Forum für Wissenschaft, Industrie und Wirtschaft

Hauptsponsoren:     3M 
Datenbankrecherche:

 

Dresdner Biotech-StartUp "nanometis" bietet neue Technologien für die Pharmaforschung

06.10.2009
Schnellere Erkenntnisse zu Struktur und Funktion von Proteinen - Dresdner Biotech-StartUp "nanometis" bietet neue Technologien für die Pharmaforschung

nanometis, ein vielversprechendes Ausgründungsvorhaben des Biotechnologischen Zentrums an der Technischen Universität Dresden, präsentiert sich mit seiner Technologieplattform in diesem Jahr erstmalig auf der BIOTECHNICA in Hannover.

Das Team arbeitet seit 2008 an der Entwicklung von industriell einsetzbaren Softwarelösungen und Serviceleistungen für die dynamische Analyse von verschiedenen Proteinen und deren Wechselwirkungen mit Wirkstoffen unter natürlichen Bedingungen. Insbesondere ermöglicht nanometis eine verbesserte Untersuchung der bisher äußerst schwer zu analysierenden, doch pharmazeutisch sehr bedeutsamen Membranproteine. Ein besseres Verständnis dieser Proteine leistet einen aktiven Beitrag, die Wirksamkeit und Sicherheit von Medikamenten zu verbessern.

Die Grundlage des Vorhabens ist die von nanometis entwickelte Softwareplattform zur automatisierten Untersuchung der Eigenschaften und molekularen Interaktionen von Proteinen. Das Besondere dieser Plattform ist eine äußerst schnelle und hochpräzise Auswertung der Messdaten aus einem neuen Analyseverfahren - der Einzelmolekülkraftspektroskopie. Experimentell gewonnene Informationen verknüpft die Softwareplattform zu qualitativ hochwertigen und reproduzierbaren Erkenntnissen für die Pharmaforschung. Das war bisher in diesem Ausmaß nicht möglich. Mit dem neuen Analyseverfahren können einzelne Proteine und ihre Dynamik unter natürlichen Bedingungen untersucht und gleichzeitig Interaktionen mit medizinisch bedeutsamen Substanzen getestet werden. Gleichzeitig können Konformationsänderungen beobachtet und Bindungseigenschaften unmittelbar analysiert werden.

nanometis wird die Analyse von Proteinen mittels Einzelmolekülkraftspektroskopie als Service anbieten. Bisher wurde dieses Verfahren nur für einzelne Proteine im akademischen Bereich angewandt. Dank nanometis soll dieser Service nun auch industriell zum Einsatz kommen. Es besteht bereits ein hohes Interesse seitens der Pharmaindustrie. Mit dem Analyseverfahren können ohne vorherige präzise Kenntnisse zu Struktur und Funktion der Proteine und deren Wechselwirkungen, Aussagen über Bindungsstellen, Bindungsenergien, Bindungskraft und Auswirkungen von Konformationsänderungen getroffen werden, sowie Stabilitätsveränderungen unter Variation der natürlichen Bedingungen beobachtet werden. Entscheidende Informationen zur Target Charakterisierung und Lead Optimierung werden somit schneller und ohne den Einsatz langwieriger, konventioneller Methoden gewonnen. Medikamente können dadurch gezielter entwickelt und getestet werden. Die Kosten der Medikamentenentwicklung werden auf diese Weise reduziert.

nanometis wird sich am Standort Dresden gründen. Das Kerngeschäft bildet die Auftragsforschung sowie die softwarebasierte Analyse von Messdaten aus Einzelmolekülkraftspektroskopie-Experimenten. Gegenwärtig verhandelt nanometis mit potenziellen Investoren zur Finanzierung der Geschäftsidee und mit Pharma- und Biotechnologieunternehmen über erste Entwicklungsprojekte. Die Softwareplattform wird bereits von Pilotkunden mit hoher Zufriedenheit eingesetzt. Das Team nanometis wird u.a. durch die Gründungsinitiative "dresden exists", die Forschungsgruppe Bioinformatik am Biotechnologischen Zentrum der TU Dresden und die Bioinformatik-Professur der FH Mittweida unterstützt.

nanometis Kurzprofil:
nanometis bietet eine Technologieplattform zur schnelleren und dynamischen Analyse von proteinbasierten Wirkstoffen für mehr Effizienz in der Wirkstoffforschung. Ohne vorherige, präzise Kenntnisse über Struktur und Funktion der Proteinarten und deren Interaktion werden Aussagen bzgl. Bindungsstellen, Bindungsenergien und Auswirkungen von Konformationsänderungen getroffen sowie Stabilitätsänderungen unter Variation der natürlichen Bedingungen beobachtet. Entscheidende Informationen zur Target Charakterisierung und Lead Optimierung werden somit schneller und ohne den Einsatz langwieriger, konventioneller Methoden gewonnen. Auf Basis der Einzelmolekülkraftspektroskopie hat nanometis eine Technologieplattform entwickelt, die eine äußerst schnelle und hochpräzise Auswertung der Experimente zulässt. Experimentell gewonnene Informationen verknüpft die Plattform zu qualitativ hochwertigen und reproduzierbaren Erkenntnissen für die Pharmaforschung. Medikamente können mit den Analysen gezielter entwickelt und getestet werden. Die Kosten der Medikamentenentwicklung werden auf diese Weise reduziert.

nanometis auf der BIOTECHNICA 2009: Halle 9 / Stand F12

Kontakt: Biotechnologisches Zentrum der TU Dresden
c/o nanometis, Tatzberg 47-51, 01307 Dresden
Ansprechpartner: Herr Joscha Köllner, Tel.: 0351 463 400 73, Fax: 0351 463 400 61, E-Mail: j.koellner@nanometis.com

Katrin Boes | idw
Weitere Informationen:
http://www.nanometis.com

Weitere Nachrichten aus der Kategorie Biowissenschaften Chemie:

nachricht Neuer Mechanismus der Gen-Inaktivierung könnte vor Altern und Krebs schützen
23.02.2017 | Leibniz-Institut für Alternsforschung - Fritz-Lipmann-Institut e.V. (FLI)

nachricht Alge im Eismeer - Genom einer antarktischen Meeresalge entschlüsselt
23.02.2017 | Universität Konstanz

Alle Nachrichten aus der Kategorie: Biowissenschaften Chemie >>>

Die aktuellsten Pressemeldungen zum Suchbegriff Innovation >>>

Die letzten 5 Focus-News des innovations-reports im Überblick:

Im Focus: Kühler Zwerg und die sieben Planeten

Erdgroße Planeten mit gemäßigtem Klima in System mit ungewöhnlich vielen Planeten entdeckt

In einer Entfernung von nur 40 Lichtjahren haben Astronomen ein System aus sieben erdgroßen Planeten entdeckt. Alle Planeten wurden unter Verwendung von boden-...

Im Focus: Mehr Sicherheit für Flugzeuge

Zwei Entwicklungen am Lehrgebiet Rechnerarchitektur der FernUniversität in Hagen können das Fliegen sicherer machen: ein Flugassistenzsystem, das bei einem totalen Triebwerksausfall zum Einsatz kommt, um den Piloten ein sicheres Gleiten zu einem Notlandeplatz zu ermöglichen, und ein Assistenzsystem für Segelflieger, das ihnen das Erreichen größerer Höhen erleichtert. Präsentiert werden sie von Prof. Dr.-Ing. Wolfram Schiffmann auf der Internationalen Fachmesse für Allgemeine Luftfahrt AERO vom 5. bis 8. April in Friedrichshafen.

Zwei Entwicklungen am Lehrgebiet Rechnerarchitektur der FernUniversität in Hagen können das Fliegen sicherer machen: ein Flugassistenzsystem, das bei einem...

Im Focus: HIGH-TOOL unterstützt Verkehrsplanung in Europa

Forschung am Karlsruher Institut für Technologie (KIT) unterstützt die Europäische Kommission bei der Verkehrsplanung: Anhand des neuen Modells HIGH-TOOL lässt sich bewerten, wie verkehrspolitische Maßnahmen langfristig auf Wirtschaft, Gesellschaft und Umwelt wirken. HIGH-TOOL ist ein frei zugängliches Modell mit Modulen für Demografie, Wirtschaft und Ressourcen, Fahrzeugbestand, Nachfrage im Personen- und Güterverkehr sowie Umwelt und Sicherheit. An dem nun erfolgreich abgeschlossenen EU-Projekt unter der Koordination des KIT waren acht Partner aus fünf Ländern beteiligt.

Forschung am Karlsruher Institut für Technologie (KIT) unterstützt die Europäische Kommission bei der Verkehrsplanung: Anhand des neuen Modells HIGH-TOOL lässt...

Im Focus: Zinn in der Photodiode: nächster Schritt zur optischen On-Chip-Datenübertragung

Schon lange suchen Wissenschaftler nach einer geeigneten Lösung, um optische Komponenten auf einem Computerchip zu integrieren. Doch Silizium und Germanium allein – die stoffliche Basis der Chip-Produktion – sind als Lichtquelle kaum geeignet. Jülicher Physiker haben nun gemeinsam mit internationalen Partnern eine Diode vorgestellt, die neben Silizium und Germanium zusätzlich Zinn enthält, um die optischen Eigenschaften zu verbessern. Das Besondere daran: Da alle Elemente der vierten Hauptgruppe angehören, sind sie mit der bestehenden Silizium-Technologie voll kompatibel.

Schon lange suchen Wissenschaftler nach einer geeigneten Lösung, um optische Komponenten auf einem Computerchip zu integrieren. Doch Silizium und Germanium...

Im Focus: Innovative Antikörper für die Tumortherapie

Immuntherapie mit Antikörpern stellt heute für viele Krebspatienten einen Erfolg versprechenden Ansatz dar. Weil aber längst nicht alle Patienten nachhaltig von diesen teuren Medikamenten profitieren, wird intensiv an deren Verbesserung gearbeitet. Forschern um Prof. Thomas Valerius an der Christian Albrechts Universität Kiel gelang es nun, innovative Antikörper mit verbesserter Wirkung zu entwickeln.

Immuntherapie mit Antikörpern stellt heute für viele Krebspatienten einen Erfolg versprechenden Ansatz dar. Weil aber längst nicht alle Patienten nachhaltig...

Alle Focus-News des Innovations-reports >>>

Anzeige

Anzeige

IHR
JOB & KARRIERE
SERVICE
im innovations-report
in Kooperation mit academics
Veranstaltungen

Big Data Centrum Ostbayern-Südböhmen startet Veranstaltungsreihe

23.02.2017 | Veranstaltungen

DFG unterstützt Kongresse und Tagungen - April 2017

23.02.2017 | Veranstaltungen

Wie werden wir gesund alt? - Alternsforscher tagen auf interdisziplinärem Symposium in Magdeburg

23.02.2017 | Veranstaltungen

 
VideoLinks
B2B-VideoLinks
Weitere VideoLinks >>>
Aktuelle Beiträge

Heinz Maier-Leibnitz-Preise 2017: DFG und BMBF zeichnen vier Forscherinnen und sechs Forscher aus

23.02.2017 | Förderungen Preise

Big Data Centrum Ostbayern-Südböhmen startet Veranstaltungsreihe

23.02.2017 | Veranstaltungsnachrichten

Planeten außerhalb unseres Sonnensystems: Bayreuther Forscher dringen tief ins Weltall vor

23.02.2017 | Physik Astronomie