Forum für Wissenschaft, Industrie und Wirtschaft

Hauptsponsoren:     3M 
Datenbankrecherche:

 

F3 Factory: Bochumer Ingenieure entwickeln hocheffiziente Trennapparate

15.07.2009
Modulare Chemie-Fabrik
EU-Förderung für die Abtrennung von Wertstoffen in der Chemischen Industrie

Mit rund 18 Mio. Euro fördert die EU das europäische Chemie-Konsortium "F3 Factory": Flexible, Fast and Future Factory. Bochumer Maschinenbauer arbeiten mit an dem Ziel, hocheffiziente und nachhaltige Produktionsmethoden für die chemische Industrie zu entwickeln.

Gegenstand der Bochumer Forschung unter Leitung von Prof. Dr. Marcus Grünewald ist die Entwicklung modularer Trennapparate als Beitrag für neuartige, flexible und ressourceneffiziente Produktionsanlagen der Chemischen Industrie.

Der Schwerpunkt liegt dabei im Bereich der Absorption zur Rückgewinnung von Wertstoffen aus Abgasen und deren Reinigung sowie der destillativen Trennung chemischer Gemische.

Anpassungsfähige Module

In beiden Bereichen stellen modular aufgebaute Apparate, deren Kapazität flexibel angepasst werden kann, einen kompletten Paradigmenwechsel im Apparatebau dar. Werden bisherige Absorptionsapparate und Destillationskolonnen noch aufwändig in die Höhe gebaut, sollen die neu zu entwickelnden Apparate die Möglichkeit bieten, in Containerbauweise wesentlich günstiger in eine Anlage integriert zu werden. Zusammen mit Partnern aus Industrie und anderen Hochschulen in NRW soll ein entsprechendes Apparatemodul entwickelt, geplant, gebaut und letztlich in dem in Leverkusen geplanten Demonstrationszentrums im realen Betrieb getestet werden.

Erste Zusammenarbeit dieser Größenordnung

In F3 arbeiten erstmals führende europäische Großunternehmen der Branche - über alle Wettbewerbsgrenzen hinweg - gemeinsam mit Forschungsinstituten und Hochschulen in einem Konsortium dieser Größenordnung an neuen Technologien und Produktionskonzepten. 25 Partner aus ganz Europa haben sich hierfür zusammen gefunden. Das Projekt wird über vier Jahre laufen und hat ein Volumen von etwa 30 Millionen Euro. 18 Millionen Euro kommen von der EU, die F3 Factory im Zuge des 7. Rahmenprogramms fördert.

Sparsam mit Rohstoffen und Energien

Ziel ist es, die modulare kontinuierlich betriebene Fabrik (F3 Factory) methodisch zu entwickeln, zugehörige Prozesse und Schnittstellen zu standardisieren sowie die F3 Factory für konkrete Produkte zu demonstrieren. Die modulare Fabrik soll vor allem sparsamer mit den eingesetzten Rohstoffen und Energien umgehen. Zusammen machen diese rund 70 bis 80 Prozent der Herstellungskosten aus und damit meist deutlich mehr als der Kostenfaktor Arbeit. Im Fokus von F3 Factory stehen ebenso die Entwicklung konkreter Produkte wie lösungsmittelfreie Polymere, kundenspezifisch differenzierte Tenside, hochwertige Wirkstoffzwischenstufen und innovative Werkstoffe auf Basis nachwachsender Rohstoffe. Auch ein Demonstrations- sowie Entwicklungszentrum soll dazu im CHEMPARK Leverkusen entstehen. Der Baubeginn ist zum Jahreswechsel 2009/2010 vorgesehen, die Fertigstellung soll bis Anfang 2011 erfolgen.

Weitere Informationen

Prof. Dr. Marcus Grünewald, Lehrstuhl für Fluidverfahrenstechnik der Ruhr-Universität Bochum, 44780 Bochum, Tel. 0234/32-26426, E-Mail: Gruenewald@FluidVT.rub.de

Redaktion: Meike Drießen

Dr. Josef König | idw
Weitere Informationen:
http://www.ruhr-uni-bochum.de/

Weitere Nachrichten aus der Kategorie Biowissenschaften Chemie:

nachricht Ionen gegen Herzrhythmusstörungen – Nicht-invasive Alternative zu Katheter-Eingriff
20.01.2017 | GSI Helmholtzzentrum für Schwerionenforschung GmbH

nachricht Leibwächter im Darm mit chemischer Waffe
20.01.2017 | Max-Planck-Institut für chemische Ökologie

Alle Nachrichten aus der Kategorie: Biowissenschaften Chemie >>>

Die aktuellsten Pressemeldungen zum Suchbegriff Innovation >>>

Die letzten 5 Focus-News des innovations-reports im Überblick:

Im Focus: Innovatives Hochleistungsmaterial: Biofasern aus Florfliegenseide

Neuartige Biofasern aus einem Seidenprotein der Florfliege werden am Fraunhofer-Institut für Angewandte Polymerforschung IAP gemeinsam mit der Firma AMSilk GmbH entwickelt. Die Forscher arbeiten daran, das Protein in großen Mengen biotechnologisch herzustellen. Als hochgradig biegesteife Faser soll das Material künftig zum Beispiel in Leichtbaukunststoffen für die Verkehrstechnik eingesetzt werden. Im Bereich Medizintechnik sind beispielsweise biokompatible Seidenbeschichtungen von Implantaten denkbar. Ein erstes Materialmuster präsentiert das Fraunhofer IAP auf der Internationalen Grünen Woche in Berlin vom 20.1. bis 29.1.2017 in Halle 4.2 am Stand 212.

Zum Schutz des Nachwuchses vor bodennahen Fressfeinden lagern Florfliegen ihre Eier auf der Unterseite von Blättern ab – auf der Spitze von stabilen seidenen...

Im Focus: Verkehrsstau im Nichts

Konstanzer Physiker verbuchen neue Erfolge bei der Vermessung des Quanten-Vakuums

An der Universität Konstanz ist ein weiterer bedeutender Schritt hin zu einem völlig neuen experimentellen Zugang zur Quantenphysik gelungen. Das Team um Prof....

Im Focus: Traffic jam in empty space

New success for Konstanz physicists in studying the quantum vacuum

An important step towards a completely new experimental access to quantum physics has been made at University of Konstanz. The team of scientists headed by...

Im Focus: Textiler Hochwasserschutz erhöht Sicherheit

Wissenschaftler der TU Chemnitz präsentieren im Februar und März 2017 ein neues temporäres System zum Schutz gegen Hochwasser auf Baumessen in Chemnitz und Dresden

Auch die jüngsten Hochwasserereignisse zeigen, dass vielerorts das natürliche Rückhaltepotential von Uferbereichen schnell erschöpft ist und angrenzende...

Im Focus: Wie Darmbakterien krank machen

HZI-Forscher entschlüsseln Infektionsmechanismen von Yersinien und Immunantworten des Wirts

Yersinien verursachen schwere Darminfektionen. Um ihre Infektionsmechanismen besser zu verstehen, werden Studien mit dem Modellorganismus Yersinia...

Alle Focus-News des Innovations-reports >>>

Anzeige

Anzeige

IHR
JOB & KARRIERE
SERVICE
im innovations-report
in Kooperation mit academics
Veranstaltungen

Mittelstand 4.0 – Mehrwerte durch Digitalisierung: Hintergründe, Beispiele, Lösungen

20.01.2017 | Veranstaltungen

Nachhaltige Wassernutzung in der Landwirtschaft Osteuropas und Zentralasiens

19.01.2017 | Veranstaltungen

Künftige Rohstoffexperten aus aller Welt in Freiberg zur Winterschule

18.01.2017 | Veranstaltungen

 
VideoLinks
B2B-VideoLinks
Weitere VideoLinks >>>
Aktuelle Beiträge

Ein neuer Index zur Diagnose einer nichtalkoholischen Fettlebererkrankung

20.01.2017 | Biowissenschaften Chemie

Das Cockpit für Kühlgeräte

20.01.2017 | Energie und Elektrotechnik

Der Hausschwamm als Chemiker

20.01.2017 | Biowissenschaften Chemie