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Chromatreduktion in Neutralisationsschlämmen

24.09.2012
Mit Neutralisationsschlämmen, die bei der Edelstahlproduktion anfallen, befasst sich ein Forschungsprojekt an der Technischen Hochschule Mittelhessen. Prof. Dr. Harald Wei­gand vom Kompetenzzentrum für Energie- und Umweltsystemtechnik sucht Wege zur effizienten Verwertung dieser Produktionsrückstände, die umweltbelastende Chromver­bindungen enthalten.

Die ThyssenKrupp Nirosta GmbH in Dillenburg, mit der Weigand kooperiert, lagert jähr­lich etwa 9000 Tonnen Neutralisationsschlämme auf einem besonders gesicherten Ab­schnitt der Deponie Aßlar ab, die vom Projektpartner Abfallwirtschaft Lahn-Dill betrie­ben wird.

Etwa 3000 Kubikmeter belastetes und getrennt gefasstes Deponiesickerwas­ser müssen jedes Jahr zur externen Behandlung abtransportiert werden. Weiterer Part­ner in dem Forschungsvorhaben ist die Heuchelheimer AC Consult & Engineering, ein mittelständisches Beratungsunternehmen für Abfallmanagement.

Ziel des Projekts ist die nachhaltige Behandlung des Schlamms vor der Ablagerung auf der Deponie, so dass Abtransport und Behandlung des Sickerwassers verzichtbar wer­den. Dafür kommen Methoden in Frage, die die schädlichen Inhaltsstoffe in stabile Bin­dungsformen überführen und im Feststoff dauerhaft fixieren. Die Schadstoffkonzentra­tion soll durch den schonenden Zusatz von Additiven wie zum Beispiel Eisenchlorid, Eisensulfat oder Mangansulfat so weit reduziert werden, dass der Abfall und das Si­ckerwasser als ungefährlich einzustufen sind.
„Der ökologisch wie ökonomisch unver­nünftige Sickerwassertransport wäre dann nicht mehr nötig“, so Weigand. Der Schlamm könnte sogar als Baustoff auf Deponien natürliche Materialien wie Ton ersetzen. Ent­scheidend für eine erfolgreiche Stabilisierung seien die Auswahl der Additive und das richtige Mischungsverhältnis. Diese sei vom konkreten geochemischen Milieu abhängig. Universell wirksame Zuschlagstoffe gibt es nach den Erfahrungen von Weigand nicht.

Weitere belastete Schlämme, für die das zu entwickelnde Verfahren ebenfalls geeignet wäre, fallen neben der Stahlindustrie auch in anderen Branchen an, zum Beispiel bei der Oberflächenbehandlung oder der Lederverarbeitung.

Das Forschungsvorhaben am Fachbereich Krankenhaus- und Medizintechnik, Umwelt- und Biotechnologie hat eine Laufzeit von einem Jahr. Es wird im Rahmen des Förder­programms „Forschung für die Praxis“ mit 35.000 Euro unterstützt. Damit bezuschusst die Landesregierung praxisnahe Projekte an hessischen Fachhochschulen.

Erhard Jakobs | idw
Weitere Informationen:
http://www.th-mittelhessen.de/site/

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