Forum für Wissenschaft, Industrie und Wirtschaft

Hauptsponsoren:     3M 
Datenbankrecherche:

 

Epilepsie: Vererbung bei Mäusen gestoppt

05.08.2009
Forscher weisen Gendefekt als Ursache für die Krankheit nach

Wissenschaftler der University of Leeds haben es geschafft, zu verhindern, dass eine durch ein fehlerhaftes Gen verursachte Epilepsie an weitere Generationen von Mäusen weiter vererbt wird.

Das entscheidende Gen Atp1a3 reguliert die Werte von Chemikalien wie Natrium und Kalium in den Gehirnzellen. Es wird seit langem vermutet, dass ein Ungleichgewicht dieser beiden Stoffe für einen Teil der Epilepsie-Erkrankungen verantwortlich ist. Die in den Proceedings of the National Academy of Sciences veröffentlichte Untersuchung macht Hoffnung auf neue Behandlungsansätze.

Laut dem leitenden Wissenschaftler Steve Clapcote ist die aktuelle Studie die erste, die ohne jeden Zweifel beweise, dass ein Defekt dieses Gens verantwortlich ist. Es sei aber noch viel Arbeit für den Nachweis erforderlich, dass der gleiche Mechanismus auch beim Menschen auftritt. Das menschliche Atp1a3-Gen stimmt jedoch zu mehr als 99 Prozent mit dem der Mäuse überein. Bei den meisten Epilepsie-Erkrankungen sind die Ursachen laut BBC auch heute noch unbekannt. Die derzeit auf dem Markt befindlichen Medikamente helfen rund einem Drittel der Patienten nicht.

Das Team um Clapcote konzentrierte sich auf Myshkin-Mäuse, die zu Anfällen neigen. Es wies nach, dass Tiere, die Anfälle hatten, über eine bestimmte fehlerhafte Version von Atp1a3 verfügten. Diese Tiere reagierten auf die Behandlung mit der häufig eingesetzten Valproinsäure. Damit war bewiesen, dass sie tatsächlich an einer Form von Epilepsie litten.

In einem nächsten Schritt züchteten die Wissenschaftler Tiere mit einer zusätzlichen normalen Kopie von Atp1a3. Das zusätzliche Gen wirkte bei den Nachkommen gegen das fehlerhafte. Diese Tiere waren absolut gesund. Laut Clapcote untersuchen die Forscher derzeit DNA-Proben von Epilepsie-Patienten. Sie wollen herausfinden, ob dieser Gendefekt auch beim Menschen eine Rolle spielt.

Michaela Monschein | pressetext.austria
Weitere Informationen:
http://www.leeds.ac.uk

Weitere Berichte zu: Atp1a3 Clapcote DNA-Proben Epilepsie Epilepsie-Erkrankungen Gen FTO Gendefekt Mäuse Vererbung

Weitere Nachrichten aus der Kategorie Biowissenschaften Chemie:

nachricht Zebras: Immer der Erinnerung nach
24.05.2017 | Senckenberg Forschungsinstitut und Naturmuseen

nachricht Wichtiges Regulator-Gen für die Bildung der Herzklappen entdeckt
24.05.2017 | Universität Basel

Alle Nachrichten aus der Kategorie: Biowissenschaften Chemie >>>

Die aktuellsten Pressemeldungen zum Suchbegriff Innovation >>>

Die letzten 5 Focus-News des innovations-reports im Überblick:

Im Focus: Orientierungslauf im Mikrokosmos

Physiker der Universität Würzburg können auf Knopfdruck einzelne Lichtteilchen erzeugen, die einander ähneln wie ein Ei dem anderen. Zwei neue Studien zeigen nun, welches Potenzial diese Methode hat.

Der Quantencomputer beflügelt seit Jahrzehnten die Phantasie der Wissenschaftler: Er beruht auf grundlegend anderen Phänomenen als ein herkömmlicher Rechner....

Im Focus: A quantum walk of photons

Physicists from the University of Würzburg are capable of generating identical looking single light particles at the push of a button. Two new studies now demonstrate the potential this method holds.

The quantum computer has fuelled the imagination of scientists for decades: It is based on fundamentally different phenomena than a conventional computer....

Im Focus: Tumult im trägen Elektronen-Dasein

Ein internationales Team von Physikern hat erstmals das Streuverhalten von Elektronen in einem nichtleitenden Material direkt beobachtet. Ihre Erkenntnisse könnten der Strahlungsmedizin zu Gute kommen.

Elektronen in nichtleitenden Materialien könnte man Trägheit nachsagen. In der Regel bleiben sie an ihren Plätzen, tief im Inneren eines solchen Atomverbunds....

Im Focus: Turmoil in sluggish electrons’ existence

An international team of physicists has monitored the scattering behaviour of electrons in a non-conducting material in real-time. Their insights could be beneficial for radiotherapy.

We can refer to electrons in non-conducting materials as ‘sluggish’. Typically, they remain fixed in a location, deep inside an atomic composite. It is hence...

Im Focus: Hauchdünne magnetische Materialien für zukünftige Quantentechnologien entwickelt

Zweidimensionale magnetische Strukturen gelten als vielversprechendes Material für neuartige Datenspeicher, da sich die magnetischen Eigenschaften einzelner Molekülen untersuchen und verändern lassen. Forscher haben nun erstmals einen hauchdünnen Ferrimagneten hergestellt, bei dem sich Moleküle mit verschiedenen magnetischen Zentren auf einer Goldfläche selbst zu einem Schachbrettmuster anordnen. Dies berichten Wissenschaftler des Swiss Nanoscience Institutes der Universität Basel und des Paul Scherrer Institutes in der Wissenschaftszeitschrift «Nature Communications».

Ferrimagneten besitzen zwei magnetische Zentren, deren Magnetismus verschieden stark ist und in entgegengesetzte Richtungen zeigt. Zweidimensionale, quasi...

Alle Focus-News des Innovations-reports >>>

Anzeige

Anzeige

IHR
JOB & KARRIERE
SERVICE
im innovations-report
in Kooperation mit academics
Veranstaltungen

Meeresschutz im Fokus: Das IASS auf der UN-Ozean-Konferenz in New York vom 5.-9. Juni

24.05.2017 | Veranstaltungen

Diabetes Kongress in Hamburg beginnt heute: Rund 6000 Teilnehmer werden erwartet

24.05.2017 | Veranstaltungen

Wissensbuffet: „All you can eat – and learn”

24.05.2017 | Veranstaltungen

 
VideoLinks
B2B-VideoLinks
Weitere VideoLinks >>>
Aktuelle Beiträge

Hochspannung für den Teilchenbeschleuniger der Zukunft

24.05.2017 | Physik Astronomie

3D-Graphen: Experiment an BESSY II zeigt, dass optische Eigenschaften einstellbar sind

24.05.2017 | Physik Astronomie

Optisches Messverfahren für Zellanalysen in Echtzeit - Ulmer Physiker auf der Messe "Sensor+Test"

24.05.2017 | Messenachrichten