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Botenstoffe entscheidend für Immunabwehr von Krebs

03.12.2009
Körpereigene Abwehrmechanismen schlagkräftig gegen Brustkrebs / Heidelberger Wissenschaftler veröffentlichen in "Cancer Research"

Gemeinsame Pressemitteilung des Universitätsklinikums Heidelberg und des Deutschen Krebsforschungszentrums

Ob Krebs entsteht und sich ausbreitet, ist unter anderem abhängig von der körpereigenen Abwehrlage. Wissenschaftler einer Kooperationsgruppe der Universitäts-Frauenklinik und des Deutschen Krebsforschungszentrums in Heidelberg haben Brusttumore untersucht und zwei Botenstoffe identifiziert, die entscheidend daran beteiligt sind, Abwehrzellen gegen den Tumor zu aktivieren. Sind aktivierte Abwehrzellen nachweisbar, verbessert sich die Prognose. Die Ergebnisse wurden in der Fachzeitschrift "Cancer Research" veröffentlicht.

Dass körpereigene Immunantworten auf Tumorzellen prinzipiell möglich sind und sich positiv auf den Verlauf von Brust- oder Darmkrebs auswirken können, ist schon länger bekannt. Im Reagenzglas sind bestimmte Immunzellen (T-Zellen), die spezifisch gegen den Tumor gerichtet sind, sogar in der Lage, Tumorzellen komplett zu vernichten. Bisher ist jedoch noch nicht erforscht, unter welchen Umständen es dem Körper gelingt, aktive tumorspezifische T-Zellen zu bilden, und wie diese den weiteren Krankheitsverlauf mitbestimmen.

Tumorspezifische T-Zellen verbessern die Prognose

Die Wissenschaftler um Dr. Christoph Domschke und Dr. Florian Schütz (Universitäts-Frauenklinik, Heidelberg) sowie Privatdozent Dr. Philipp Beckhove, Leiter der Arbeitsgruppe Translationale Immunologie am Deutschen Krebsforschungszentrum, haben 207 Brustkrebspatientinnen untersucht und festgestellt, dass die Erkrankung günstiger verläuft und mit einem geringeren Sterblichkeitsrisiko einhergeht, wenn tumorspezifische T-Zellen im Knochenmark vorhanden sind. Die Aktivierung dieser Zellen ist jedoch von vielen Faktoren abhängig.

Botenstoffe beeinflussen Immunantwort

Die Wissenschaftler untersuchten in Brustkrebsproben den Gehalt an 27 verschiedenen Immunbotenstoffen (Zytokinen) und Wachstumsfaktoren. "Insbesondere konnten wir nachweisen, dass die Zusammensetzung der Botenstoffe im Tumor entscheidend ist für eine funktionierende Abwehrreaktion im Knochenmark", sagt Dr. Christoph Domschke. Bevor das Knochenmark Abwehrzellen bilden kann, müssen ihm sogenannte dendritische Zellen mitteilen, dass im Körper Krebszellen vorhanden sind und welches spezifische Merkmal sie haben. "Diese dendritischen Zellen leiten jedoch nur dann eine schlagkräftige Immunabwehr ein, wenn das Tumorgewebe eine spezifische Zusammensetzung an Zytokinen aufweist. Erforderlich sind hohe Konzentrationen an Interferon alpha (IFNa) und gleichzeitig geringen Konzentrationen an Transforming Growth Factor beta1 (TGFß1)", so Domschke.

"Unsere Ergebnisse sprechen für die Bedeutung einer funktionierenden Immunantwort für die Prognose einer Brustkrebserkrankung", erklärt Studienleiter Philipp Beckhove. Bei der Planung zukünftiger individualisierter Immuntherapien gegen Brustkrebs müssten daher die Konzentrationen immunologischer Botenstoffe im Tumor berücksichtigt werden.

Literatur:
Intratumoral Cytokines and Tumor Cell Biology Determine Spontaneous Breast Cancer-Specific Immune Responses and Their Correlation to Prognosis.

Christoph Domschke, Florian Schuetz, Yingzi Ge, Tobias Seibel, Christine Falk, Benedikt Brors, Israel Vlodavsky, Nora Sommerfeldt, Hans-Peter Sinn, Marie-Christine Kühnle, Andreas Schneeweiss, Alexander Scharf, Christof Sohn, Volker Schirrmacher, Gerhard Moldenhauer, Frank Momburg, Philipp Beckhove, Cancer Research 2009; 69(21): 8420-8428.

Weitere Informationen über die Frauenklinik des Universitätsklinikums Heidelberg:

www.klinikum.uni-heidelberg.de/Frauenklinik.106569.0.html

Ansprechpartner:
Dr. med. Christoph W. Domschke
Universitäts-Frauenklinik Heidelberg
Vossstraße 9
69115 Heidelberg
Tel.: 06221 / 56 37 330
Fax: 06221 / 56 52 33
E-Mail: christoph.domschke@med.uni-heidelberg.de
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Das Universitätsklinikum Heidelberg ist eines der größten und renommiertesten medizinischen Zentren in Deutschland; die Medizinische Fakultät der Universität Heidelberg zählt zu den international bedeutsamen biomedizinischen Forschungseinrichtungen in Europa. Gemeinsames Ziel ist die Entwicklung neuer Therapien und ihre rasche Umsetzung für den Patienten. Klinikum und Fakultät beschäftigen rund 7.000 Mitarbeiter und sind aktiv in Ausbildung und Qualifizierung. In mehr als 40 Kliniken und Fachabteilungen mit 1.600 Betten werden jährlich rund 500.000 Patienten ambulant und stationär behandelt. Derzeit studieren ca. 3.100 angehende Ärzte in Heidelberg; das Heidelberger Curriculum Medicinale (HeiCuMed) steht an der Spitze der medizinischen Ausbildungsgänge in Deutschland. (Stand 12/2008)
Bei Rückfragen von Journalisten:
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Presse- und Öffentlichkeitsarbeit des Universitätsklinikums Heidelberg
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