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Deutsches Stammzellnetzwerk gegründet

07.05.2013
Stammzellforscher in Deutschland bündeln ihre Expertise. Sie gründeten am Dienstag, den 7. Mai 2013, in Berlin das „Deutsche Stammzellnetzwerk“.

Zum Präsidenten wählten die 12 Gründungsmitglieder aus Universitäten und außeruniversitären Forschungseinrichtungen aus ihren Reihen Prof. Dr. Oliver Brüstle (Universität Bonn). Vizepräsident ist Prof. Andreas Trumpp vom Deutschen Krebsforschungszentrum (DKFZ) Heidelberg.

Der dritte im Vorstand ist Prof. Albrecht Müller (Universität Würzburg). Die Geschäftsstelle mit Koordinator Dr. Daniel Besser ist am Max-Delbrück-Centrum (MDC) Berlin-Buch angesiedelt. Das Bundesforschungsministerium (BMBF) fördert die Initiative zunächst mit über 300 000 Euro.

Prof. Oliver Brüstle sagte auf einer Pressekonferenz in Berlin anlässlich der Gründung des Deutschen Stammzellnetzwerks: „Wir wollen das Deutsche Stammzellnetzwerk international vernetzen sowie strategische Fachgruppen aufbauen, die sich mit wissenschafts- und gesellschaftspolitisch relevanten Themen befassen.“ Der Mediziner hat bereits zehn Jahre Erfahrung im Vorstand des Kompetenznetzwerks Stammzellforschung NRW (Nordrhein-Westfalen). Er ist Direktor des Instituts für Rekonstruktive Neurobiologie der Universität Bonn sowie Mitgründer und Geschäftsführer der LIFE & BRAIN GmbH. Er befasst sich mit der Nutzung pluripotenter Stammzellen für die Erforschung und Behandlung neurologischer Erkrankungen.

Prof. Andreas Trumpp vom Deutschen Krebsforschungszentrum will sich insbesondere dem Aufbau von wissenschaftlichen Fachgruppen widmen, etwa zu den Themen „Pluripotenz und Re-Programmierung“, „Adulte Stammzellen“, „Krebsstammzellen“ oder „Stammzellen in der Regenerativen Therapie“. „Unser Ziel ist es, die wissenschaftlichen Grundlagen für zukünftige Therapien auf der Basis von Stammzellen zu entwickeln“, sagte Prof. Trumpp in Berlin. „Dabei konzentrieren wir uns sowohl auf regenerative Ansätze, als auch auf die zielgerichtete Zerstörung von bösartigen Stammzellen bei Krebs.“ Erst kürzlich hatte Prof. Trumpp Krebszellen im Blut von Brustkrebspatientinnen nachgewiesen, die Metastasen (Tochtergeschwülste) auslösen können und Merkmale von Krebsstammzellen aufweisen.

Die Entwicklungsbiologin Prof. Elly Tanaka, Gründungsmitglied des Stammzellnetzwerks von der Technischen Universität Dresden, erforscht am dortigen DFG Forschungszentrum für Regenerative Therapien die besonderen Stammzellen des Axolotl. Diese lassen bei diesen Wirbeltieren ganze Gliedmaßen wieder nachwachsen. In Berlin betonte sie: „Eine wichtige Aufgabe des Netzwerks wird es sein, die Grundlagenforschung auf diesem Gebiet zu fördern. Das wird entscheidend für künftige Erfolge in der regenerativen Medizin sein.“

1. Jahreskonferenz im November 2013 in Berlin
Der Stammzellbiologe Dr. Besser koordiniert den Aufbau des Deutschen Stammzellnetzwerks. „Mit dem Netzwerk möchten wir eine Infrastruktur für Deutschland schaffen, die Grundlagenforscher auf den verschiedenen Gebieten der Stammzellforschung vernetzt.“ Außerdem will das Netzwerk laut Dr. Besser Forscher auch bei der Umsetzung von Projekten unterstützen, bei denen wissenschaftliche Ergebnisse in die Anwendung beim Patienten (translationale Forschung) überführt werden sollen. Darüber hinaus wird das Netzwerk auch den wissenschaftlichen Nachwuchs fördern. So soll die erste Jahreskonferenz des Deutschen Stammzellnetzwerkes vom 11.–13. November 2013 am MDC in Berlin insbesondere jungen Talenten aus der Stammzellforschung ein Forum bieten.
Kontakt:
Dr. Daniel Besser
Koordinator
Deutsches Stammzellnetzwerk am
Max-Delbrück-Centrum für Molekulare Medizin (MDC) Berlin-Buch
in der Helmholtz-Gemeinschaft
Robert-Rössle-Straße 10
13125 Berlin
Tel.: +49 (0) 30 94 06 – 24 88
Fax: +49 (0) 30 94 06 – 24 86
e-mail: d.besser@mdc-berlin.de

Barbara Bachtler | Max-Delbrück-Centrum
Weitere Informationen:
http://www.mdc-berlin.de/

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