Forum für Wissenschaft, Industrie und Wirtschaft

Hauptsponsoren:     3M 
Datenbankrecherche:

 

Chemische Nachweismethoden ersetzen Hundenase

05.12.2012
LOEWE-Schwerpunkt AmbiProbe erhält Auslauffinanzierung für die Entwicklung tragbarer Mini-Labore

Der LOEWE-Schwerpunkt „AmbiProbe – Massenspektrometrische in-situ-Analytik für die Problembereiche Gesundheit, Umwelt, Klima und Sicherheit“ bekommt für das Jahr 2013 eine Auslauffinanzierung in Höhe von 836.000 Euro.

Das hat die LOEWE-Verwaltungskommission entschieden. AmbiProbe wird seit Anfang 2010 im Rahmen der hessischen Exzellenz-Initiative gefördert. Neben der federführenden Justus-Liebig-Universität Gießen (JLU) ist an dem Projekt auch die Goethe-Universität Frankfurt beteiligt; assoziierte Partner sind das Deutsche Krebsforschungszentrum (DKFZ) Heidelberg sowie das GSI Helmholtzzentrum für Schwerionenforschung Darmstadt.

In den vergangenen Jahren entwickelten die Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler im Rahmen von AmbiProbe neue mobile Analyseverfahren, die sich an aktuellen gesellschaftlichen Fragestellungen der chemischen Sicherheit in den Bereichen Gesundheit, Umwelt, Klima und Sicherheit (GUKS) orientieren. Dazu zählen „in-situ“-Methoden beispielsweise für die Identifizierung von Schimmelpilzgiften auf Pflanzen und in Lebensmitteln, für die Gewebetyp-Identifizierung während chirurgischer Eingriffe, für den Nachweis und die Verfolgung von Umweltgift-Einträgen oder für die Terrorabwehr an Flughäfen, wo sie die Nasen von Sprengstoffhunden ersetzen sollen.
In Zukunft werden solche Geräte und Methoden miniaturisiert, mobil und unmittelbar am jeweiligen Ort einsetzbar sein. In der Auslaufphase des LOEWE-Schwerpunkts sowie in Folgeprojekten werden insbesondere bildgebende analytische Techniken weiterentwickelt und einbezogen, mit denen Gefahrenpotenziale und Prozesse – beispielsweise der Krebsentstehung – auch in Beziehung zu räumlichen Zusammenhängen gebracht werden können.

„Mit diesem LOEWE-Projekt haben wir einen Hochtechnologieschwerpunkt für chemische Nachweismethoden in den Lebenswissenschaften an der JLU angesiedelt“, so der Sprecher des Schwerpunkts, Prof. Dr. Bernhard Spengler vom Institut für Anorganische und Analytische Chemie an der JLU. „AmbiProbe ist ein Meilenstein für den Ausbau lebenswissenschaftlicher Forschung an der JLU. Die Universität erringt damit ein internationales Alleinstellungsmerkmal in der Analytischen Chemie und Methodenentwicklung.“

Die JLU verfügt über ein hohes Potenzial auf dem Gebiet der Entwicklung analytischer Techniken, Instrumente und Methoden, das im Rahmen einer Schwerpunktbildung gebündelt und ausgebaut wurde. Die Projektleiter sind Prof. Dr. Bernhard Spengler (Sprecher), Dr. Zoltan Takats, Dr. Klaus-Peter Hinz, Dr. Andreas Römpp, Dr. Bernd Commerscheidt, Prof. Dr. Andreas Vilcinskas, PD Dr. Rolf-Alexander Düring, Dr. Wolfgang Plaß (alle JLU), Prof. Christoph Scheidenberger (JLU/GSI Darmstadt), Prof. Dr. Michael Karas (Frankfurt) und Prof. Dr. Wolf Dieter Lehmann (DKFZ Heidelberg). Das Land Hessen hat den Forschungsverbund AmbiProbe von 2010 bis 2012 mit insgesamt rund 4,5 Millionen Euro gefördert.

Eine weitere erfreuliche Nachricht gab es von der LOEWE-Verwaltungskommission für ein Projekt der Forschungsallianz der Universitäten Gießen und Marburg: Das LOEWE-Zentrum UGLMC (Universities of Giessen and Marburg Lung Center – Entzündliche und hyperproliferative Erkrankungen der Lunge und der Atemwege) wird vom Land Hessen – mit Beteiligung der Von-Behring-Röntgen-Stiftung – für weitere drei Jahre bis Mitte September 2015 mit rund 16,2 Millionen Euro finanziert.

Kontakt:
Prof. Dr. Bernhard Spengler
Institut für Anorganische und Analytische Chemie
Schubertstraße 60, 35392 Gießen
Telefon: 0641 99-34800/1

Caroline Link | idw
Weitere Informationen:
http://www.uni-giessen.de/

Weitere Nachrichten aus der Kategorie Biowissenschaften Chemie:

nachricht Besser lernen dank Zink?
23.03.2017 | Gesellschaft Deutscher Chemiker e.V.

nachricht Raben: "Junggesellen" leben in dynamischen sozialen Gruppen
23.03.2017 | Universität Wien

Alle Nachrichten aus der Kategorie: Biowissenschaften Chemie >>>

Die aktuellsten Pressemeldungen zum Suchbegriff Innovation >>>

Die letzten 5 Focus-News des innovations-reports im Überblick:

Im Focus: Fliegende Intensivstationen: Ultraschallgeräte in Rettungshubschraubern können Leben retten

Etwa 21 Millionen Menschen treffen jährlich in deutschen Notaufnahmen ein. Im Kampf zwischen Leben und Tod zählt für diese Patienten jede Minute. Wenn sie schon kurz nach dem Unfall zielgerichtet behandelt werden können, verbessern sich ihre Überlebenschancen erheblich. Damit Notfallmediziner in solchen Fällen schnell die richtige Diagnose stellen können, kommen in den Rettungshubschraubern der DRF Luftrettung und zunehmend auch in Notarzteinsatzfahrzeugen mobile Ultraschallgeräte zum Einsatz. Experten der Deutschen Gesellschaft für Ultraschall in der Medizin e.V. (DEGUM) schulen die Notärzte und Rettungsassistenten.

Mit mobilen Ultraschallgeräten können Notärzte beispielsweise innere Blutungen direkt am Unfallort identifizieren und sie bei Bedarf auch für Untersuchungen im...

Im Focus: Gigantische Magnetfelder im Universum

Astronomen aus Bonn und Tautenburg in Thüringen beobachteten mit dem 100-m-Radioteleskop Effelsberg Galaxienhaufen, das sind Ansammlungen von Sternsystemen, heißem Gas und geladenen Teilchen. An den Rändern dieser Galaxienhaufen fanden sie außergewöhnlich geordnete Magnetfelder, die sich über viele Millionen Lichtjahre erstrecken. Sie stellen die größten bekannten Magnetfelder im Universum dar.

Die Ergebnisse werden am 22. März in der Fachzeitschrift „Astronomy & Astrophysics“ veröffentlicht.

Galaxienhaufen sind die größten gravitativ gebundenen Strukturen im Universum, mit einer Ausdehnung von etwa zehn Millionen Lichtjahren. Im Vergleich dazu ist...

Im Focus: Giant Magnetic Fields in the Universe

Astronomers from Bonn and Tautenburg in Thuringia (Germany) used the 100-m radio telescope at Effelsberg to observe several galaxy clusters. At the edges of these large accumulations of dark matter, stellar systems (galaxies), hot gas, and charged particles, they found magnetic fields that are exceptionally ordered over distances of many million light years. This makes them the most extended magnetic fields in the universe known so far.

The results will be published on March 22 in the journal „Astronomy & Astrophysics“.

Galaxy clusters are the largest gravitationally bound structures in the universe. With a typical extent of about 10 million light years, i.e. 100 times the...

Im Focus: Auf der Spur des linearen Ubiquitins

Eine neue Methode ermöglicht es, den Geheimcode linearer Ubiquitin-Ketten zu entschlüsseln. Forscher der Goethe-Universität berichten darüber in der aktuellen Ausgabe von "nature methods", zusammen mit Partnern der Universität Tübingen, der Queen Mary University und des Francis Crick Institute in London.

Ubiquitin ist ein kleines Molekül, das im Körper an andere Proteine angehängt wird und so deren Funktion kontrollieren und verändern kann. Die Anheftung...

Im Focus: Tracing down linear ubiquitination

Researchers at the Goethe University Frankfurt, together with partners from the University of Tübingen in Germany and Queen Mary University as well as Francis Crick Institute from London (UK) have developed a novel technology to decipher the secret ubiquitin code.

Ubiquitin is a small protein that can be linked to other cellular proteins, thereby controlling and modulating their functions. The attachment occurs in many...

Alle Focus-News des Innovations-reports >>>

Anzeige

Anzeige

IHR
JOB & KARRIERE
SERVICE
im innovations-report
in Kooperation mit academics
Veranstaltungen

Lebenswichtige Lebensmittelchemie

23.03.2017 | Veranstaltungen

Die „Panama Papers“ aus Programmierersicht

22.03.2017 | Veranstaltungen

Über Raum, Zeit und Materie

22.03.2017 | Veranstaltungen

 
VideoLinks
B2B-VideoLinks
Weitere VideoLinks >>>
Aktuelle Beiträge

Besser lernen dank Zink?

23.03.2017 | Biowissenschaften Chemie

Lebenswichtige Lebensmittelchemie

23.03.2017 | Veranstaltungsnachrichten

Innenraum-Ortung für dynamische Umgebungen

23.03.2017 | Architektur Bauwesen