Forum für Wissenschaft, Industrie und Wirtschaft

Hauptsponsoren:     3M 
Datenbankrecherche:

 

Effektive Methode zur DNA-Sequenzierung entdeckt

06.01.2010
Elektrische Felder ziehen Erbgut durch Nanoporen

Biomediziner der Boston University haben eine effektive und vor allem kostengünstigere Methode gefunden, um in Zukunft DNA zu sequenzieren. In einer Studie, die im aktuellen Fachmagazin Nature Nanotechnology publiziert wurde, beschreibt das Forscherteam um Amit Meller wie die neue Methode, bei der auch deutlich weniger DNA-Substanz benötigt wird, funktioniert.

Bei der neuen Sequenzierungsmethode transportieren elektrische Felder lange Stränge von DNA durch vier Nanometer große Poren. Der Vorgang sei ähnlich wie "einen Faden in eine Nadel einzufädeln." Die Methode nutzt sensitive elektrische Spannungen um einzelne DNA-Moleküle zu erfassen, wenn sie durch die Nanoporen wandern.

Kleinere Mengen Erbgut reichen aus

"Die aktuelle Studie zeigt, dass wir viel kleinere Mengen an sequenzierfähigem Material brauchen als bisher", so Meller. "Wenn man nun beginnt Genome zu sequenzieren oder Genprofile herzustellen und die Nanoporen nutzt, könnten sie auf unseren Nanoporen-Einfang setzen, um die Zahl der Kopien zu verringern, die sonst für diese Maßnahmen gebraucht werden."

Bei derzeitigen Sequenzierungstechniken wird das Erbgut so stark vervielfältigt, dass eine Kette entsteht, die lang genug ist, um sie zu lesen. Nachteile dabei sind der große Zeitaufwand und hohe Kosten. Zudem sind einige der Moleküle ähnlich wie Fotokopien von Fotokopien qualitativ sehr schlecht.

Nanowelt folgt eigenen Gesetzen

Meller und sein Team, dem auch Kollegen von der New York University und der Bar-Ilan University in Israel angehören, haben elektrische Felder, die am Mund der Nanoporen vorhanden sind, nutzbar gemacht, um lange negativ geladene DNA-Stränge anzuziehen. Die werden dann durch die Nanoporen geführt, wo die DNA-Sequenz erfasst wird. Da die DNA aus einer bestimmten Distanz zu den Nanoporen gezogen wird, sind viel weniger Kopien des Moleküls erforderlich.

Bevor die Forscher diese Methode entwickelt haben, mussten sie sich mit den elektro-physikalischen Vorgängen der Nanotechnologie auseinandersetzen. Dort gelten nicht notwendigerweise dieselben mathematisch-physikalischen Gesetze wie in der "großen Welt". Sie machten die kontraintuitive Entdeckung, dass je länger der DNA-Strang war, desto schneller er die Porenöffnung fand.

Wolfgang Weitlaner | pressetext.austria
Weitere Informationen:
http://web.bu.edu

Weitere Nachrichten aus der Kategorie Biowissenschaften Chemie:

nachricht Das Geheimnis der Sojabohne: Mainzer Forscher untersuchen Ölkörperchen in Sojabohnen
20.06.2018 | Max-Planck-Institut für Polymerforschung

nachricht Schlüsselmolekül des Alterns entdeckt
20.06.2018 | Deutsches Krebsforschungszentrum

Alle Nachrichten aus der Kategorie: Biowissenschaften Chemie >>>

Die aktuellsten Pressemeldungen zum Suchbegriff Innovation >>>

Die letzten 5 Focus-News des innovations-reports im Überblick:

Im Focus: Temperaturgesteuerte Faser-Lichtquelle mit flüssigem Kern

Die moderne medizinische Bildgebung und neue spektroskopische Verfahren benötigen faserbasierte Lichtquellen, die breitbandiges Laserlicht im nahen und mittleren Infrarotbereich erzeugen. Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler des Leibniz-Instituts für Photonische Technologien Jena (Leibniz-IPHT) zeigen in einer aktuellen Veröffentlichung im renommierten Fachblatt Optica, dass sie die optischen Eigenschaften flüssigkeitsgefüllter Fasern und damit die Bandbreite des Laserlichts gezielt über die Umgebungstemperatur steuern können.

Das Besondere an den untersuchten Fasern ist ihr Kern. Er ist mit Kohlenstoffdisulfid gefüllt - einer flüssigen chemischen Verbindung mit hoher optischer...

Im Focus: Temperature-controlled fiber-optic light source with liquid core

In a recent publication in the renowned journal Optica, scientists of Leibniz-Institute of Photonic Technology (Leibniz IPHT) in Jena showed that they can accurately control the optical properties of liquid-core fiber lasers and therefore their spectral band width by temperature and pressure tuning.

Already last year, the researchers provided experimental proof of a new dynamic of hybrid solitons– temporally and spectrally stationary light waves resulting...

Im Focus: Revolution der Rohre

Forscher*innen des Instituts für Sensor- und Aktortechnik (ISAT) der Hochschule Coburg lassen Rohrleitungen, Schläuchen oder Behältern in Zukunft regelrecht Ohren wachsen. Sie entwickelten ein innovatives akustisches Messverfahren, um Ablagerungen in Rohren frühzeitig zu erkennen.

Rückstände in Abflussleitungen führen meist zu unerfreulichen Folgen. Ein besonderes Gefährdungspotential birgt der Biofilm – eine Schleimschicht, in der...

Im Focus: Überdosis Calcium

Nanokristalle beeinflussen die Differenzierung von Stammzellen während der Knochenbildung

Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler der Universitäten Freiburg und Basel haben einen Hauptschalter für die Regeneration von Knochengewebe identifiziert....

Im Focus: Overdosing on Calcium

Nano crystals impact stem cell fate during bone formation

Scientists from the University of Freiburg and the University of Basel identified a master regulator for bone regeneration. Prasad Shastri, Professor of...

Alle Focus-News des Innovations-reports >>>

Anzeige

Anzeige

VideoLinks
Industrie & Wirtschaft
Veranstaltungen

DFG unterstützt Kongresse und Tagungen im August 2018

20.06.2018 | Veranstaltungen

Hengstberger-Symposium zur Sternentstehung

19.06.2018 | Veranstaltungen

LymphomKompetenz KOMPAKT: Neues vom EHA2018

19.06.2018 | Veranstaltungen

VideoLinks
Wissenschaft & Forschung
Weitere VideoLinks im Überblick >>>
 
Aktuelle Beiträge

DFG unterstützt Kongresse und Tagungen im August 2018

20.06.2018 | Veranstaltungsnachrichten

Breitbandservices von DNS:NET erweitert

20.06.2018 | Unternehmensmeldung

Mit Parasiten infizierte Stichlinge beeinflussen Verhalten gesunder Artgenossen

20.06.2018 | Biowissenschaften Chemie

Weitere B2B-VideoLinks
IHR
JOB & KARRIERE
SERVICE
im innovations-report
in Kooperation mit academics