Forum für Wissenschaft, Industrie und Wirtschaft

Hauptsponsoren:     3M 
Datenbankrecherche:

 

Eröffnung der Forschungsstation für Raben und Papageien am 10. November

04.11.2010
Am Mittwoch, 10. November 2010, wird die Feldforschungsstation der Kognitionsbiologie eröffnet, ein Kooperationsprojekt der Universität Wien und der Veterinärmedizinischen Universität Wien. Standort ist das Lehr- und Forschungsgut (LFG) der Veterinärmedizinischen Universität Wien am Haidlhof in Niederösterreich; die inhaltliche Federführung liegt bei Ludwig Huber, Tecumseh Fitch und Thomas Bugnyar vom Department für Kognitionsbiologie der Universität Wien. Eine renommierte Forschungsgruppe untersucht dort Intelligenz und Kommunikation von Vögeln und Säugetierarten.

Können sich Tiere in die Lage anderer versetzen? Wie können sie komplexe grammatikalische Regeln in Bild und Ton erkennen? Und wie finden Tiere neue Problemlösungen bzw. wie werden diese in der Gruppe verbreitet?

"Diese Fragen sind zentral bei der Erforschung der Intelligenz von Raben und Papageien. Zudem interessiert uns die Kommunikation von Tieren besonders im sozialen Kontext, da dies gerade für Vögel und Menschen bedeutend ist", erklärt Ludwig Huber, Leiter des neu etablierten Departments für Kognitionsbiologie der Universität Wien.

Von Technikern und Taktikern

Der Kea (Nestor notabilis) ist ein winterfester Großpapagei, der in freier Wildbahn nur entlang des Neuseeländischen Alpenkammes lebt. Etwa 45 Zentimeter lang und mit olivgrünem Federkleid bedeckt, gilt er als verspielte Vogelart. "Keas sind die Techniker der Vogelwelt. Einerseits weisen sie eine der langsamsten Jugendentwicklungen auf, andererseits sind sie hochinnovative, opportunistische Generalisten", erläutert Huber.

Am Haidlhof werden 30 Keas ihr Zuhause finden; dazu kommen 15 Kolkraben (Corvus corax). "Raben sind die Taktiker der Vogelwelt. Sie haben ein hochintelligentes Management, um Futterverstecke anzulegen und zu plündern. Dies führt einerseits zu einer intensiven Kommunikation und Kooperation, andererseits zu gewieften Täuschungsmanövern", so Huber.

Schwerpunkt Kognitionsbiologie ausgebaut

Neben den 1.200 Quadratmeter großen Forschungsvolieren für Raben und Keas steht ein 160m² großes Akustiklabor für Forschungsprojekte zur Bioakustik zur Verfügung. Die wissenschaftliche Leitung der Station liegt bei der Universität Wien, das Areal wird von der Veterinärmedizinischen Universität Wien zur Verfügung gestellt. Mit der Feldforschungsstation am Haidlhof stärkt die Universität Wien den Forschungsschwerpunkt Kognitionsbiologie weiter: Bereits im Oktober 2010 wurde das Wolf Science Center zur Erforschung der geistigen Leistungen und der Kooperationsfähigkeit von Wölfen und Hunden eröffnet.

Die feierliche Eröffnung der Forschungsstation am Haidlhof findet im Beisein von Heinz W. Engl, Vizerektor der Universität Wien, und Sonja Hammerschmid, Rektorin der Veterinärmedizinischen Universität Wien, statt. "Durch die Zusammenarbeit der Universität Wien mit der Vetmeduni Vienna konnte eine großzügige und moderne Forschungsstation eingerichtet werden, von der beide Partner profitieren. Kooperationen sind für unsere Universitäten zentral – insbesondere wenn es um eine effiziente und nachhaltige Nutzung von Ressourcen geht", erklären Engl und Hammerschmid.

Über das Department für Kognitionsbiologie der Universität Wien

Am neuen Department für Kognitionsbiologie der Universität Wien bilden die Arbeitsgruppen von drei Professoren Forschungsteams von Weltrang: Ludwig Huber, Leiter des Departments, verbindet seit 20 Jahren Zugänge aus vergleichender Kognitionsforschung, evolutionärer Erkenntnistheorie, Lernpsychologie und Ethologie. Seine experimentellen Arbeiten beinhalten Untersuchungen zur Kognition von so verschiedenen Tierarten wie Schildkröten, Schützenfischen, Tauben, Keas, Hunden, Pandas, Krallen- und Kapuzineraffen. Tecumseh Fitch ist ausgebildeter Biologe und Kognitionsforscher. Seine Schwerpunkte in den Bereichen Biolinguistik und Bio-Musikologie zielen darauf ab, jene Mechanismen zu bestimmen, die bei der menschlichen Vokalisation, Musik und Sprache mit anderen Tierarten (z.B. Hirsche oder Hunde) geteilt werden. Thomas Bugnyar ist Experte im Bereich der sozialen Kognitionsforschung und war einer der ersten Forscher, der kognitive Fähigkeiten im Feld und Labor untersuchte. Derzeit untersucht der START-Preisträger die Fähigkeiten von Raben, etwa im Verständnis und Gebrauch von sozialen Beziehungen und Kooperation.

Über das Lehr- und Forschungsgut der Veterinärmedizinischen Universität Wien

Im Lehr- und Forschungsgut (LFG) der Veterinärmedizinischen Universität Wien sind vier Gutshöfe im Süden Wiens (Kremesberg, Medau, Rehgras, Haidlhof) sowie eine Außenstelle in Wieselburg zusammengefasst. Das LFG ist einerseits landwirtschaftlicher Musterbetrieb, an dem die Studierenden Nutztierbetreuung praktisch erleben können, andererseits sind am LFG auch Forschungsprojekte angesiedelt.

Eröffnung der Feldforschungsstation der Kognitionsbiologie am Haidlhof
Ort: Haidlhof des Lehr- und Forschungsguts Kremesberg, Haidlhof 204, 2540 Bad Vöslau
Zeit: Mittwoch, 10. November 2010, 10.30 Uhr (ab 14 Uhr öffentlicher Zugang, Voranmeldung unter haidlhof@univie.ac.at)

Webseite des Departments für Kognitionsbiologie der Universität Wien: http://cogbio.univie.ac.at

Kontakt
Ao. Univ.-Prof. Mag. Dr. Ludwig Huber
Leiter des Departments für Kognitionsbiologie
Universität Wien
1090 Wien, Althanstraße 14 (UZA I)
T +43-1-4277-761 10
ludwig.huber@univie.ac.at
Rückfragehinweis
Mag. Alexander Dworzak
Öffentlichkeitsarbeit
Universität Wien
1010 Wien, Dr.-Karl-Lueger-Ring 1
T +43-1-4277-175 31
M +43-664-602 77-175 31
alexander.dworzak@univie.ac.at

Alexander Dworzak | idw
Weitere Informationen:
http://univie.ac.at/175 -

Weitere Nachrichten aus der Kategorie Biowissenschaften Chemie:

nachricht Mikro-U-Boote für den Magen
24.01.2017 | Gesellschaft Deutscher Chemiker e.V.

nachricht Echoortung - Lernen, den Raum zu hören
24.01.2017 | Ludwig-Maximilians-Universität München

Alle Nachrichten aus der Kategorie: Biowissenschaften Chemie >>>

Die aktuellsten Pressemeldungen zum Suchbegriff Innovation >>>

Die letzten 5 Focus-News des innovations-reports im Überblick:

Im Focus: Scientists spin artificial silk from whey protein

X-ray study throws light on key process for production

A Swedish-German team of researchers has cleared up a key process for the artificial production of silk. With the help of the intense X-rays from DESY's...

Im Focus: Forscher spinnen künstliche Seide aus Kuhmolke

Ein schwedisch-deutsches Forscherteam hat bei DESY einen zentralen Prozess für die künstliche Produktion von Seide entschlüsselt. Mit Hilfe von intensivem Röntgenlicht konnten die Wissenschaftler beobachten, wie sich kleine Proteinstückchen – sogenannte Fibrillen – zu einem Faden verhaken. Dabei zeigte sich, dass die längsten Proteinfibrillen überraschenderweise als Ausgangsmaterial schlechter geeignet sind als Proteinfibrillen minderer Qualität. Das Team um Dr. Christofer Lendel und Dr. Fredrik Lundell von der Königlich-Technischen Hochschule (KTH) Stockholm stellt seine Ergebnisse in den „Proceedings“ der US-Akademie der Wissenschaften vor.

Seide ist ein begehrtes Material mit vielen erstaunlichen Eigenschaften: Sie ist ultraleicht, belastbarer als manches Metall und kann extrem elastisch sein....

Im Focus: Erstmalig quantenoptischer Sensor im Weltraum getestet – mit einem Lasersystem aus Berlin

An Bord einer Höhenforschungsrakete wurde erstmals im Weltraum eine Wolke ultrakalter Atome erzeugt. Damit gelang der MAIUS-Mission der Nachweis, dass quantenoptische Sensoren auch in rauen Umgebungen wie dem Weltraum eingesetzt werden können – eine Voraussetzung, um fundamentale Fragen der Wissenschaft beantworten zu können und ein Innovationstreiber für alltägliche Anwendungen.

Gemäß dem Einstein’schen Äquivalenzprinzip werden alle Körper, unabhängig von ihren sonstigen Eigenschaften, gleich stark durch die Gravitationskraft...

Im Focus: Quantum optical sensor for the first time tested in space – with a laser system from Berlin

For the first time ever, a cloud of ultra-cold atoms has been successfully created in space on board of a sounding rocket. The MAIUS mission demonstrates that quantum optical sensors can be operated even in harsh environments like space – a prerequi-site for finding answers to the most challenging questions of fundamental physics and an important innovation driver for everyday applications.

According to Albert Einstein's Equivalence Principle, all bodies are accelerated at the same rate by the Earth's gravity, regardless of their properties. This...

Im Focus: Mikrobe des Jahres 2017: Halobacterium salinarum - einzellige Urform des Sehens

Am 24. Januar 1917 stach Heinrich Klebahn mit einer Nadel in den verfärbten Belag eines gesalzenen Seefischs, übertrug ihn auf festen Nährboden – und entdeckte einige Wochen später rote Kolonien eines "Salzbakteriums". Heute heißt es Halobacterium salinarum und ist genau 100 Jahre später Mikrobe des Jahres 2017, gekürt von der Vereinigung für Allgemeine und Angewandte Mikrobiologie (VAAM). Halobacterium salinarum zählt zu den Archaeen, dem Reich von Mikroben, die zwar Bakterien ähneln, aber tatsächlich enger verwandt mit Pflanzen und Tieren sind.

Rot und salzig
Archaeen sind häufig an außergewöhnliche Lebensräume angepasst, beispielsweise heiße Quellen, extrem saure Gewässer oder – wie H. salinarum – an...

Alle Focus-News des Innovations-reports >>>

Anzeige

Anzeige

IHR
JOB & KARRIERE
SERVICE
im innovations-report
in Kooperation mit academics
Veranstaltungen

Neuer Algorithmus in der Künstlichen Intelligenz

24.01.2017 | Veranstaltungen

Gehirn und Immunsystem beim Schlaganfall – Neueste Erkenntnisse zur Interaktion zweier Supersysteme

24.01.2017 | Veranstaltungen

Hybride Eisschutzsysteme – Lösungen für eine sichere und nachhaltige Luftfahrt

23.01.2017 | Veranstaltungen

 
VideoLinks
B2B-VideoLinks
Weitere VideoLinks >>>
Aktuelle Beiträge

Im Interview mit Harald Holzer, Geschäftsführer der vitaliberty GmbH

24.01.2017 | Unternehmensmeldung

MAIUS-1 – erste Experimente mit ultrakalten Atomen im All

24.01.2017 | Physik Astronomie

European XFEL: Forscher können erste Vorschläge für Experimente einreichen

24.01.2017 | Physik Astronomie