Forum für Wissenschaft, Industrie und Wirtschaft

Hauptsponsoren:     3M 
Datenbankrecherche:

 

Erstmals an einer Fachhochschule vollständige Erbsubstanz eines Organismus entschlüsselt

18.05.2011
In der TH-Arbeitsgruppe »Molekularbiologie und Funktionelle Genomik« unter Leitung von Prof. Dr. Marcus Frohme wurde erstmals an einer Fachhochschule die vollständige Erbsubstanz (Genom) eines Cyanobakteriums entschlüsselt (sequenziert). Grundlage dafür bildete ein aus Mitteln des Europäischen Fonds für Regionalentwicklung (EFRE) im Rahmen des Landesprogramms »Wissens- und Technologietransfer für Innovationen« finanzierter Hochdurchsatz-DNA-Sequenzierer, der kürzlich an der TH Wildau in Betrieb genommen wurde.

Das Wissenschaftlerteam untersuchte einen Cyanobakterien-Stamm, der in Laboren u. a. für die Produktion regenerativer Treibstoffe kultiviert wird, auf genetische Veränderungen. Schon nach einer ersten bioinformatischen Analyse konnte nachgewiesen werden, dass die erhaltene DNA-Abfolge deutlich von der bereits bekannten Ursprungssequenz abweicht. Im Laufe des langen Laborlebens hat sich der Organismus offenbar angepasst und Teile seiner DNA verloren, da sie für den speziellen Einsatz nicht benötigt werden.

Die Forschungsergebnisse liefern Aussagen darüber, wie stabil Kulturen in Bio-Reaktoren sind, beispielsweise in dem an der TH Wildau am 6. Mai 2011 in Betrieb genommenen Algen-Biotechnikum (siehe Pressemitteilung Nr. 22/2011). Große Erwartungen in die Analysen hat auch der langjährige industrielle Kooperationspartner von Prof. Frohme, Cyano Biofuels GmbH in Berlin-Adlershof.

Das Unternehmen will Cyanobakterien als Quelle für die großtechnische Herstellung regenerativer Treibstoffe einsetzen. Vorteile solcher Organismen sind die leichte Kultivierbarkeit, die hohe Ausbeute und insbesondere die Tatsache, dass man sie auf Flächen kultivieren kann, die nicht für die Landwirtschaft nutzbar sind. Im Fokus der Kooperation zwischen der TH Wildau und Cyano Biofuels stehen die molekulargenetische Verbesserung der Bakterien, um die Produktausbeute zu erhöhen und sie besser an unterschiedliche Kulturbedingungen anzupassen, und eine zuverlässige Kulturkontrolle.

»Die Inbetriebnahme des ersten Hochdurchsatz-DNA-Sequenzierers im Land Brandenburg und die Entschlüsselung des ersten Genoms an der TH Wildau sind bedeutende Meilensteine«, so Prof. Frohme, der in ähnlichen Projekten bereits seit fünfzehn Jahren arbeitet. »Damals habe ich in einem großen Verbund von über 100 Wissenschaftlern mitgewirkt, der ein kleineres Bakteriengenom in mehreren Monaten sequenziert hat. Mit dem neuen Gerät ist das nun eine Aufgabe, die ein Master-Student lösen kann.

Unsere akademischen und industriellen Kooperationen erhalten dadurch einen deutlichen Schub, bestenfalls entstehen daraus neue Projekte und Arbeitsplätze.« Auf jeden Fall wird das Projekt die Karriere von drei Nachwuchswissenschaftlern der TH Wildau befördern: Diana López (MSc), Markus Grohme (Dipl.-Biol.) und Ulrich Tillich (MSc) arbeiten in diesem Rahmen an ihrer Promotion.

Bernd Schlütter | idw
Weitere Informationen:
http://www.th-wildau.de/bio

Weitere Nachrichten aus der Kategorie Biowissenschaften Chemie:

nachricht Medikamente aus der CLOUD: Neuer Standard für die Suche nach Wirkstoffkombinationen
23.05.2017 | CeMM Forschungszentrum für Molekulare Medizin der Österreichischen Akademie der Wissenschaften

nachricht Mikro-Lieferservice für Dünger
23.05.2017 | Gesellschaft Deutscher Chemiker e.V.

Alle Nachrichten aus der Kategorie: Biowissenschaften Chemie >>>

Die aktuellsten Pressemeldungen zum Suchbegriff Innovation >>>

Die letzten 5 Focus-News des innovations-reports im Überblick:

Im Focus: Tumult im trägen Elektronen-Dasein

Ein internationales Team von Physikern hat erstmals das Streuverhalten von Elektronen in einem nichtleitenden Material direkt beobachtet. Ihre Erkenntnisse könnten der Strahlungsmedizin zu Gute kommen.

Elektronen in nichtleitenden Materialien könnte man Trägheit nachsagen. In der Regel bleiben sie an ihren Plätzen, tief im Inneren eines solchen Atomverbunds....

Im Focus: Turmoil in sluggish electrons’ existence

An international team of physicists has monitored the scattering behaviour of electrons in a non-conducting material in real-time. Their insights could be beneficial for radiotherapy.

We can refer to electrons in non-conducting materials as ‘sluggish’. Typically, they remain fixed in a location, deep inside an atomic composite. It is hence...

Im Focus: Hauchdünne magnetische Materialien für zukünftige Quantentechnologien entwickelt

Zweidimensionale magnetische Strukturen gelten als vielversprechendes Material für neuartige Datenspeicher, da sich die magnetischen Eigenschaften einzelner Molekülen untersuchen und verändern lassen. Forscher haben nun erstmals einen hauchdünnen Ferrimagneten hergestellt, bei dem sich Moleküle mit verschiedenen magnetischen Zentren auf einer Goldfläche selbst zu einem Schachbrettmuster anordnen. Dies berichten Wissenschaftler des Swiss Nanoscience Institutes der Universität Basel und des Paul Scherrer Institutes in der Wissenschaftszeitschrift «Nature Communications».

Ferrimagneten besitzen zwei magnetische Zentren, deren Magnetismus verschieden stark ist und in entgegengesetzte Richtungen zeigt. Zweidimensionale, quasi...

Im Focus: Neuer Ionisationsweg in molekularem Wasserstoff identifiziert

„Wackelndes“ Molekül schüttelt Elektron ab

Wie reagiert molekularer Wasserstoff auf Beschuss mit intensiven ultrakurzen Laserpulsen? Forscher am Heidelberger MPI für Kernphysik haben neben bekannten...

Im Focus: Wafer-thin Magnetic Materials Developed for Future Quantum Technologies

Two-dimensional magnetic structures are regarded as a promising material for new types of data storage, since the magnetic properties of individual molecular building blocks can be investigated and modified. For the first time, researchers have now produced a wafer-thin ferrimagnet, in which molecules with different magnetic centers arrange themselves on a gold surface to form a checkerboard pattern. Scientists at the Swiss Nanoscience Institute at the University of Basel and the Paul Scherrer Institute published their findings in the journal Nature Communications.

Ferrimagnets are composed of two centers which are magnetized at different strengths and point in opposing directions. Two-dimensional, quasi-flat ferrimagnets...

Alle Focus-News des Innovations-reports >>>

Anzeige

Anzeige

IHR
JOB & KARRIERE
SERVICE
im innovations-report
in Kooperation mit academics
Veranstaltungen

Diabetes Kongress 2017:„Closed Loop“-Systeme als künstliche Bauchspeicheldrüse ab 2018 Realität

23.05.2017 | Veranstaltungen

Aachener Werkzeugmaschinen-Kolloquium 2017: Internet of Production für agile Unternehmen

23.05.2017 | Veranstaltungen

14. Dortmunder MST-Konferenz zeigt individualisierte Gesundheitslösungen mit Mikro- und Nanotechnik

22.05.2017 | Veranstaltungen

 
VideoLinks
B2B-VideoLinks
Weitere VideoLinks >>>
Aktuelle Beiträge

Medikamente aus der CLOUD: Neuer Standard für die Suche nach Wirkstoffkombinationen

23.05.2017 | Biowissenschaften Chemie

Diabetes Kongress 2017:„Closed Loop“-Systeme als künstliche Bauchspeicheldrüse ab 2018 Realität

23.05.2017 | Veranstaltungsnachrichten

CAST-Projekt setzt Dunkler Materie neue Grenzen

23.05.2017 | Physik Astronomie