Forum für Wissenschaft, Industrie und Wirtschaft

Hauptsponsoren:     3M 
Datenbankrecherche:

 

Einzeller auf Hochtouren: RUB-Forscher gewinnen Biogas aus Algen

20.01.2012
RUBIN: CO2 sparen und umweltfreundlich Energie gewinnen

Was auf dem Gartenteich und im Aquarium vielleicht lästig ist, ist für die Industrie ein Segen. Algen wachsen schnell und bauen klimaschädliches CO2 in Biomasse um. RUB-Forscher arbeiten daran, dieses Algenprodukt in Form von Biogas möglichst effizient nutzbar zu machen.

Es kann zum Beispiel als Energielieferant dienen. Dr. Mandy Gerber und Dipl.-Biol. Sebastian Schwede befassen sich damit, die größtmögliche Ausbeute aus den Einzellern herauszuholen. Über ihre Arbeit berichtet RUBIN, das Wissenschaftsmagazin der Ruhr-Universität Bochum, in seiner aktuellen Jubiläumsausgabe zum 20. Geburtstag des Magazins.

Den vollständigen Beitrag mit Bildern zum Herunterladen finden Sie im Internet unter: http://www.rub.de/rubin

CO2 fixieren und Energie gewinnen

Da Mikroalgen im Vergleich zu Landpflanzen deutlich schneller wachsen, sind sie eine attraktive Quelle zur Biomassenproduktion. Dass sie für ihr Wachstum CO2 benötigen, macht sie interessant für Energiekonzerne, die die Menge des bei Verbrennungsprozessen ausgestoßenen Kohlendioxids reduzieren wollen. Mandy Gerber und Sebastian Schwede prüfen mit Tests im Labor, ob die Biogasproduktion aus Algenbiomasse energetisch, ökologisch und auch ökonomisch sinnvoller ist als die derzeit favorisierte Biogasproduktion aus Energiepflanzen wie Mais.
Hitze, Einfrieren, Mikrowellen: Die Zellstruktur knacken

Mais bringt hohe Gaserträge, weil er reich an Kohlenhydraten ist, die schnell zu Biogas fermentiert werden können. Dagegen enthalten Algen viele Eiweißen und Fette, die zwar zu höheren Gasausbeuten und erhöhten Methananteilen führen, aber wegen der robusten Zellstruktur der Einzeller den Biogas-Bakterien kaum zugänglich sind. Die Bochumer Forscher versuchen daher, die Zellen durch Erwärmen, Einfrieren, mit Mikrowellen, Ultraschall oder Druck aufzubrechen. So erzielen sie zum Beispiel nach einer achtstündigen Erhitzung auf 100 Grad eine um 50 Prozent höhere Biogasausbeute. Außerdem testen sie Mischungen mit anderen Energiepflanzen. „Eine bestimmte Menge Mais erzeugt zum Beispiel 500 Liter Gasgemisch, dieselbe Menge Algen 200 Liter. Bei der Kovergärung entstehen aufgrund von synergetischen Effekten aber nicht 700 Liter, sondern 800 bis 900 Liter Gasgemisch“, erklärt Mandy Gerber. Ein Traum der Algenforscher ist, die Mikroalgen in kargen Landschaften zu vermehren. Ein weiterer Vorteil der Algen gegenüber anderen Energiepflanzen wie Mais ist, dass die Biogaserzeugung dabei nicht in Konkurrenz zur Nahrungsmittelproduktion steht.

Weitere Themen in RUBIN

In RUBIN 2/2011 finden Sie außerdem folgen Themen: Wasser: Mehr als nur Hintergrund; Lernende Hirnzellen: Motivation nutzen; Verantwortung gegenüber von Armut Betroffenen: Pflichten stark machen; Die Umweltverantwortung von Unternehmen; Grübler oder Macher; Der schnellste Stern im Universum; Wie sich der Gehirntumor verrät; Geselligkeit hält geistig fit. RUBIN ist in der Stabsstelle Strategische PR und Markenbildung zum Preis von 2,50 Euro erhältlich und online unter http://www.rub.de/rubin

Weitere Informationen

Dr. Mandy Gerber, Sebastian Schwede, Lehrstuhl Thermodynamik, Fakultät für Maschinenbau der Ruhr-Universität, 44780 Bochum, Tel. 0234/32-23804/-26390, E-Mail: gerber@thermo.rub.de, schwede@thermo.rub.de

Redaktion: Meike Drießen

Dr. Josef König | idw
Weitere Informationen:
http://www.rub.de/rubin
http://www.ruhr-uni-bochum.de/rubin/rubin-winter-2011/beitraege/beitrag9.html

Weitere Nachrichten aus der Kategorie Biowissenschaften Chemie:

nachricht Adenoviren binden gezielt an Strukturen auf Tumorzellen
23.04.2018 | Eberhard Karls Universität Tübingen

nachricht Software mit Grips
20.04.2018 | Max-Planck-Institut für Hirnforschung, Frankfurt am Main

Alle Nachrichten aus der Kategorie: Biowissenschaften Chemie >>>

Die aktuellsten Pressemeldungen zum Suchbegriff Innovation >>>

Die letzten 5 Focus-News des innovations-reports im Überblick:

Im Focus: Moleküle brillant beleuchtet

Physiker des Labors für Attosekundenphysik, der Ludwig-Maximilians-Universität und des Max-Planck-Instituts für Quantenoptik haben eine leistungsstarke Lichtquelle entwickelt, die ultrakurze Pulse über einen Großteil des mittleren Infrarot-Wellenlängenbereichs generiert. Die Wissenschaftler versprechen sich von dieser Technologie eine Vielzahl von Anwendungen, unter anderem im Bereich der Krebsfrüherkennung.

Moleküle sind die Grundelemente des Lebens. Auch wir Menschen bestehen aus ihnen. Sie steuern unseren Biorhythmus, zeigen aber auch an, wenn dieser erkrankt...

Im Focus: Molecules Brilliantly Illuminated

Physicists at the Laboratory for Attosecond Physics, which is jointly run by Ludwig-Maximilians-Universität and the Max Planck Institute of Quantum Optics, have developed a high-power laser system that generates ultrashort pulses of light covering a large share of the mid-infrared spectrum. The researchers envisage a wide range of applications for the technology – in the early diagnosis of cancer, for instance.

Molecules are the building blocks of life. Like all other organisms, we are made of them. They control our biorhythm, and they can also reflect our state of...

Im Focus: Metalle verbinden ohne Schweißen

Kieler Prototyp für neue Verbindungstechnik wird auf Hannover Messe präsentiert

Schweißen ist noch immer die Standardtechnik, um Metalle miteinander zu verbinden. Doch das aufwändige Verfahren unter hohen Temperaturen ist nicht überall...

Im Focus: Software mit Grips

Ein computergestütztes Netzwerk zeigt, wie die Ionenkanäle in der Membran von Nervenzellen so verschiedenartige Fähigkeiten wie Kurzzeitgedächtnis und Hirnwellen steuern können

Nervenzellen, die auch dann aktiv sind, wenn der auslösende Reiz verstummt ist, sind die Grundlage für ein Kurzzeitgedächtnis. Durch rhythmisch aktive...

Im Focus: Der komplette Zellatlas und Stammbaum eines unsterblichen Plattwurms

Von einer einzigen Stammzelle zur Vielzahl hochdifferenzierter Körperzellen: Den vollständigen Stammbaum eines ausgewachsenen Organismus haben Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler aus Berlin und München in „Science“ publiziert. Entscheidend war der kombinierte Einsatz von RNA- und computerbasierten Technologien.

Wie werden aus einheitlichen Stammzellen komplexe Körperzellen mit sehr unterschiedlichen Funktionen? Die Differenzierung von Stammzellen in verschiedenste...

Alle Focus-News des Innovations-reports >>>

Anzeige

Anzeige

VideoLinks
Industrie & Wirtschaft
Veranstaltungen

Fraunhofer eröffnet Community zur Entwicklung von Anwendungen und Technologien für die Industrie 4.0

23.04.2018 | Veranstaltungen

Mars Sample Return – Wann kommen die ersten Gesteinsproben vom Roten Planeten?

23.04.2018 | Veranstaltungen

Internationale Konferenz zur Digitalisierung

19.04.2018 | Veranstaltungen

VideoLinks
Wissenschaft & Forschung
Weitere VideoLinks im Überblick >>>
 
Aktuelle Beiträge

Moleküle brillant beleuchtet

23.04.2018 | Physik Astronomie

Sauber und effizient - Fraunhofer ISE präsentiert Wasserstofftechnologien auf Hannover Messe

23.04.2018 | HANNOVER MESSE

Fraunhofer IMWS entwickelt biobasierte Faser-Kunststoff-Verbunde für Leichtbau-Anwendungen

23.04.2018 | Materialwissenschaften

Weitere B2B-VideoLinks
IHR
JOB & KARRIERE
SERVICE
im innovations-report
in Kooperation mit academics