Forum für Wissenschaft, Industrie und Wirtschaft

Hauptsponsoren:     3M 
Datenbankrecherche:

 

Cofaktor für die Produktion von Hepatitis C-Viruspartikeln gefunden

21.09.2016

Heinrich-Pette-Institut, Leibniz-Institut für Experimentelle Virologie: Protein Annexin A3 als Regulator bei der Reifung und dem Zellaustritt von Hepatitis C-Viruspartikeln identifiziert

Für die Produktion von Hepatitis C-Viruspartikeln spielen sogenannte „Lipid Droplets“ (Fetttröpfchen) im Zytoplasma eine wichtige Rolle.


Neues aus der Forschung am HPI

Ein Team von Wissenschaftlerinnen am Heinrich-Pette-Institut, Leibniz-Institut für Experimentelle Virologie (HPI) hat jetzt mithilfe einer quantitativen „Lipid Droplet“-Proteomanalyse Annexin A3 (ANXA3) als ein Protein identifiziert, dass für die Reifung und den Zellaustritt von Hepatitis C-Viruspartikeln eine entscheidende Rolle spielt. Die Ergebnisse sind nun in dem renommierten Fachjournal „Cell Reports“ erschienen.

Drei Prozent der Weltbevölkerung sind mit dem Hepatitis C-Virus (HCV) infiziert, dem Auslöser von zahlreichen schweren Lebererkrankungen. Zwar gab es in den vergangenen Jahren Fortschritte in der Entwicklung von antiviralen Therapien, jedoch sind diese oft sehr teuer und für viele Betroffene nicht zugänglich.

Die weitere Erforschung der Virus-Wirt-Interaktion des Hepatitis C-Virus ist deshalb essentiell. Der HPI-Nachwuchsgruppe „HCV-Replikationen“ ist es nun gelungen, die Wechselwirkungen zwischen dem Hepatitis C-Virus und der menschlichen Wirtszelle weiter zu charakterisieren.

Mittels einer quantitativen „Lipid Droplet“-Proteomanalyse konnten sie das Protein Annexin A3 (ANXA3) als wichtigen Cofaktor für die Virusreifung identifizieren: ANXA3 wird spezifisch zu Lipid-reichen Fraktionen in HCV-infizierten Zellen gebracht, um dort die Reifung und den Zellaustritt des Viruspartikels zu unterstützen.

„Unsere Ergebnisse zeigen eindrucksvoll, wie das Hepatitis C-Virus ‚Lipid Droplets’ und assoziierte Proteine der Wirtszelle nutzt, um sich zu replizieren. Damit ist es uns gelungen, die Morphogenese des Virus besser zu verstehen“, erklärt Dr. Eva Herker, Leiterin der HPI-Nachwuchsgruppe „HCV Replikation“.

An der Studie war neben dem Heinrich-Pette-Institut, Leibniz-Institut für Experimentelle Virologie, die Core Facility „Mass Spectrometric Proteomics“ am Institut der Klinischen Chemie des Universitätsklinikums Hamburg-Eppendorf (UKE) beteiligt.

Die Ergebnisse wurden in der renommierten Fachzeitschrift „Cell Reports“ veröffentlicht:

Kathrin Rösch, Marcel Kwiatkowski, Sarah Hofmann, Anja Schöbel, Cordula Grüttner, Marcus Wurlitzer, Hartmut Schlüter, and Eva Herker (2016). Quantitative Lipid Droplet Proteome Analysis Identifies Annexin A3 as Cofactor for HCV Particle Production. Cell Reports 16, 1-13, September 20, 2016.

Rückfragen:

Dr. Eva Herker: eva.herker@hpi.uni-hamburg.de
Heinrich-Pette-Institut, Leibniz-Institut für Experimentelle Virologie,
Hamburg

Weitere Informationen:

http://www.hpi-hamburg.de Webseite HPI
http://www.cell.com/cell-reports/fulltext/S2211-1247%2816%2931133-0 Veröffentlichung bei "Cell Reports"

Dr. Franziska Ahnert | idw - Informationsdienst Wissenschaft

Weitere Berichte zu: HCV Hepatitis Hepatitis C-Virus Lipid Morphogenese Virologie protein

Weitere Nachrichten aus der Kategorie Biowissenschaften Chemie:

nachricht Einblick ins geschlossene Enzym
26.06.2017 | Universität Konstanz

nachricht 'Fix Me Another Marguerite!'
23.06.2017 | Universität Regensburg

Alle Nachrichten aus der Kategorie: Biowissenschaften Chemie >>>

Die aktuellsten Pressemeldungen zum Suchbegriff Innovation >>>

Die letzten 5 Focus-News des innovations-reports im Überblick:

Im Focus: Hyperspektrale Bildgebung zur 100%-Inspektion von Oberflächen und Schichten

„Mehr sehen, als das Auge erlaubt“, das ist ein Anspruch, dem die Hyperspektrale Bildgebung (HSI) gerecht wird. Die neue Kameratechnologie ermöglicht, Licht nicht nur ortsaufgelöst, sondern simultan auch spektral aufgelöst aufzuzeichnen. Das bedeutet, dass zur Informationsgewinnung nicht nur herkömmlich drei spektrale Bänder (RGB), sondern bis zu eintausend genutzt werden.

Das Fraunhofer IWS Dresden entwickelt eine integrierte HSI-Lösung, die das Potenzial der HSI-Technologie in zuverlässige Hard- und Software überführt und für...

Im Focus: Can we see monkeys from space? Emerging technologies to map biodiversity

An international team of scientists has proposed a new multi-disciplinary approach in which an array of new technologies will allow us to map biodiversity and the risks that wildlife is facing at the scale of whole landscapes. The findings are published in Nature Ecology and Evolution. This international research is led by the Kunming Institute of Zoology from China, University of East Anglia, University of Leicester and the Leibniz Institute for Zoo and Wildlife Research.

Using a combination of satellite and ground data, the team proposes that it is now possible to map biodiversity with an accuracy that has not been previously...

Im Focus: Klima-Satellit: Mit robuster Lasertechnik Methan auf der Spur

Hitzewellen in der Arktis, längere Vegetationsperioden in Europa, schwere Überschwemmungen in Westafrika – mit Hilfe des deutsch-französischen Satelliten MERLIN wollen Wissenschaftler ab 2021 die Emissionen des Treibhausgases Methan auf der Erde erforschen. Möglich macht das ein neues robustes Lasersystem des Fraunhofer-Instituts für Lasertechnologie ILT in Aachen, das eine bisher unerreichte Messgenauigkeit erzielt.

Methan entsteht unter anderem bei Fäulnisprozessen. Es ist 25-mal wirksamer als das klimaschädliche Kohlendioxid, kommt in der Erdatmosphäre aber lange nicht...

Im Focus: Climate satellite: Tracking methane with robust laser technology

Heatwaves in the Arctic, longer periods of vegetation in Europe, severe floods in West Africa – starting in 2021, scientists want to explore the emissions of the greenhouse gas methane with the German-French satellite MERLIN. This is made possible by a new robust laser system of the Fraunhofer Institute for Laser Technology ILT in Aachen, which achieves unprecedented measurement accuracy.

Methane is primarily the result of the decomposition of organic matter. The gas has a 25 times greater warming potential than carbon dioxide, but is not as...

Im Focus: How protons move through a fuel cell

Hydrogen is regarded as the energy source of the future: It is produced with solar power and can be used to generate heat and electricity in fuel cells. Empa researchers have now succeeded in decoding the movement of hydrogen ions in crystals – a key step towards more efficient energy conversion in the hydrogen industry of tomorrow.

As charge carriers, electrons and ions play the leading role in electrochemical energy storage devices and converters such as batteries and fuel cells. Proton...

Alle Focus-News des Innovations-reports >>>

Anzeige

Anzeige

IHR
JOB & KARRIERE
SERVICE
im innovations-report
in Kooperation mit academics
Veranstaltungen

Future Security Conference 2017 in Nürnberg - Call for Papers bis 31. Juli

26.06.2017 | Veranstaltungen

Von Batterieforschung bis Optoelektronik

23.06.2017 | Veranstaltungen

10. HDT-Tagung: Elektrische Antriebstechnologie für Hybrid- und Elektrofahrzeuge

22.06.2017 | Veranstaltungen

 
VideoLinks
B2B-VideoLinks
Weitere VideoLinks >>>
Aktuelle Beiträge

„Digital Mobility“– 48 Mio. Euro für die Entwicklung des digitalen Fahrzeuges

26.06.2017 | Förderungen Preise

Fahrerlose Transportfahrzeuge reagieren bald automatisch auf Störungen

26.06.2017 | Verkehr Logistik

Forscher sorgen mit ungewöhnlicher Studie über Edelgase international für Aufmerksamkeit

26.06.2017 | Physik Astronomie