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Duft als Lebensretter

18.06.2012
Magdeburger Hirnforscher ergründen den Geruchssinn bei Nagetieren und dessen Einfluss auf ihr Verhalten

Gerüche können sehr speziell sein und lösen bei Mensch und Tier individuelle Reaktionen aus. Das ist allgemein bekannt, doch was passiert dabei genau im Gehirn?

Dieser Frage widmet sich jetzt eine Forschergruppe der Otto-von-Guericke Universität und des Leibniz-Institutes für Neurobiologie (LIN) aus Magdeburg. Die Wissenschaftler konnten sich beim NeuroNetwork-Wettbewerb 2012 des Forschungszentrums „Center for Behavioral Brain Sciences“ (CBBS) mit ihrem Projekt „Geruchs-indiziertes Furchtverhalten bei Nagetieren“ gegenüber vier weiteren Konkurrenzprojekten durchsetzen.

Die Wissenschaftler aus der Pharmakologie, der Neurobiologie und der Anatomie wollen herausfinden, welche Nervenbahnen bei Mäusen für das Erkennen von typischen Raubtiergerüchen verantwortlich und welche molekularen Prozesse im Gehirn daran beteiligt sind. Dabei wird ein Geruchsstoff verwendet, der im Urin von bekannten Raubtieren vorkommt. Dieser löst bei Nagetieren automatisch Furcht aus und leitet zu einem defensiven Verhalten an, das schlussendlich das Überleben sichert.

Bei den jährlich stattfindenden NeuroNetwork-Ausschreibungen können sich Magdeburger Neurowissenschaftler mit den unterschiedlichsten Projekten bewerben. Die Jury, das Direktorium des CBBS, bewertet die eingereichten Forschungsprojekte hinsichtlich Originalität und Qualität, wählt die beste Projektidee aus und vergibt so die dreijährige Förderung.

„Wir freuen uns, dass wir das Rennen gemacht haben. Nicht zuletzt, weil wir jetzt insgesamt drei Doktoranden einstellen und so jungen Wissenschaftlern eine Karrierechance bieten können“, freut sich Dr. Markus Fendt, der Koordinator des Projektes, der gerade vom Schweizer Pharmaunternehmen Novartis an das Institut für Pharmakologie und Toxikologie der Otto-von-Guericke Universität Magdeburg wechselt.

Das Forschungszentrum „Center for Behavioral Brain Sciences“ (CBBS) ist eine Kooperation der Otto-von-Guericke Universität und des Leibniz-Institutes für Neurobiologie.

Aufgabe des Verbundes ist die Förderung exzellenter Neuroforschung, die Ausbildung des wissenschaftlichen Nachwuchses auf dem Gebiet der experimentellen und klinischen Neurowissenschaften, die Rekrutierung von hervorragenden Wissenschaftlern nach Magdeburg und die Förderung wissenschaftlicher Zusammenarbeit. Das CBBS wird durch das Land Sachsen-Anhalt mit ca. 2 Mio Euro jährlich gefördert.

Anika Zachert | idw
Weitere Informationen:
http://www.lin-magdeburg.de/

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