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Einige Korallen könnten Erwärmung überleben

23.02.2010
Keine Entwarnung vor Gefahren für empfindliche Ökosysteme

Ein internationales Wissenschaftsteam hat entdeckt, dass bisher unbekannte Algen im Korallenriff möglicherweise auch höhere Wassertemperaturen überleben können. Im nordöstlichen Indischen Ozean konnten die Forscher solche bisher unbekannte Spezies von symbiotisch lebenden Algen in Korallenstöcken feststellen.

"Die Existenz so vieler bisher unbekannter Korallensymbiosen in einem Gebiet, das für die meisten bisher bekannten Korallen zu warm ist, gibt uns Hoffnung, dass zumindest in einigen Regionen der Erde, die Riffökosysteme erhalten bleiben", so Studienautor Todd LaJeunesse von der Penn State University. Die bisher unbekannten Algen wurden in der Andamanen-See entdeckt, berichten die Forscher im Fachmagazin Journal of Biogeography.

Sensitive Symbiose am Riff

Unabhängig von den Untersuchungen der Forscher um LaJeunesse hat Simon Donner, Professor am Department für Geographie an der University of British Columbia, bei der derzeit in San Diego stattfindenden Jahreskonferenz der AAAS ein dramatisches Bild über die Zukunft der Korallenriffe gezeichnet. Umweltfaktoren stören die Symbiose zwischen den Korallen und den Algen massiv. Wenn diese Algen sterben, sterben auch die Korallen und bleichen aus.

"Bis vor 30 Jahren war das Phänomen der Massen-Korallenbleiche ein extrem seltenes Ereignis", so der Forscher, der sich seit Jahren mit dem Thema beschäftigt. "Selbst für den Fall, dass wir sämtliche Emissionen über Nacht einstellen, reicht das Erwärmungspotenzial aus, um das Sterben der Riffe voranzutreiben."

Riffe als Nahrungsquelle und Schutz vor Fluten

"Bedenkt man, wie viele Millionen Menschen in den Tropen von Korallenriffen abhängig sind, weil sie dort fischen oder weil Riffe ihre Siedlungen vor Fluten schützen, ist der Verlust dieser Habitate ein ernst zu nehmendes Problem", so Donner. "Kein Forscher behauptet, dass alle Korallenriffe verschwinden werden. Einige werden sicher überleben, allerdings nur in gewissen Regionen, die nicht so stark erwärmt werden."

Auch der Korallen-Experte Christian Wild von der Universität München http://www.palmuc.de/core/ betont im pressetext-Interview die Notwendigkeit zur sofortigen Reduktion der Emission von Treibhausgasen, insbesonders CO2. Katastrophal wirkt sich auf die marinen Ökosysteme neben der Erwärmung und Ansäuerung auch die begleitende zunehmende Sauerstoffarmut in den Weltmeeren aus.

Man müsse alles unternehmen, um die CO2-Emissionen sofort drastisch zu minimieren. "Dazu kann jeder von uns beitragen durch individuelle Verhaltensänderungen, aber auch durch seine Entscheidung am Wahltag." Darüber hinaus sei die Schaffung von Netzwerken aus Schutzgebieten aber ein erwiesenermaßen wichtiges Werkzeug, um marine Lebensräume zu stärken, so dass sie sich besser von durch den Klimawandel erzeugten Schädigungen (z.B. Korallenbleichen) erholen können.

Wolfgang Weitlaner | pressetext.deutschland
Weitere Informationen:
http://www.psu.edu
http://www.ubc.ca

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