Forum für Wissenschaft, Industrie und Wirtschaft

Hauptsponsoren:     3M 
Datenbankrecherche:

 

Bozner Wissenschaftler lösen Rätsel der bekanntesten Kindermumie Siziliens

10.02.2009
Das Geheimnis um die Konservierungsmethode einer Kindermumie in Palermo haben zwei Forscher am Institut für Mumien und den Iceman der Europäischen Akademie Bozen (EURAC) gelüftet.

Nun arbeiten sie an einer Methode, mit der die Mumie weiterhin optimal konserviert und so vor dem Verfall geschützt werden kann.


Der Körper von Rosalia Lombardo gilt als die bekannteste Kindermumie Siziliens
Dario Piombino-Mascali

Rosalia Lombardo ist die bekannteste der 2000 Mumien der Kapuzinergruft in Palermo und gilt als touristische Attraktion. Sie ist 1920 im Alter von zwei Jahren an einer Lungenentzündung gestorben.

Nach 88 Jahren ist ihr kindliches Gesicht noch so gut erhalten, dass selbst feinste Härchen zu erkennen sind. Eine Haarschleife hält ihre Haare zusammen und einige Locken fallen ihr in die Stirn. Ihr Anblick erweckt fast den Anschein als würde sie nur schlafen. Ihr Körper war durch eine eingespritzte chemische Substanz so gut erhalten geblieben. Die Zusammensetzung der Injektion war jedoch bislang unbekannt.

Erst nachdem die EURAC-Mumienforscher Albert Zink und Dario Piombino-Mascali die Familiengeschichte des sizilianischen Einbalsamierers Alfredo Salafia rekonstruiert und lebende Nachfahren ausfindig gemacht hatten, konnten die Wissenschaftler anhand seiner Notizen die Zusammensetzung der Formel enthüllen.

"Die Injektion bestand aus Formalin, Glyzerin, Zinksalze, Alkohol und Salizylsäure. Zusätzlich wurde das Gesicht mit in Äther aufgelöstes Paraffin behandelt, um es so natürlich wie möglich zu konservieren.", erklärt der EURAC-Anthropologe Dario Piombino-Mascali. Die Lösung, die der Einbalsamierer Salafia 1920 verwendet hatte, zählt zu den ersten Beispielen, in denen Formalydehyd in der menschlichen Einbalsamierung verwendet wurde.

Stefanie Gius | idw
Weitere Informationen:
http://www.eurac.edu

Weitere Nachrichten aus der Kategorie Biowissenschaften Chemie:

nachricht Entzündung weckt Schläfer
29.03.2017 | Eidgenössische Technische Hochschule Zürich (ETH Zürich)

nachricht Rostocker Forscher wollen Glyphosat „entzaubern“
29.03.2017 | Universität Rostock

Alle Nachrichten aus der Kategorie: Biowissenschaften Chemie >>>

Die aktuellsten Pressemeldungen zum Suchbegriff Innovation >>>

Die letzten 5 Focus-News des innovations-reports im Überblick:

Im Focus: Quantenkommunikation: Wie man das Rauschen überlistet

Wie kann man Quanteninformation zuverlässig übertragen, wenn man in der Verbindungsleitung mit störendem Rauschen zu kämpfen hat? Uni Innsbruck und TU Wien präsentieren neue Lösungen.

Wir kommunizieren heute mit Hilfe von Funksignalen, wir schicken elektrische Impulse durch lange Leitungen – doch das könnte sich bald ändern. Derzeit wird...

Im Focus: Entwicklung miniaturisierter Lichtmikroskope - „ChipScope“ will ins Innere lebender Zellen blicken

Das Institut für Halbleitertechnik und das Institut für Physikalische und Theoretische Chemie, beide Mitglieder des Laboratory for Emerging Nanometrology (LENA), der Technischen Universität Braunschweig, sind Partner des kürzlich gestarteten EU-Forschungsprojektes ChipScope. Ziel ist es, ein neues, extrem kleines Lichtmikroskop zu entwickeln. Damit soll das Innere lebender Zellen in Echtzeit beobachtet werden können. Sieben Institute in fünf europäischen Ländern beteiligen sich über die nächsten vier Jahre an diesem technologisch anspruchsvollen Projekt.

Die zukünftigen Einsatzmöglichkeiten des neu zu entwickelnden und nur wenige Millimeter großen Mikroskops sind äußerst vielfältig. Die Projektpartner haben...

Im Focus: A Challenging European Research Project to Develop New Tiny Microscopes

The Institute of Semiconductor Technology and the Institute of Physical and Theoretical Chemistry, both members of the Laboratory for Emerging Nanometrology (LENA), at Technische Universität Braunschweig are partners in a new European research project entitled ChipScope, which aims to develop a completely new and extremely small optical microscope capable of observing the interior of living cells in real time. A consortium of 7 partners from 5 countries will tackle this issue with very ambitious objectives during a four-year research program.

To demonstrate the usefulness of this new scientific tool, at the end of the project the developed chip-sized microscope will be used to observe in real-time...

Im Focus: Das anwachsende Ende der Ordnung

Physiker aus Konstanz weisen sogenannte Mermin-Wagner-Fluktuationen experimentell nach

Ein Kristall besteht aus perfekt angeordneten Teilchen, aus einer lückenlos symmetrischen Atomstruktur – dies besagt die klassische Definition aus der Physik....

Im Focus: Wegweisende Erkenntnisse für die Biomedizin: NAD⁺ hilft bei Reparatur geschädigter Erbinformationen

Eine internationale Forschergruppe mit dem Bayreuther Biochemiker Prof. Dr. Clemens Steegborn präsentiert in 'Science' neue, für die Biomedizin wegweisende Forschungsergebnisse zur Rolle des Moleküls NAD⁺ bei der Korrektur von Schäden am Erbgut.

Die Zellen von Menschen und Tieren können Schäden an der DNA, dem Träger der Erbinformation, bis zu einem gewissen Umfang selbst reparieren. Diese Fähigkeit...

Alle Focus-News des Innovations-reports >>>

Anzeige

Anzeige

IHR
JOB & KARRIERE
SERVICE
im innovations-report
in Kooperation mit academics
Veranstaltungen

Industriearbeitskreis »Prozesskontrolle in der Lasermaterialbearbeitung ICPC« lädt nach Aachen ein

28.03.2017 | Veranstaltungen

Neue Methoden für zuverlässige Mikroelektronik: Internationale Experten treffen sich in Halle

28.03.2017 | Veranstaltungen

Wie Menschen wachsen

27.03.2017 | Veranstaltungen

 
VideoLinks
B2B-VideoLinks
Weitere VideoLinks >>>
Aktuelle Beiträge

Organisch-anorganische Heterostrukturen mit programmierbaren elektronischen Eigenschaften

29.03.2017 | Energie und Elektrotechnik

Klein bestimmt über groß?

29.03.2017 | Physik Astronomie

OLED-Produktionsanlage aus einer Hand

29.03.2017 | Messenachrichten