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EU-Projekt zur Weiterentwicklung der DNA-Sequenzierung

20.02.2009
Es herrscht daher großes Interesse an neuartigen Sequenzierungsmethoden mit höherer Empfindlichkeit, welche die Vervielfältigung überflüssig machen.

Bei diesem Problem setzt eine europäische Forschergruppe unter Beteiligung von Physikern und Biochemikern der Universität Regensburg an. Das seit dem 1.12.2008 laufende EU-Projekt "Nano DNA Sequencing" verbindet Arbeitsgruppen aus Regensburg, Jerusalem, Lausanne, Belgrad und Dublin.

Insgesamt werden etwa 15 Wissenschaftler beteiligt sein. Als leitende Professoren der Universität Regensburg fungieren Prof. Dr. Christoph Strunk von der Naturwissenschaftlichen Fakultät II (Physik) und Prof. Dr. Hans-Achim Wagenknecht von der Naturwissenschaftlichen Fakultät IV (Chemie und Pharmazie). Angelegt ist das Projekt auf eine Laufzeit von drei Jahren.

Die Diskussion über die unterschiedlichen Möglichkeiten und Anwendungen der DNA-Sequenzierung ist immer noch aktuell. Bislang konnte das Genom von mehr als 300 Organismen analysiert werden. Doch werden weiterhin zumeist Weiterentwicklungen jener Methode verwendet, die von Frederick Sanger schon in den 1970er Jahren entwickelt wurde. Bei dieser Methode ist jedoch vor der Analyse in der Regel eine Vervielfältigung des zu sequenzierenden DNA-Stranges erforderlich, was einen erheblichen Teil des Kosten- und Zeitaufwands ausmacht.

Das Ziel der internationalen Arbeitsgruppe ist die Entwicklung neuartiger DNA-Sequenzierungsverfahren. Als Grundlage für ihre Forschungen verwendet die Arbeitsgruppe dünne Membranen, in welche die beteiligten Wissenschaftler zunächst ein Loch bohren. Die dafür eingesetzte Bohrtechnik, sowie Möglichkeiten zur elektrischen Detektion des DNA-Stranges mit Hilfe von ultradünnen (~1 nm) Elektroden aus Kohlenstoff-Nanoröhren wurden zuvor im Rahmen der Arbeit des Regensburger Graduiertenkollegs 638 "Nichtlinearität und Nichtgleichgewicht in kondensierter Materie" unter der Leitung von Prof. Dr. Christoph Strunk entwickelt. Die DNA-Stränge werden durch die Löcher in den Membranen gezogen und dabei elektrisch detektiert.

Die Hoffnung der beteiligten Wissenschaftler besteht darin, durch die dadurch gewonnenen Erkenntnisse die Entwicklung fortschrittlicher Methoden der Genomforschung zu unterstützen.

Ansprechpartner für Medienvertreter:
Prof. Dr. Christoph Strunk
Naturwissenschaftliche Fakultät II (Physik)
Institut für experimentelle und angewandte Physik
Universitätsstraße 31
D-93040 Regensburg
Tel.: (+49) 941 943 3199
Christoph-Strunk@physik.uni-regensburg.de

Rudolf F. Dietze | idw
Weitere Informationen:
http://www.uni-regensburg.de

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