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Defekt im Immunsystem verursacht Narkolepsie

04.05.2009
T-Zellen greifen Schlafzentrum des Gehirns an

Wissenschaftler der Stanford University haben genetische Beweise dafür gefunden, dass die Schlafstörung Narkolepsie mit einem Defekt im Immunsystem, in den so genannten T-Zellen, zusammenhängt.

Diese Zellen könnten die Krankheit verursachen, indem sie die Zellen im Schlafzentrum des Gehirns angreifen. Narkolepsie, die zu einer extremen Schläfrigkeit während des Tages und plötzlicher Muskelschwäche führt, wurde in der Vergangenheit mit einem fehlerhaften Immunsystem in Verbindung gebracht. Details der Studie wurden in Nature Genetics veröffentlicht.

Narkolepsie wurde bereits mit dem Abbau von regulierend wirkenden Gehirnzellen in den Bereichen des Gehirns in Zusammenhang gebracht. Der leitende Wissenschaftler Emmanuel Mignot betonte, dass die aktuelle Studie erstmals beweise, dass ein Zusammenhang zu einem Defekt des Immunsystems besteht. Das Team führte umfangreiche genetische Analysen durch, um jene Bereiche des Genoms zu identifizieren, die mit der Narkolepsie in Verbindung stehen. Es wurden drei spezifische genetische Varianten in den Genen von Menschen mit europäischen und asiatischen Vorfahren entdeckt, die mit einer erhöhten Anfälligkeit für die Krankheit einher zu gehen scheinen.

Das fragliche Gen spielt eine entscheidende Rolle bei der Funktion eines wichtigen Rezeptors, der von den T-Zellen eingesetzt wird, um fremde Proteine im Körper zu erkennen. Die einzige bisher mit Narkolepsie zusammenhängende genetische Variante findet sich ebenfalls bei einem Gen, das eine Rolle bei den Rezeptoren der T-Zellen spielt. Mignot erläuterte, dass Narkolepsie wahrscheinlich das Ergebnis einer Reihe von unglücklichen Ereignissen ist. Beginnend mit einer genetischen Prädisposition, gefolgt von einem umfeldbedingten Auslöser wie einer Infektion und schließlich einer Aktivierung der T-Zellen, die dann viele andere Bereiche des Immunsystems ebenfalls betrifft. Es bestehe jetzt Hoffnung auf die Entwicklung eines Behandlungsansatzes, der die Aktivität spezifischer Rezeptoren der T-Zellen blockiert. Die Identifizierung der genetischen Varianten könnte ebenfalls einen Ansatzpunkt liefern. Narkolepsie könnte laut dem Wissenschaftler zusätzlich ein sehr interessantes Modell für die Erforschung von Autoimmunerkrankungen sein, die das Gehirn betreffen.

Narkolepsie löst untertags ohne Warnung Schlafanfälle aus, die während jeder normalen Aktivität auftreten können. Zusätzlich leiden manche der Betroffenen unter einer Kataplexie. Starke Gefühle wie Ärger, Überraschung oder Lachen können zu einem sofortigen Verlust der Muskelstärke führen, der in manchen Fällen sogar zu einem Kollaps führen kann. Derzeit kann Narkolepsie nicht geheilt, sondern nur die Symptome gelindert werden.

Michaela Monschein | pressetext.austria
Weitere Informationen:
http://www.stanford.edu

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