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Enzym bestimmt Unfruchtbarkeit oder Fehlgeburt

18.10.2011
Niedrige SGK1-Werte machen anfälliger für zellularen Stress

Wissenschaftler des Imperial College London haben ein Protein identifiziert, das als eine Art von "Fruchtbarkeits-Schalter" arbeitet. Sind die Werte zu hoch, erhöht sich die Unfruchtbarkeit, sind sie zu niedrig, erhöht sich die Wahrscheinlichkeit einer Fehlgeburt. Das Team um Jan Brosens vom Institute of Reproductive and Developmental Biology entnahm bei mehr als 100 Frauen Proben der Gebärmutterschleimhaut. Die Forscher schreiben in Nature Medicine http://nature.com , dass Frauen mit Unfruchtbarkeit über hohe Werte des Enzyms SGK1 verfügen, während diese nach einer Fehlgeburt niedrig waren.

SGK1-Werte entscheidend

Fruchtbarkeitsexperten wie Richard Fleming vom Glasgow Centre for Reproductive Medicine betonten, dass diese Untersuchungsergebnisse neue Wege für die Forschung eröffnen könnten, wie die BBC berichtet. Zum Hintergrund: Eine von sechs Frauen hat Schwierigkeiten dabei schwanger zu werden. Eine von 100 Frauen erleidet immer wieder Fehlgeburten. Drei oder mehr aufeinander folgende Schwangerschaften enden nicht mit der Geburt eines Kindes.

Die Wissenschaftler führten neben den Untersuchungen am Menschen zusätzlich Tests an Mäusen durch. Diese ergaben, dass die SGK1-Werte in der Gebärmutterschleimhaut in dem Zeitraum, in dem eine Schwangerschaft möglich ist, sinken. Wurden zusätzliche Kopien des SGK1-Gens implantiert, war eine Schwangerschaft nicht mehr möglich. Daher scheint das Sinken der Werte für die Empfänglichkeit der Gebärmutter für Embryos von entscheidender Bedeutung zu sein.

Medikamentöses Blockieren

Die Forscher kommen zu folgendem Schluss: Bleiben die Werte auch während der Schwangerschaft niedrig, scheint das zu ganz anderen Problemen zu führen. Wurde das SGK1-Gen blockiert, wurden die Mäuse problemlos schwanger. Sie verfügten jedoch über kleinere Würfe und zeigten Symptome von Blutungen. Das legt nahe, dass ein Mangel an SGK1 eine Fehlgeburt wahrscheinlicher macht.

Laut Brosens zeigen die Experimente bei Mäusen, dass ein kurzfristiges Absinken der SGK1-Werte für die Schwangerschaft von entscheidender Bedeutung ist. Proben menschlichen Gewebes zeigten jedoch auch, dass sie bei Frauen hoch blieben, die nur schwer schwanger werden. "Ich kann mir vorstellen, dass wir in Zukunft die Gebärmutterschleimhaut vor einer künstlichen Befruchtung mit Medikamenten behandeln, die SGK1 blockieren."

Nachdem ein Embryo implantiert ist, verwandelt sich die Gebärmutterschleimhaut in die so genannte Schwangerschaftsschleimhaut. Labortests haben bisher gezeigt, dass geringe Werte des Enzyms die Fähigkeit von Zellen in der Schwangerschaftsschleimhaut beeinträchtigen können, sich gegen oxidativen Stress zu schützen. Dabei kommt es zu einer zu großen Menge von reaktiven Chemikalien in den Zellen. Es sei nachgewiesen, dass niedrige SGK1-Werte die Gebärmutterschleimhaut anfälliger für zellularen Stress machen.

Michaela Monschein | pressetext.redaktion
Weitere Informationen:
http://imperial.ac.uk

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