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Brustkrebs: Chemokine aktivieren als Lockstoffe im Tumorgewebe die körpereigene Immunabwehr

12.07.2011
Chemokine sind Botenstoffe, die Immunzellen zum Tumor locken können, damit diese das entartete Gewebe angreifen. Die Überlebenschance bei Brustkrebs ließe sich vermutlich erhöhen, wenn es gelänge, bestimmte Chemokine im Tumorgewebe in großer Konzentration anzusiedeln.

Die Arbeitsgruppe um Dr. Holger Bronger und Prof. Dr. Manfred Schmitt an der Frauenklinik des Klinikums rechts der Isar untersucht in einem gemeinsamen Projekt mit dem Pathologischen Institut der TU München die molekularen Grundlagen der Bildung von CXCR3-Chemokinen im Brustkrebs. Ziel ist es, durch geeignete Medikamente deren Konzentration im Tumor zu erhöhen und dadurch das Immunsystem im Kampf gegen Brustkrebs zu stärken.

In den vergangenen Jahren haben verschiedene Studien bestätigt, dass ein vermehrtes Eindringen bestimmter Untergruppen von Lymphozyten ins Tumorgewebe den Therapieerfolg verbessert und zu einem längeren Überleben der Patienten führt. Mausexperimente zeigen darüber hinaus, dass Botenstoffe, sogenannte Chemokine, die Wanderung der Lymphozyten unterstützen. Erhöht man die Konzentration dieser Chemokine, so kann mithilfe des körpereigenen Immunsystems das Wachstum von Tumoren gebremst werden. Bei Brustkrebs sind es die Chemokine CXCL9 und CXCL10, die zu einer besseren Prognose führen.

Die Funktion und Regulation dieser Moleküle ist bisher nur sehr unzureichend untersucht worden. Die Arbeitsgruppe um Dr. Bronger und Professor Schmitt konnte jedoch bereits zeigen, dass die Botenstoffe durch die Brustkrebszellen selbst produziert werden – vorausgesetzt, sie erhalten die richtigen Signale.

Ziel eines von der Wilhelm Sander-Stiftung geförderten Forschungsprojektes ist es, diejenigen Mechanismen zu untersuchen, die in der Brustkrebszelle zur Ausschüttung von CXCL9 oder CXCL10 führen. Dadurch wollen die Mediziner Ansatzpunkte zur Entwicklung einer Therapie ausfindig machen. Die könnte etwa durch Unterstützung geeigneter Medikamente die Wanderung der Immunzellen in den Tumor fördern. Zusätzlich wollen die Mediziner prüfen, ob die körpereigene Produktion der beiden Chemokine in den Krebszellen der Patientinnen im Vornherein eine Aussage darüber erlaubt, wie hoch die Erfolgsaussichten bestimmter Therapien ist.

Die Wilhelm Sander-Stiftung fördert dieses Forschungsprojekt mit rund 200.000 Euro. Stiftungszweck der Stiftung ist die medizinische Forschung, insbesondere Projekte im Rahmen der Krebsbekämpfung. Seit Gründung der Stiftung wurden dabei insgesamt über 190 Mio. Euro für die Forschungsförderung in Deutschland und der Schweiz bewilligt. Die Stiftung geht aus dem Nachlass des gleichnamigen Unternehmers hervor, der 1973 verstorben ist.

Kontakt:
Dr. Holger Bronger, Frauenklinik des Klinikums rechts der Isar der Technischen Universität München

Tel.: +49-(0)89-4140-6657, holger.bronger@lrz.tum.de

Der Projektleiter arbeitet als Assistenzarzt in der Klinik für Gynäkologie und Geburtshilfe der TU München unter der Leitung von Frau Prof. Dr. Marion Kiechle und leitet eine Arbeitsgruppe innerhalb der Klinischen Forschergruppe der Frauenklinik (Leiter: Prof. Dr. Manfred Schmitt).

Sylvia Kloberdanz | idw
Weitere Informationen:
http://www.wilhelm-sander-stiftung.de

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