Forum für Wissenschaft, Industrie und Wirtschaft

Hauptsponsoren:     3M 
Datenbankrecherche:

 

Erstmals Kobuviren in Afrika nachgewiesen

11.02.2015

Ein internationales Forscherteam unter der Leitung von Wissenschaftlern des Leibniz-Instituts für Zoo- und Wildtierforschung (IZW) in Berlin hat erstmals Kobuviren in Afrika nachgewiesen und genetisch entschlüsselt. Die Ergebnisse zeigen, dass die Viren weniger wirtsspezifisch sind als bisher angenommen. Die Studie wurde in dem Fachjournal „Virology“ veröffentlicht.

Derzeit ist nur wenig über die erst kürzlich beschriebene Gattung Kobuvirus bekannt. Das Virus löst bei Menschen und Nutztieren eine Magen-Darm-Entzündung (Gastroenteritis) aus und spielt daher sowohl aus gesundheitlicher als auch wirtschaftlicher Sicht eine wichtige Rolle.


Tüpfelhyäne (Crocuta crocuta).

Prof. Dr. Heribert Hofer, IZW

Das Hunde-Kobuvirus ist dafür bekannt, Haushunde in Europa, USA und Asien zu infizieren. Vor der aktuellen Studie war die einzige bekannte Infektion eines Wildhundes mit dem Hunde-Kobuvirus die des Rotfuchses in Europa. Berichte einer Kobuvirus-Infektion aus Afrika gab es bis dato nicht.

Ein Team von Wissenschaftlern des Tanzania Wildlife Research Institute, der Ecosystem Alliance (USA) und des IZW untersuchte Kobuvirus-Infektionen bei Wildtieren aus dem Serengeti-Nationalpark in Tansania in Ostafrika und bei Haushunden, die in Dörfern außerhalb des Parks leben.

Mit Hilfe neuester molekularer Technologien gelang es den Forschern, das komplette Genom des Kobuvirus der lokalen Haushunde sowie von drei weiteren Wildtieren zu entschlüsseln: der Tüpfelhyäne, des Streifenschakals und des Goldschakals. Diese Arten waren mit dem Stamm eines Hunde-Kobuvirus infiziert, der sich genetisch von denen außerhalb Afrikas unterscheidet.

Interessanterweise handelt es sich auch bei dem Kobuvirus der Wildtiere innerhalb des Serengeti-Nationalparks und der infizierten Haushunde außerhalb des Parks um verschiedene Stämme. Genetische Unterschiede gab es ebenfalls bei den Viren der Haushunde aus den verschiedenen Dörfern.

Zudem wurde zum ersten Mal ein Hunde-Kobuvirus in einem Wirt nachgewiesen, der zu den Katzenartigen gehört, der Tüpfelhyäne. Das beweist, dass Kobuviren weniger wirtsspezifisch sind als bisher angenommen.

Publication:
Olarte-Castillo XA, Heeger F, Mazzoni CJ, Greenwood AD, Fyumagwa R, Moehlman PD, Hofer H, East ML (2015): Molecular characterization of canine kobuvirus in wild carnivores and the domestic dog in Africa. Virology 477, 89-97. doi:10.1016/j.virol.2015.01.010

Contact:
Leibniz Institute for Zoo and Wildlife Research,
Alfred-Kowalke-Str. 17
D-10315 Berlin, Germany

Ximena A Olarte-Castillo
Tel: +49 30 51 68 520
Email: olarte@izw-berlin.de

Steven Seet (press officer)
Tel: +49 30 51 68 125
Mobil: +49 177 857 26 73
Email: seet@izw-berlin.de

Weitere Informationen:

http://www.izw-berlin.de

Saskia Donath | Forschungsverbund Berlin e.V.

Weitere Nachrichten aus der Kategorie Biowissenschaften Chemie:

nachricht Aufräumen? Nicht ohne Helfer
19.10.2017 | Albert-Ludwigs-Universität Freiburg im Breisgau

nachricht Einzelne Rezeptoren auf der Arbeit
19.10.2017 | Julius-Maximilians-Universität Würzburg

Alle Nachrichten aus der Kategorie: Biowissenschaften Chemie >>>

Die aktuellsten Pressemeldungen zum Suchbegriff Innovation >>>

Die letzten 5 Focus-News des innovations-reports im Überblick:

Im Focus: Schmetterlingsflügel inspiriert Photovoltaik: Absorption lässt sich um bis zu 200 Prozent steigern

Sonnenlicht, das von Solarzellen reflektiert wird, geht als ungenutzte Energie verloren. Die Flügel des Schmetterlings „Gewöhnliche Rose“ (Pachliopta aristolochiae) zeichnen sich durch Nanostrukturen aus, kleinste Löcher, die Licht über ein breites Spektrum deutlich besser absorbieren als glatte Oberflächen. Forschern am Karlsruher Institut für Technologie (KIT) ist es nun gelungen, diese Nanostrukturen auf Solarzellen zu übertragen und deren Licht-Absorptionsrate so um bis zu 200 Prozent zu steigern. Ihre Ergebnisse veröffentlichten die Wissenschaftler nun im Fachmagazin Science Advances. DOI: 10.1126/sciadv.1700232

„Der von uns untersuchte Schmetterling hat eine augenscheinliche Besonderheit: Er ist extrem dunkelschwarz. Das liegt daran, dass er für eine optimale...

Im Focus: Schnelle individualisierte Therapiewahl durch Sortierung von Biomolekülen und Zellen mit Licht

Im Blut zirkulierende Biomoleküle und Zellen sind Träger diagnostischer Information, deren Analyse hochwirksame, individuelle Therapien ermöglichen. Um diese Information zu erschließen, haben Wissenschaftler des Fraunhofer-Instituts für Lasertechnik ILT ein Mikrochip-basiertes Diagnosegerät entwickelt: Der »AnaLighter« analysiert und sortiert klinisch relevante Biomoleküle und Zellen in einer Blutprobe mit Licht. Dadurch können Frühdiagnosen beispielsweise von Tumor- sowie Herz-Kreislauf-Erkrankungen gestellt und patientenindividuelle Therapien eingeleitet werden. Experten des Fraunhofer ILT stellen diese Technologie vom 13.–16. November auf der COMPAMED 2017 in Düsseldorf vor.

Der »AnaLighter« ist ein kompaktes Diagnosegerät zum Sortieren von Zellen und Biomolekülen. Sein technologischer Kern basiert auf einem optisch schaltbaren...

Im Focus: Neue Möglichkeiten für die Immuntherapie beim Lungenkrebs entdeckt

Eine gemeinsame Studie der Universität Bern und des Inselspitals Bern zeigt, dass spezielle Bindegewebszellen, die in normalen Blutgefässen die Wände abdichten, bei Lungenkrebs nicht mehr richtig funktionieren. Zusätzlich unterdrücken sie die immunologische Bekämpfung des Tumors. Die Resultate legen nahe, dass diese Zellen ein neues Ziel für die Immuntherapie gegen Lungenkarzinome sein könnten.

Lungenkarzinome sind die häufigste Krebsform weltweit. Jährlich werden 1.8 Millionen Neudiagnosen gestellt; und 2016 starben 1.6 Millionen Menschen an der...

Im Focus: Sicheres Bezahlen ohne Datenspur

Ob als Smartphone-App für die Fahrkarte im Nahverkehr, als Geldwertkarten für das Schwimmbad oder in Form einer Bonuskarte für den Supermarkt: Für viele gehören „elektronische Geldbörsen“ längst zum Alltag. Doch vielen Kunden ist nicht klar, dass sie mit der Nutzung dieser Angebote weitestgehend auf ihre Privatsphäre verzichten. Am Karlsruher Institut für Technologie (KIT) entsteht ein sicheres und anonymes System, das gleichzeitig Alltagstauglichkeit verspricht. Es wird nun auf der Konferenz ACM CCS 2017 in den USA vorgestellt.

Es ist vor allem das fehlende Problembewusstsein, das den Informatiker Andy Rupp von der Arbeitsgruppe „Kryptographie und Sicherheit“ am KIT immer wieder...

Im Focus: Neutron star merger directly observed for the first time

University of Maryland researchers contribute to historic detection of gravitational waves and light created by event

On August 17, 2017, at 12:41:04 UTC, scientists made the first direct observation of a merger between two neutron stars--the dense, collapsed cores that remain...

Alle Focus-News des Innovations-reports >>>

Anzeige

Anzeige

IHR
JOB & KARRIERE
SERVICE
im innovations-report
in Kooperation mit academics
Veranstaltungen

Das Immunsystem in Extremsituationen

19.10.2017 | Veranstaltungen

Die jungen forschungsstarken Unis Europas tagen in Ulm - YERUN Tagung in Ulm

19.10.2017 | Veranstaltungen

Bauphysiktagung der TU Kaiserslautern befasst sich mit energieeffizienten Gebäuden

19.10.2017 | Veranstaltungen

 
VideoLinks
B2B-VideoLinks
Weitere VideoLinks >>>
Aktuelle Beiträge

Aufräumen? Nicht ohne Helfer

19.10.2017 | Biowissenschaften Chemie

Neue Biotinte für den Druck gewebeähnlicher Strukturen

19.10.2017 | Materialwissenschaften

Forscher studieren molekulare Konversion auf einer Zeitskala von wenigen Femtosekunden

19.10.2017 | Physik Astronomie