Forum für Wissenschaft, Industrie und Wirtschaft

Hauptsponsoren:     3M 
Datenbankrecherche:

 

Botanik: Mehr Zucker in die Rübe

18.10.2011
In einem deutschlandweiten Forschungsprojekt wollen Wissenschaftler den Ertrag und den Zuckergehalt von Zuckerrüben steigern. Daran beteiligt ist auch der Würzburger Biophysiker und Pflanzenphysiologe Rainer Hedrich. Er erhält dafür vom Bundesforschungsministerium knapp 500.000 Euro.

Zuckerrüben-Züchter stehen vor einem Dilemma: Wenn sie gezielt Pflanzen auswählen, die einen hohen Zuckergehalt in ihren Knollen aufweisen, steigt zwar die relative Zuckerausbeute. Gleichzeitig sinkt aber der Ertrag pro Pflanze. Oder umgekehrt: Pflanzen, die sehr große Rüben anlegen, speichern dort nur vergleichsweise wenig Zucker. Was der Züchter auch macht: Die Zuckerausbeute auf dem Feld kann er auf diesem Weg nicht in bedeutsamer Weise steigern.

Der Forschungsverbund „Betamorphosis“

Das will der neue Forschungsverbund „Betamorphosis“ ändern, den das Bundesforschungsministerium jetzt genehmigt hat. Daran beteiligt sind die Universitäten Köln, Erlangen, Kaiserslautern und Würzburg sowie die Südzucker AG und die KWS Saat AG. Die Projektleitung hat der Kölner Botaniker Professor Ulf-Ingo Flügge. Würzburger Vertreter in dem Projekt ist Professor Rainer Hedrich, Inhaber des Lehrstuhls für molekulare Pflanzenphysiologie und Biophysik.

Warum bei der Zuckerrübe Ertrag und Zuckerkonzentration auf so ungünstige Weise miteinander verknüpft sind, ist noch nicht bis ins letzte Detail geklärt. Eine mögliche Erklärung ist, dass die Gene, die für die jeweilige Eigenschaft verantwortlich sind, nur gemeinsam vererbt werden. Eine andere zielt in die Richtung, dass diese Gene von den gleichen Faktoren gesteuert werden. Letztere gilt momentan als die wahrscheinlichere Variante.

Das Ziel des Forschungsverbunds

Mit Hilfe gentechnischer Methoden wollen die Forscher nun sowohl den Ertrag als auch den Zuckergehalt von Zuckerrüben steigern. Dazu wollen sie die Stoffwechselvorgänge in den Blätter und Rüben der Pflanzen gezielt so verändern, dass die in den Blättern hergestellten Photosyntheseprodukte vermehrt in die Rüben transportiert werden. Die Pflanzen sollen einerseits dazu angeregt werden, mehr Zucker zu bilden; andererseits sollen sie in die Lage versetzt werden, mehr Zucker in den Rüben zu speichern.

Mit dem Zuckertransport in Pflanzen kennt sich Rainer Hedrich aus. In einer von der Deutschen Forschungsgemeinschaft (DFG) geförderten überregionalen Forschergruppe hat er jüngst mit Arbeitsgruppen aus Kaiserslautern, Erlangen und Heidelberg die Bedeutung von Zuckertransportern und den daran beteiligten Protonenpumpen an der Modellpflanze Arabidopsis thaliana aufgeklärt. Hedrich zählt seit mehr als 20 Jahren zu den weltweit bedeutendsten Wissenschaftlern, wenn es um die Erforschung des Membrantransports in Pflanzenzellen geht.

Kontakt

Prof. Dr. Rainer Hedrich, Lehrstuhl für Botanik I (Molekulare Pflanzenphysiologie und Biophysik) der Universität Würzburg,

T (0931) 31-86100, hedrich@botanik.uni-wuerzburg.de

Robert Emmerich | idw
Weitere Informationen:
http://www.uni-wuerzburg.de

Weitere Nachrichten aus der Kategorie Biowissenschaften Chemie:

nachricht Zirkuläre RNA wird in Proteine übersetzt
24.03.2017 | Max-Delbrück-Centrum für Molekulare Medizin in der Helmholtz-Gemeinschaft

nachricht Wegweisende Erkenntnisse für die Biomedizin: NAD⁺ hilft bei Reparatur geschädigter Erbinformationen
24.03.2017 | Universität Bayreuth

Alle Nachrichten aus der Kategorie: Biowissenschaften Chemie >>>

Die aktuellsten Pressemeldungen zum Suchbegriff Innovation >>>

Die letzten 5 Focus-News des innovations-reports im Überblick:

Im Focus: Wegweisende Erkenntnisse für die Biomedizin: NAD⁺ hilft bei Reparatur geschädigter Erbinformationen

Eine internationale Forschergruppe mit dem Bayreuther Biochemiker Prof. Dr. Clemens Steegborn präsentiert in 'Science' neue, für die Biomedizin wegweisende Forschungsergebnisse zur Rolle des Moleküls NAD⁺ bei der Korrektur von Schäden am Erbgut.

Die Zellen von Menschen und Tieren können Schäden an der DNA, dem Träger der Erbinformation, bis zu einem gewissen Umfang selbst reparieren. Diese Fähigkeit...

Im Focus: Designer-Proteine falten DNA

Florian Praetorius und Prof. Hendrik Dietz von der Technischen Universität München (TUM) haben eine neue Methode entwickelt, mit deren Hilfe sie definierte Hybrid-Strukturen aus DNA und Proteinen aufbauen können. Die Methode eröffnet Möglichkeiten für die zellbiologische Grundlagenforschung und für die Anwendung in Medizin und Biotechnologie.

Desoxyribonukleinsäure – besser bekannt unter der englischen Abkürzung DNA – ist die Trägerin unserer Erbinformation. Für Prof. Hendrik Dietz und Florian...

Im Focus: Fliegende Intensivstationen: Ultraschallgeräte in Rettungshubschraubern können Leben retten

Etwa 21 Millionen Menschen treffen jährlich in deutschen Notaufnahmen ein. Im Kampf zwischen Leben und Tod zählt für diese Patienten jede Minute. Wenn sie schon kurz nach dem Unfall zielgerichtet behandelt werden können, verbessern sich ihre Überlebenschancen erheblich. Damit Notfallmediziner in solchen Fällen schnell die richtige Diagnose stellen können, kommen in den Rettungshubschraubern der DRF Luftrettung und zunehmend auch in Notarzteinsatzfahrzeugen mobile Ultraschallgeräte zum Einsatz. Experten der Deutschen Gesellschaft für Ultraschall in der Medizin e.V. (DEGUM) schulen die Notärzte und Rettungsassistenten.

Mit mobilen Ultraschallgeräten können Notärzte beispielsweise innere Blutungen direkt am Unfallort identifizieren und sie bei Bedarf auch für Untersuchungen im...

Im Focus: Gigantische Magnetfelder im Universum

Astronomen aus Bonn und Tautenburg in Thüringen beobachteten mit dem 100-m-Radioteleskop Effelsberg Galaxienhaufen, das sind Ansammlungen von Sternsystemen, heißem Gas und geladenen Teilchen. An den Rändern dieser Galaxienhaufen fanden sie außergewöhnlich geordnete Magnetfelder, die sich über viele Millionen Lichtjahre erstrecken. Sie stellen die größten bekannten Magnetfelder im Universum dar.

Die Ergebnisse werden am 22. März in der Fachzeitschrift „Astronomy & Astrophysics“ veröffentlicht.

Galaxienhaufen sind die größten gravitativ gebundenen Strukturen im Universum, mit einer Ausdehnung von etwa zehn Millionen Lichtjahren. Im Vergleich dazu ist...

Im Focus: Giant Magnetic Fields in the Universe

Astronomers from Bonn and Tautenburg in Thuringia (Germany) used the 100-m radio telescope at Effelsberg to observe several galaxy clusters. At the edges of these large accumulations of dark matter, stellar systems (galaxies), hot gas, and charged particles, they found magnetic fields that are exceptionally ordered over distances of many million light years. This makes them the most extended magnetic fields in the universe known so far.

The results will be published on March 22 in the journal „Astronomy & Astrophysics“.

Galaxy clusters are the largest gravitationally bound structures in the universe. With a typical extent of about 10 million light years, i.e. 100 times the...

Alle Focus-News des Innovations-reports >>>

Anzeige

Anzeige

IHR
JOB & KARRIERE
SERVICE
im innovations-report
in Kooperation mit academics
Veranstaltungen

Rund 500 Fachleute aus Wissenschaft und Wirtschaft diskutierten über technologische Zukunftsthemen

24.03.2017 | Veranstaltungen

Lebenswichtige Lebensmittelchemie

23.03.2017 | Veranstaltungen

Die „Panama Papers“ aus Programmierersicht

22.03.2017 | Veranstaltungen

 
VideoLinks
B2B-VideoLinks
Weitere VideoLinks >>>
Aktuelle Beiträge

Rund 500 Fachleute aus Wissenschaft und Wirtschaft diskutierten über technologische Zukunftsthemen

24.03.2017 | Veranstaltungsnachrichten

Förderung des Instituts für Lasertechnik und Messtechnik in Ulm mit rund 1,63 Millionen Euro

24.03.2017 | Förderungen Preise

TU-Bauingenieure koordinieren EU-Projekt zu Recycling-Beton von über sieben Millionen Euro

24.03.2017 | Förderungen Preise