08.01.2010
Chemiker der Universität Jena an EU-gefördertem Großprojekt beteiligt

Fabriken sollen immer effizienter werden und dennoch umwelt- und ressourcenschonend sein. Der Entwicklung der "Fabrik der Zukunft" widmet sich auch das im letzten Jahr gestartete Projekt "COPIRIDE", das in den nächsten 3,5 Jahren mit elf Millionen Euro von der EU gefördert wird.

Darin will ein internationales Konsortium aus 16 Unternehmen und Wissenschaftsinstitutionen neue Technologien, Prozesse und Fabrikationskonzepte für die ideale Fabrik erstellen. Nicht nur Effizienz und Nachhaltigkeit sollen dadurch verbessert, sondern vor allem ein Ausbau der Innovations- und Wettbewerbsfähigkeit der Chemischen Industrie in Europa erreicht werden. Koordiniert wird das Großprojekt vom Institut für Mikrotechnik Mainz GmbH, beteiligt sind auch Chemiker der Friedrich-Schiller-Universität Jena.

Die Chemische Industrie in Europa steht zunehmend unter Kosten- und ökologischem Druck aufgrund neu entstehender Märkte und hoher Produktionskapazitäten beispielsweise in Asien. Ein erfolgversprechender Ansatz, diesem Wettbewerbsdruck zu begegnen, sehen Experten in der Prozessintensivierung. Anders als bei der Prozessoptimierung, bei der bestehende Prozesse verbessert werden, sollen nun vollkommen neue Konzepte für Prozessschritte und Ausstattung, insbesondere mit Hilfe mikrostrukturierter Reaktoren, erarbeitet werden.

Die Friedrich-Schiller-Universität Jena wird bei COPIRIDE die interne Evaluierung übernehmen und die verschiedenen Konzepte zur Prozessintensivierung kritisch in Hinblick auf ihre ökologischen und ökonomischen Auswirkungen bewerten. "Wir werden die Arbeiten von der Grundlagenforschung bis zur Errichtung von Pilotanlagen durch umfassende Analysen begleiten und somit gezielt Entscheidungsunterstützung bei der Entwicklung umweltfreundlicher, effizienter Verfahren geben", erläutert Dr. Dana Kralisch vom Institut für Technische Chemie und Umweltchemie. Die Umweltchemikerin und ihre Nachwuchsforschergruppe können hierbei auf umfangreiche Erfahrungen mit der Kopplung von Ökobilanzierung und Prozessentwicklung aufbauen. Das EU-Projekt bietet für sie "ideale Voraussetzungen, die Entwicklung nachhaltiger chemischer Prozesse deutlich stringenter voranzutreiben, als dies bisher weltweit geschieht".

Bei COPIRIDE soll eine multifunktionale und universell einsetzbare Anlagenplattform entwickelt werden. In kompaktem Format werden multiple Anlagen/Reaktoren zusammengefasst, so dass sie für verschiedene Vorgänge oder Prozesse flexibel einsetzbar sind. Die Projektmitglieder erwarten durch die Minimierung der Rüstzeiten eine Maximierung der Produktivität, verbesserte Nachhaltigkeit, einen geringeren Kapitalaufwand, höhere Prozesssicherheit und Energieeffizienz sowie einen direkten wirtschaftlichen Nutzen. Ein weiterer Schwerpunkt ist die Standardisierung und Weiterentwicklung von mikrostrukturierten Reaktoren für die Massenproduktion, da diese bisher nur in Labor- und Pilotanlagen eingesetzt werden konnten. In fünf Musterapplikationen soll das Konzept in kleinen und mittelständischen Unternehmen (KMU) Europas unterschiedlicher Branchen demonstriert werden. Einsatzbereiche sind Lebensmittelzusatzstoffe, Biotreibstoffe, Biomassenumwandlung und Spezialchemie. Dabei wird zunächst Italien, als viertgrößter europäischer Chemiemarkt, als Testgebiet fungieren.

Die Projektpartner:

Industrie
* Institut für Mikrotechnik Mainz GmbH (Deutschland)
* Evonik Degussa GmbH (Deutschland)
* Microinnova Engineering GmbH (Österreich)
* Chemtex Italia srl (Italien)
* Wetzel GmbH (Deutschland)
* Laserzentrum Schorcht GmbH (Deutschland)
* Mythen S.p.A. (Italien)
* ITI Energy Limited (Großbritannien)
Universitäten / Institute
* Dipartimento di Chimica dell'Università degli studi di Napoli FEDERICO II (Italien)
* Friedrich-Schiller-Universität Jena (Deutschland)
* Newcastle University (Großbritannien)
* Écoles Polytechniques Fédérale de Lausanne (Schweiz)
* Politecnico di Torino (Italien)
* Technische Universiteit Eindhoven (Niederlande)
* Åbo Akademi University (Finnland)
* Universität Stuttgart (Deutschland)
Kontakt an der Friedrich-Schiller-Universität Jena:
Dr. Dana Kralisch
Institut für Technische Chemie und Umweltchemie
Lessingstr. 12, 07743 Jena
Tel.: 03641 / 948457
E-Mail: dana.kralisch[at]uni-jena.de

Axel Burchardt | idw
Weitere Informationen:
http://www.uni-jena.de

Weitere Nachrichten aus der Kategorie Biowissenschaften Chemie:

nachricht Stottern: Stoppsignale im Gehirn verhindern flüssiges Sprechen
12.12.2017 | Max-Planck-Institut für Kognitions- und Neurowissenschaften

nachricht Undercover im Kampf gegen Tuberkulose
12.12.2017 | Gesellschaft Deutscher Chemiker e.V.

Alle Nachrichten aus der Kategorie: Biowissenschaften Chemie >>>

Die aktuellsten Pressemeldungen zum Suchbegriff Innovation >>>

Die letzten 5 Focus-News des innovations-reports im Überblick:

Im Focus: Long-lived storage of a photonic qubit for worldwide teleportation

MPQ scientists achieve long storage times for photonic quantum bits which break the lower bound for direct teleportation in a global quantum network.

Concerning the development of quantum memories for the realization of global quantum networks, scientists of the Quantum Dynamics Division led by Professor...

Im Focus: Electromagnetic water cloak eliminates drag and wake

Detailed calculations show water cloaks are feasible with today's technology

Researchers have developed a water cloaking concept based on electromagnetic forces that could eliminate an object's wake, greatly reducing its drag while...

Im Focus: Neue Einblicke in die Materie: Hochdruckforschung in Kombination mit NMR-Spektroskopie

Forschern der Universität Bayreuth und des Karlsruhe Institute of Technology (KIT) ist es erstmals gelungen, die magnetische Kernresonanzspektroskopie (NMR) in Experimenten anzuwenden, bei denen Materialproben unter sehr hohen Drücken – ähnlich denen im unteren Erdmantel – analysiert werden. Das in der Zeitschrift Science Advances vorgestellte Verfahren verspricht neue Erkenntnisse über Elementarteilchen, die sich unter hohen Drücken oft anders verhalten als unter Normalbedingungen. Es wird voraussichtlich technologische Innovationen fördern, aber auch neue Einblicke in das Erdinnere und die Erdgeschichte, insbesondere die Bedingungen für die Entstehung von Leben, ermöglichen.

Diamanten setzen Materie unter Hochdruck

Im Focus: Scientists channel graphene to understand filtration and ion transport into cells

Tiny pores at a cell's entryway act as miniature bouncers, letting in some electrically charged atoms--ions--but blocking others. Operating as exquisitely sensitive filters, these "ion channels" play a critical role in biological functions such as muscle contraction and the firing of brain cells.

To rapidly transport the right ions through the cell membrane, the tiny channels rely on a complex interplay between the ions and surrounding molecules,...

Im Focus: Stabile Quantenbits

Physiker aus Konstanz, Princeton und Maryland schaffen ein stabiles Quantengatter als Grundelement für den Quantencomputer

Meilenstein auf dem Weg zum Quantencomputer: Wissenschaftler der Universität Konstanz, der Princeton University sowie der University of Maryland entwickeln ein...

Alle Focus-News des Innovations-reports >>>

Anzeige

Anzeige

IHR
JOB & KARRIERE
SERVICE
im innovations-report
in Kooperation mit academics
Veranstaltungen

Innovative Strategien zur Bekämpfung von parasitären Würmern

08.12.2017 | Veranstaltungen

Hohe Heilungschancen bei Lymphomen im Kindesalter

07.12.2017 | Veranstaltungen

Der Roboter im Pflegeheim – bald Wirklichkeit?

05.12.2017 | Veranstaltungen

 
VideoLinks
B2B-VideoLinks
Weitere VideoLinks >>>
Aktuelle Beiträge

Mit Quantenmechanik zu neuen Solarzellen: Forschungspreis für Bayreuther Physikerin

12.12.2017 | Förderungen Preise

Stottern: Stoppsignale im Gehirn verhindern flüssiges Sprechen

12.12.2017 | Biowissenschaften Chemie

E-Mobilität: Neues Hybridspeicherkonzept soll Reichweite und Leistung erhöhen

12.12.2017 | Energie und Elektrotechnik