Forum für Wissenschaft, Industrie und Wirtschaft

Hauptsponsoren:     3M 
Datenbankrecherche:

 

DNA-Barcoding besteht ersten Praxistest

03.02.2012
Münchener Forscher entdecken gefährlichen Pflanzenschädling

Forscher der Zoologischen Staatssammlung München wiesen im Rahmen des Forschungsprojektes "Barcoding Fauna Bavarica" einen sehr gefährlichen neuen Pflanzenschädling in Deutschland nach.

Die Kirschessigfliege, Drosophila suzukii, stammt ursprünglich aus Ostasien und hat sich inzwischen in Nordamerika sowie seit 2008 auch in Südeuropa als gefährlicher Schädling etabliert. Sie wurde vermutlich durch befallene Früchte im Handel verschleppt und verursacht massive Schäden in Steinobst- und Beerenkulturen sowie im Weinbau. Die Münchener Forscher bestätigten die Identität der Fliege mit genetischen Methoden und lieferten damit erstmalig einen Beweis für die ökonomische Bedeutung des Barcoding.

Der Münchener Fliegenexperte Dieter Doczkal fand die Art im Herbst
2011 in der Nähe von Rastatt in Baden-Württemberg. Dort sammelte er Insekten für genetische Proben im Rahmen des internationalen Projektes "Bibliothek des Lebens" (Barcoding of Life). Bei diesem innovativen Projekt erfassen Forscher weltweit genetische Sequenzen, so genannte Barcodes, aller bekannten Tierarten. Mit Hilfe dieser Sequenzen, die in einer Referenzdatenbank im Internet zur Verfügung stehen, können sie Pflanzenschädlinge und andere Tierarten eindeutig identifizieren.

Dieser Fund ist in zweierlei Hinsicht höchst bedeutsam. Zum ersten bestätigt er erstmals auf genetischem Weg das Vorkommen der Kirschessigfliege in Deutschland. Zum zweiten bestätigten die Forscher die Identität der Fliege mit Hilfe eines genetischen "Barcodes". Das Barcoding-Projekt bestand damit seinen ersten Praxistest und zeigt, welche immense Bedeutung diese Methode künftig auch für die Landwirtschaft besitzen wird. Die ostasiatische Art unterliegt einer Meldepflicht, den aktuellen Fund meldeten die Münchener Forscher bereits dem Pflanzenschutzdienst in Baden-Württemberg sowie dem Julius Kühn-Institut (Institut für nationale und internationale Angelegenheiten der Pflanzengesundheit).

Diese hatten die Art ebenfalls im Herbst 2011 an drei Stellen in Süddeutschland entdeckt.

Pressekontakt:
Dr. Lars Hendrich (Koordinator, Presse
hendrich@zsm.mwn.de, Tel: (089) 8107-108/-103 Dieter Doczkal doczkal@zsm.mwn.de, Tel.: (089) 8107-146 Dr. Peter Baufeld peter.baufeld@jki.bund.de, 03320 348-276

Dr. Lars Hendrich | presseportal
Weitere Informationen:
http://www.zsm.mwn.de
http://www.jki.bund.de

Weitere Nachrichten aus der Kategorie Biowissenschaften Chemie:

nachricht Mikro-U-Boote für den Magen
24.01.2017 | Gesellschaft Deutscher Chemiker e.V.

nachricht Echoortung - Lernen, den Raum zu hören
24.01.2017 | Ludwig-Maximilians-Universität München

Alle Nachrichten aus der Kategorie: Biowissenschaften Chemie >>>

Die aktuellsten Pressemeldungen zum Suchbegriff Innovation >>>

Die letzten 5 Focus-News des innovations-reports im Überblick:

Im Focus: Forscher spinnen künstliche Seide aus Kuhmolke

Ein schwedisch-deutsches Forscherteam hat bei DESY einen zentralen Prozess für die künstliche Produktion von Seide entschlüsselt. Mit Hilfe von intensivem Röntgenlicht konnten die Wissenschaftler beobachten, wie sich kleine Proteinstückchen – sogenannte Fibrillen – zu einem Faden verhaken. Dabei zeigte sich, dass die längsten Proteinfibrillen überraschenderweise als Ausgangsmaterial schlechter geeignet sind als Proteinfibrillen minderer Qualität. Das Team um Dr. Christofer Lendel und Dr. Fredrik Lundell von der Königlich-Technischen Hochschule (KTH) Stockholm stellt seine Ergebnisse in den „Proceedings“ der US-Akademie der Wissenschaften vor.

Seide ist ein begehrtes Material mit vielen erstaunlichen Eigenschaften: Sie ist ultraleicht, belastbarer als manches Metall und kann extrem elastisch sein....

Im Focus: Erstmalig quantenoptischer Sensor im Weltraum getestet – mit einem Lasersystem aus Berlin

An Bord einer Höhenforschungsrakete wurde erstmals im Weltraum eine Wolke ultrakalter Atome erzeugt. Damit gelang der MAIUS-Mission der Nachweis, dass quantenoptische Sensoren auch in rauen Umgebungen wie dem Weltraum eingesetzt werden können – eine Voraussetzung, um fundamentale Fragen der Wissenschaft beantworten zu können und ein Innovationstreiber für alltägliche Anwendungen.

Gemäß dem Einstein’schen Äquivalenzprinzip werden alle Körper, unabhängig von ihren sonstigen Eigenschaften, gleich stark durch die Gravitationskraft...

Im Focus: Quantum optical sensor for the first time tested in space – with a laser system from Berlin

For the first time ever, a cloud of ultra-cold atoms has been successfully created in space on board of a sounding rocket. The MAIUS mission demonstrates that quantum optical sensors can be operated even in harsh environments like space – a prerequi-site for finding answers to the most challenging questions of fundamental physics and an important innovation driver for everyday applications.

According to Albert Einstein's Equivalence Principle, all bodies are accelerated at the same rate by the Earth's gravity, regardless of their properties. This...

Im Focus: Mikrobe des Jahres 2017: Halobacterium salinarum - einzellige Urform des Sehens

Am 24. Januar 1917 stach Heinrich Klebahn mit einer Nadel in den verfärbten Belag eines gesalzenen Seefischs, übertrug ihn auf festen Nährboden – und entdeckte einige Wochen später rote Kolonien eines "Salzbakteriums". Heute heißt es Halobacterium salinarum und ist genau 100 Jahre später Mikrobe des Jahres 2017, gekürt von der Vereinigung für Allgemeine und Angewandte Mikrobiologie (VAAM). Halobacterium salinarum zählt zu den Archaeen, dem Reich von Mikroben, die zwar Bakterien ähneln, aber tatsächlich enger verwandt mit Pflanzen und Tieren sind.

Rot und salzig
Archaeen sind häufig an außergewöhnliche Lebensräume angepasst, beispielsweise heiße Quellen, extrem saure Gewässer oder – wie H. salinarum – an...

Im Focus: Innovatives Hochleistungsmaterial: Biofasern aus Florfliegenseide

Neuartige Biofasern aus einem Seidenprotein der Florfliege werden am Fraunhofer-Institut für Angewandte Polymerforschung IAP gemeinsam mit der Firma AMSilk GmbH entwickelt. Die Forscher arbeiten daran, das Protein in großen Mengen biotechnologisch herzustellen. Als hochgradig biegesteife Faser soll das Material künftig zum Beispiel in Leichtbaukunststoffen für die Verkehrstechnik eingesetzt werden. Im Bereich Medizintechnik sind beispielsweise biokompatible Seidenbeschichtungen von Implantaten denkbar. Ein erstes Materialmuster präsentiert das Fraunhofer IAP auf der Internationalen Grünen Woche in Berlin vom 20.1. bis 29.1.2017 in Halle 4.2 am Stand 212.

Zum Schutz des Nachwuchses vor bodennahen Fressfeinden lagern Florfliegen ihre Eier auf der Unterseite von Blättern ab – auf der Spitze von stabilen seidenen...

Alle Focus-News des Innovations-reports >>>

Anzeige

Anzeige

IHR
JOB & KARRIERE
SERVICE
im innovations-report
in Kooperation mit academics
Veranstaltungen

Gehirn und Immunsystem beim Schlaganfall – Neueste Erkenntnisse zur Interaktion zweier Supersysteme

24.01.2017 | Veranstaltungen

Hybride Eisschutzsysteme – Lösungen für eine sichere und nachhaltige Luftfahrt

23.01.2017 | Veranstaltungen

Mittelstand 4.0 – Mehrwerte durch Digitalisierung: Hintergründe, Beispiele, Lösungen

20.01.2017 | Veranstaltungen

 
VideoLinks
B2B-VideoLinks
Weitere VideoLinks >>>
Aktuelle Beiträge

EU-Projekt: Bilder leistungsstark und energieeffizient verarbeiten

24.01.2017 | Förderungen Preise

„Allen Unkenrufen zum Trotz“ Neues Projekt sorgt für Schutz der Gelbbauchunken in Bayern

24.01.2017 | Förderungen Preise

Gehirn und Immunsystem beim Schlaganfall – Neueste Erkenntnisse zur Interaktion zweier Supersysteme

24.01.2017 | Veranstaltungsnachrichten