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Entzündungshemmer entdeckt

08.11.2010
Biochemiker der Uni Kiel identifizieren mit internationalen Wissenschaftlern wichtigen Botenstoff im Immunsystem

Der Botenstoff Interleukin-27 spielt eine wichtige Rolle, wenn der menschliche Körper Entzündungen eindämmt. Das hat ein internationales Forscherteam, dem auch die Kieler Professoren Joachim Grötzinger und Stefan Rose-John sowie der Doktorand Björn Spudy angehören, nun entdeckt.

Die Ergebnisse der Wissenschaftler aus Kiel, den USA und Großbritannien sind am gestrigen Sonntag (07.11.2010) in der Online-Vorabausgabe von Nature Immunology erschienen.

Das menschliche Immunsystem reagiert auf Verletzungen und Infektionen des Körpers mit Entzündungen. Sie sind für den Heilungsprozess wichtig, können aber selbst schädlich wirken, wenn sie chronisch werden. Ausgelöst werden Entzündungen durch Botenstoffe wie das Zytokin Interleukin-6 (IL-6).

Dieses Peptidhormon dockt an spezielle Rezeptormoleküle auf Zellen an und treibt so die Entzündung. "Wir haben beobachtet, dass ein anderes Zytokin, Interleukin-27 diese Wirkung aufheben kann", erklärt Professor Joachim Grötzinger vom Institut für Biochemie der Christian-Albrechts-Universität zu Kiel. "IL-27 dockt an die gleichen Rezeptoren an wie IL-6 und hemmt so die Entzündungsreaktion." Die Kieler Biochemiker konnten das internationale Forscherteam besonders mit ihrem Wissen über IL-6 unterstützen.

"Damit beschäftigen wir uns seit über 20 Jahren", so Grötzinger. "Wir hoffen, dass diese grundlegende Erkenntnis eines Tages bei der Heilung chronischer Entzündungskrankheiten helfen kann", ergänzt Professor Stefan Rose-John.

Die Christian-Albrechts-Universität zu Kiel (CAU) hat als Forschungsuniversität im Norden Deutschlands eine ausgewiesene internationale Expertise im Bereich der Lebenswissenschaften. Dies unterstreicht etwa der Exzellenzcluster Entzündungsforschung, mit dem die CAU in der ersten Runde der bundesweiten Exzellenzinitiative gemeinsam mit der Universität Lübeck und dem Forschungszentrum Borstel erfolgreich war.

Auch der Sonderforschungsbereich 877 "Proteolyse als regulatorisches Ereignis in der Pathophysiologie“, dessen Sprecher Rose-John ist und dem auch Grötzinger angehört, belegt die Kieler Kompetenz im Bereich der Lebenswissenschaften. Der SFB 877 beschäftigt sich mit Signalwegen im Zellinneren und zwischen Zellen, die durch die Spaltung von Proteinen ausgelöst werden.

Originalveröffentlichung:
A role for IL-27p28 as an antagonist of gp130-mediated signaling. Nature Immunology 2010, DOI: 10.1038/ni.1957
Kontakt:
Institut für Biochemie
Christian-Albrechts-Universität zu Kiel
Prof. Dr. Joachim Grötzinger
Tel.: 0431/880-1686
E-Mail: jgroetzinger@biochem.uni-kiel.de
Prof. Dr. Stefan Rose-John
Tel.: 0431/880-3336
E-Mail: rosejohn@biochem.uni-kiel.de

Sandra Sieraad | idw
Weitere Informationen:
http://www.uni-kiel.de

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