Forum für Wissenschaft, Industrie und Wirtschaft

Hauptsponsoren:     3M 
Datenbankrecherche:

 

Deutschlands erste „Arche Noah“ für Pflanzengewebe entsteht in Leipzig

24.04.2012
Pflanzenkryobank ein Gemeinschaftsprojekt von BioPlanta und Vita 34
Die Leipziger Biotech-Unternehmen BioPlanta und Vita 34 bauen gemeinsam Deutschlands erste Arche Noah für Pflanzen auf. Dazu werden Verfahren entwickelt, um pflanzliches Gewebe bei Temperaturen von etwa -190 Grad Celsius im Kälteschlaf zu konservieren. Die Pflanzenkryobank erlaubt eine theoretische Lagerdauer von mehreren tausend Jahren. Das Vorhaben wird von der Sächsischen Aufbaubank mit rund 500.000 Euro gefördert.

„Die Pflanzenvielfalt ist zunehmend gefährdet. Weltweit sind bereits etwa 75% der genetischen Vielfalt an Kulturpflanzen verloren gegangen“, sagte Dr. André Gerth, Geschäftsführer von BioPlanta. Eine Arche Noah für seltene Nutzpflanzen findet man auf der Insel Spitzbergen, Norwegen. In hundert Meter Tiefe werden Kulturpflanzensamen bei minus 18°C sicher aufbewahrt. Da jedoch die Keimfähigkeit der Samen mit der Dauer der Einlagerung abnimmt, müssen die Samenbestände regelmäßig erneuert werden. „Die Kältekonservierung von Pflanzengewebe mittels flüssigen Stickstoffs kann hier Abhilfe schaffen“, so Gerth. „Wir können heute aus Pflanzenproben, die kleiner als ein Stecknadelkopf sind, mehrere tausend Pflanzen klonen. Diese wiederum wären die Basis für weitere Züchtungen.“

Beim Aufbau der Pflanzenkryobank kooperiert BioPlanta mit der Nabelschnurblutbank Vita 34. Das Unternehmen ist Spezialist für die Kältekonservierung von Stammzellen. „Es ist bekannt, dass bei Temperaturen von -190 Grad Celsius keine nennenswerten Alterungsprozesse stattfinden“, sagt Dr. Eberhard Lampeter, Vorstandsvorsitzender von Vita 34. „Was bei der Langzeitlagerung von Nabelschnurblut-Stammzellen bereits funktioniert, wollen wir jetzt auf pflanzliche Zellen anwenden.“

In erster Linie ist die Pflanzenkryobank für die Langzeiteinlagerung sowohl von gezüchteten Sorten, als auch von Arten, deren Saatgut dauerhaft schlecht lagerbar ist, interessant. Das kryokonservierte Pflanzengewebe kann jederzeit aus der Pflanzenkryobank entnommen und vervielfältigt werden. Dazu wollen die Wissenschaftler zunächst eine einfache Prozedur für das Einfrieren und Auftauen des Gewebes etablieren. Um zu prüfen, dass das Ausgangsmaterial für die Langzeitlagerung geeignet ist, werden spezielle Vitalitätsmarker entwickelt und eingesetzt.

Einen Beweis für die erfolgreiche Verwendung von gefrorenem Zellmaterial hatten vor wenigen Monaten russische Wissenschaftler erbracht. Sie brachten aus einer rund 30.000 Jahre im sibirischen Permafrostboden gelagerten Pflanzenprobe wieder Blumen zum Blühen.

Frank Schott | idw
Weitere Informationen:
http://www.vita34.de/
http://www.bioplanta.de/

Weitere Nachrichten aus der Kategorie Biowissenschaften Chemie:

nachricht Zirkuläre RNA wird in Proteine übersetzt
24.03.2017 | Max-Delbrück-Centrum für Molekulare Medizin in der Helmholtz-Gemeinschaft

nachricht Wegweisende Erkenntnisse für die Biomedizin: NAD⁺ hilft bei Reparatur geschädigter Erbinformationen
24.03.2017 | Universität Bayreuth

Alle Nachrichten aus der Kategorie: Biowissenschaften Chemie >>>

Die aktuellsten Pressemeldungen zum Suchbegriff Innovation >>>

Die letzten 5 Focus-News des innovations-reports im Überblick:

Im Focus: Wegweisende Erkenntnisse für die Biomedizin: NAD⁺ hilft bei Reparatur geschädigter Erbinformationen

Eine internationale Forschergruppe mit dem Bayreuther Biochemiker Prof. Dr. Clemens Steegborn präsentiert in 'Science' neue, für die Biomedizin wegweisende Forschungsergebnisse zur Rolle des Moleküls NAD⁺ bei der Korrektur von Schäden am Erbgut.

Die Zellen von Menschen und Tieren können Schäden an der DNA, dem Träger der Erbinformation, bis zu einem gewissen Umfang selbst reparieren. Diese Fähigkeit...

Im Focus: Designer-Proteine falten DNA

Florian Praetorius und Prof. Hendrik Dietz von der Technischen Universität München (TUM) haben eine neue Methode entwickelt, mit deren Hilfe sie definierte Hybrid-Strukturen aus DNA und Proteinen aufbauen können. Die Methode eröffnet Möglichkeiten für die zellbiologische Grundlagenforschung und für die Anwendung in Medizin und Biotechnologie.

Desoxyribonukleinsäure – besser bekannt unter der englischen Abkürzung DNA – ist die Trägerin unserer Erbinformation. Für Prof. Hendrik Dietz und Florian...

Im Focus: Fliegende Intensivstationen: Ultraschallgeräte in Rettungshubschraubern können Leben retten

Etwa 21 Millionen Menschen treffen jährlich in deutschen Notaufnahmen ein. Im Kampf zwischen Leben und Tod zählt für diese Patienten jede Minute. Wenn sie schon kurz nach dem Unfall zielgerichtet behandelt werden können, verbessern sich ihre Überlebenschancen erheblich. Damit Notfallmediziner in solchen Fällen schnell die richtige Diagnose stellen können, kommen in den Rettungshubschraubern der DRF Luftrettung und zunehmend auch in Notarzteinsatzfahrzeugen mobile Ultraschallgeräte zum Einsatz. Experten der Deutschen Gesellschaft für Ultraschall in der Medizin e.V. (DEGUM) schulen die Notärzte und Rettungsassistenten.

Mit mobilen Ultraschallgeräten können Notärzte beispielsweise innere Blutungen direkt am Unfallort identifizieren und sie bei Bedarf auch für Untersuchungen im...

Im Focus: Gigantische Magnetfelder im Universum

Astronomen aus Bonn und Tautenburg in Thüringen beobachteten mit dem 100-m-Radioteleskop Effelsberg Galaxienhaufen, das sind Ansammlungen von Sternsystemen, heißem Gas und geladenen Teilchen. An den Rändern dieser Galaxienhaufen fanden sie außergewöhnlich geordnete Magnetfelder, die sich über viele Millionen Lichtjahre erstrecken. Sie stellen die größten bekannten Magnetfelder im Universum dar.

Die Ergebnisse werden am 22. März in der Fachzeitschrift „Astronomy & Astrophysics“ veröffentlicht.

Galaxienhaufen sind die größten gravitativ gebundenen Strukturen im Universum, mit einer Ausdehnung von etwa zehn Millionen Lichtjahren. Im Vergleich dazu ist...

Im Focus: Giant Magnetic Fields in the Universe

Astronomers from Bonn and Tautenburg in Thuringia (Germany) used the 100-m radio telescope at Effelsberg to observe several galaxy clusters. At the edges of these large accumulations of dark matter, stellar systems (galaxies), hot gas, and charged particles, they found magnetic fields that are exceptionally ordered over distances of many million light years. This makes them the most extended magnetic fields in the universe known so far.

The results will be published on March 22 in the journal „Astronomy & Astrophysics“.

Galaxy clusters are the largest gravitationally bound structures in the universe. With a typical extent of about 10 million light years, i.e. 100 times the...

Alle Focus-News des Innovations-reports >>>

Anzeige

Anzeige

IHR
JOB & KARRIERE
SERVICE
im innovations-report
in Kooperation mit academics
Veranstaltungen

Rund 500 Fachleute aus Wissenschaft und Wirtschaft diskutierten über technologische Zukunftsthemen

24.03.2017 | Veranstaltungen

Lebenswichtige Lebensmittelchemie

23.03.2017 | Veranstaltungen

Die „Panama Papers“ aus Programmierersicht

22.03.2017 | Veranstaltungen

 
VideoLinks
B2B-VideoLinks
Weitere VideoLinks >>>
Aktuelle Beiträge

Rund 500 Fachleute aus Wissenschaft und Wirtschaft diskutierten über technologische Zukunftsthemen

24.03.2017 | Veranstaltungsnachrichten

Förderung des Instituts für Lasertechnik und Messtechnik in Ulm mit rund 1,63 Millionen Euro

24.03.2017 | Förderungen Preise

TU-Bauingenieure koordinieren EU-Projekt zu Recycling-Beton von über sieben Millionen Euro

24.03.2017 | Förderungen Preise