Forum für Wissenschaft, Industrie und Wirtschaft

Hauptsponsoren:     3M 
Datenbankrecherche:

 

Eröffnung des ersten NanoSIMS Labors im Ostseeraum

04.11.2011
Warnemünder Meeresforscher begrüßen europäische Kollegen

Am 7. November 2011 wird am Leibniz-Institut für Ostseeforschung Warnemünde das erste NanoSIMS-Labor im Ostseeraum offiziell seinen Betrieb aufnehmen. Aus diesem Anlass besuchen 50 Spezialisten aus Österreich, Luxemburg, Frankreich, Großbritannien, Schweden, den Niederlanden und Deutschland das IOW. Im Rahmen einer zweitägigen Tagung werden Einsatzbeispiele des Gerätes vorgestellt und internationale Projekte vorbereitet.

Den Antrag für das NanoSIMS hatten das Leibniz-Institut für Ostseeforschung in Warnemünde und die Universität Rostock gemeinsam gestellt. Das Bundesministerium für Bildung und Forschung hat die Gelder für das 3,5 Millionen Euro teure Gerät bereitgestellt. Deutschlandweit gibt es bisher drei solcher Messeräte, weltweit ist das Gerät in Warnemünde Nummer 28.

Beim NanoSIMS handelt es sich um ein Messgerät (Sekundärionenmassenspektrometer, SIMS), mit dessen Hilfe die Forscher bestimmen können, aus welchen Atomen Zellen oder Festkörper aufgebaut sind. Es werden dabei nur wenige tausendstel Millimeter einer Probe analysiert und bildlich dargestellt. Die mögliche Auflösung am NanoSIMS entspricht – nach optimaler Vorbereitung - der Vergrößerung einer Ameise auf die Größe des Warnemünder Leuchtturms.

Die Ostseeforscher interessieren sich insbesondere für Mikroorganismen im Meer, die teilweise nicht größer als ein Bruchteil eines Millimeters werden, jedoch in großen Massen vorkommen und wichtige Funktionen im Ökosystem der Ostsee erfüllen. Beispiele sind Cyanobakterien, auch als „Blaualgen“ bezeichnet, die durch ihre Fähigkeit, Luft-Stickstoff zu binden, Jahr für Jahr im Hochsommer bedeutende Mengen dieses Nährstoffes in die Ostsee eintragen und so die Folgen der Überdüngung weiter verschärfen.

Das NanoSIMS ermöglicht nicht nur eine bildliche Darstellung dieser winzigen Organismen, sondern kann daneben auch die Aktivitäten einzelner Zellen dokumentieren. So wird zum Beispiel, nach entsprechender Vorbereitung der Proben, der Weg von Nährstoffen wie Stickstoff und Kohlenstoff in den Zellen sichtbar. Dadurch erhoffen sich die Forscher Erkenntnisse zur Wirkung veränderter Nährstoffeinträge oder zur Entstehung von Klimagasen.

Ehe das NanoSIMS aufgestellt werden konnte, wurde das dafür vorgesehene Labor aufwändig umgebaut. Neben einer Klimatisierung des Raumes war vor allem das Fundament an die Masse des Gerätes anzupassen, das mit 2.3 t dem Gewicht eines ausgewachsenen Nilpferdes entspricht. Hinzu kam der Einbau einer auf Luftfedern gelagerten Plattform, um Schwingungen zu vermindern. Nur so kann die hohe räumliche Auflösung erzielt werden. Auf der Straße vorüberfahrende Busse und im Labor umhergehende Personen könnten ohne diese Vorkehrungen die Messungen stören.

Kontakte für Rückfragen:

Dr. habil. Maren Voss; IOW; 0381 / 5197 209; maren.voss@io-warnemuende.de

Dr. Angela Vogts; IOW; 0381 / 5197 353; angela.vogts@io-warnemuende.de

Das IOW ist Mitglied der Leibniz-Gemeinschaft, zu der zurzeit 86 Forschungsinstitute und wissenschaftliche Infrastruktureinrichtungen für die Forschung sowie vier assoziierte Mitglieder gehören. Die Ausrichtung der Leibniz-Institute reicht von den Natur-, Ingenieur- und Umweltwissenschaften über die Wirtschafts-, Sozial- und Raumwissenschaften bis hin zu den Geisteswissenschaften. Leibniz-Institute bearbeiten gesamtgesellschaftlich relevante Fragestellungen strategisch und themenorientiert. Dabei bedienen sie sich verschiedener Forschungstypen wie Grundlagen-, Groß- und anwendungsorientierter Forschung. Sie legen neben der Forschung großen Wert auf wissenschaftliche Dienstleistungen sowie Wissenstransfer in Richtung Politik, Wissenschaft, Wirtschaft und Öffentlichkeit. Sie pflegen intensive Kooperationen mit Hochschulen, Industrie und anderen Partnern im In- und Ausland. Das externe Begutachtungsverfahren der Leibniz-Gemeinschaft setzt Maßstäbe. Jedes Leibniz-Institut hat eine Aufgabe von gesamtstaatlicher Bedeutung. Bund und Länder fördern die Institute der Leibniz-Gemeinschaft daher gemeinsam. Die Leibniz-Institute beschäftigen etwa 16.100 Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter, davon sind ca. 7.100 Wissenschaftler, davon wiederum 2.800 Nachwuchswissenschaftler. Der Gesamtetat der Institute liegt bei mehr als 1,3 Mrd. Euro, die Drittmittel betragen etwa 280 Mio. Euro pro Jahr. (www.leibniz-gemeinschaft.de)

Dr. Barbara Hentzsch | idw
Weitere Informationen:
http://www.leibniz-gemeinschaft.de

Weitere Berichte zu: IOW Labor Leibniz-Gemeinschaft NanoSIMS Ostsee Ostseeforschung Ostseeraum Warnemünde

Weitere Nachrichten aus der Kategorie Biowissenschaften Chemie:

nachricht Besser lernen dank Zink?
23.03.2017 | Gesellschaft Deutscher Chemiker e.V.

nachricht Raben: "Junggesellen" leben in dynamischen sozialen Gruppen
23.03.2017 | Universität Wien

Alle Nachrichten aus der Kategorie: Biowissenschaften Chemie >>>

Die aktuellsten Pressemeldungen zum Suchbegriff Innovation >>>

Die letzten 5 Focus-News des innovations-reports im Überblick:

Im Focus: Fliegende Intensivstationen: Ultraschallgeräte in Rettungshubschraubern können Leben retten

Etwa 21 Millionen Menschen treffen jährlich in deutschen Notaufnahmen ein. Im Kampf zwischen Leben und Tod zählt für diese Patienten jede Minute. Wenn sie schon kurz nach dem Unfall zielgerichtet behandelt werden können, verbessern sich ihre Überlebenschancen erheblich. Damit Notfallmediziner in solchen Fällen schnell die richtige Diagnose stellen können, kommen in den Rettungshubschraubern der DRF Luftrettung und zunehmend auch in Notarzteinsatzfahrzeugen mobile Ultraschallgeräte zum Einsatz. Experten der Deutschen Gesellschaft für Ultraschall in der Medizin e.V. (DEGUM) schulen die Notärzte und Rettungsassistenten.

Mit mobilen Ultraschallgeräten können Notärzte beispielsweise innere Blutungen direkt am Unfallort identifizieren und sie bei Bedarf auch für Untersuchungen im...

Im Focus: Gigantische Magnetfelder im Universum

Astronomen aus Bonn und Tautenburg in Thüringen beobachteten mit dem 100-m-Radioteleskop Effelsberg Galaxienhaufen, das sind Ansammlungen von Sternsystemen, heißem Gas und geladenen Teilchen. An den Rändern dieser Galaxienhaufen fanden sie außergewöhnlich geordnete Magnetfelder, die sich über viele Millionen Lichtjahre erstrecken. Sie stellen die größten bekannten Magnetfelder im Universum dar.

Die Ergebnisse werden am 22. März in der Fachzeitschrift „Astronomy & Astrophysics“ veröffentlicht.

Galaxienhaufen sind die größten gravitativ gebundenen Strukturen im Universum, mit einer Ausdehnung von etwa zehn Millionen Lichtjahren. Im Vergleich dazu ist...

Im Focus: Giant Magnetic Fields in the Universe

Astronomers from Bonn and Tautenburg in Thuringia (Germany) used the 100-m radio telescope at Effelsberg to observe several galaxy clusters. At the edges of these large accumulations of dark matter, stellar systems (galaxies), hot gas, and charged particles, they found magnetic fields that are exceptionally ordered over distances of many million light years. This makes them the most extended magnetic fields in the universe known so far.

The results will be published on March 22 in the journal „Astronomy & Astrophysics“.

Galaxy clusters are the largest gravitationally bound structures in the universe. With a typical extent of about 10 million light years, i.e. 100 times the...

Im Focus: Auf der Spur des linearen Ubiquitins

Eine neue Methode ermöglicht es, den Geheimcode linearer Ubiquitin-Ketten zu entschlüsseln. Forscher der Goethe-Universität berichten darüber in der aktuellen Ausgabe von "nature methods", zusammen mit Partnern der Universität Tübingen, der Queen Mary University und des Francis Crick Institute in London.

Ubiquitin ist ein kleines Molekül, das im Körper an andere Proteine angehängt wird und so deren Funktion kontrollieren und verändern kann. Die Anheftung...

Im Focus: Tracing down linear ubiquitination

Researchers at the Goethe University Frankfurt, together with partners from the University of Tübingen in Germany and Queen Mary University as well as Francis Crick Institute from London (UK) have developed a novel technology to decipher the secret ubiquitin code.

Ubiquitin is a small protein that can be linked to other cellular proteins, thereby controlling and modulating their functions. The attachment occurs in many...

Alle Focus-News des Innovations-reports >>>

Anzeige

Anzeige

IHR
JOB & KARRIERE
SERVICE
im innovations-report
in Kooperation mit academics
Veranstaltungen

Lebenswichtige Lebensmittelchemie

23.03.2017 | Veranstaltungen

Die „Panama Papers“ aus Programmierersicht

22.03.2017 | Veranstaltungen

Über Raum, Zeit und Materie

22.03.2017 | Veranstaltungen

 
VideoLinks
B2B-VideoLinks
Weitere VideoLinks >>>
Aktuelle Beiträge

Besser lernen dank Zink?

23.03.2017 | Biowissenschaften Chemie

Lebenswichtige Lebensmittelchemie

23.03.2017 | Veranstaltungsnachrichten

Innenraum-Ortung für dynamische Umgebungen

23.03.2017 | Architektur Bauwesen