Forum für Wissenschaft, Industrie und Wirtschaft

Hauptsponsoren:     3M 
Datenbankrecherche:

 

Bodenpilze halten Weltrekord bei Beschleunigung

18.09.2008
Kleine dungliebende Pilze starten am schnellsten weg

Bodenpilze sind klein, klebrig, leben im Dung und ihre Sporen sind, wenn es um die Beschleunigung geht, die schnellsten der Natur.

Zu diesem Schluss kommt der US-Forscher Nicholas Money von der Miami University in Oxford, Ohio in der jüngsten Ausgabe des Wissenschaftsmagazins PloS ONE. Den Forschern ist es mit Hilfe von Spezialkameras gelungen, die Geschwindigkeit, mit der Pilzsporen nach außen geschossen werden, zu messen. Dabei staunten sie nicht schlecht, denn die Beschleunigung übertraf die Erwartungen der Forscher. Sie beträgt zwischen zwei bis 25 Meter pro Sekunde was einer Beschleunigung von 20.000 bis 180.000 g entspricht.

Insgesamt hat das Forscherteam vier verschiedene Pilzspezies untersucht. Die Sporen, die zwischen zehn Mikrometer und einem halben Millimeter groß waren, wurden mit bis zu 25 Metern pro Sekunde weggeschossen. Obwohl diese Zahl beeindruckend ist, sind sie damit langsamer als ursprünglich angenommen. "Die Beschleunigung ist aber die echte Überraschung, denn sie hebt die Sporen in eine andere Ebene", meint Studienleiter Money. Im Vergleich zur Beschleunigung der Sporen sind die anderen Lebewesen ausgesprochen langsam: Eine springende Antilope beschleunigt mit der 1,6-fachen Erdbeschleunigung - gemessen in "g". Flöhe beschleunigen beim Sprung auf 200 g und Quallen schießen ihre Nesselfäden mit immerhin 40.000 g hinaus. "Die schnellsten Sporen beschleunigten in einer Sekunde mehr als eine Mio. Mal ihre eigene Größe", so Money.

"Dass Pilze ihre Sporen hinausschießen, ist seit längerem bekannt", meint der Forscher Dirk Krüger vom Department Bodenökologie am Helmholtz Zentrum für Umweltforschung (UFZ) im pressetext-Interview. In der Erforschung der Bodenpilze gebe es allerdings immer wieder neue Erkenntnisse - etwa in der molekularen Zusammensetzung der Sporen und eben über die gewaltige Beschleunigung beim Hinauskatapultieren. Das Forscherteam um Money hat festgestellt, dass diese Sporen bei manchen Pilzarten bis zu 2,5 Meter weit weg geschossen werden.

Für Krüger ist das nachvollziehbar: "Dungplize müssen die Sporen in Paketen so weit hinausschießen, damit sie an anderen Pflanzen haften bleiben. Die Pflanzen werden dann mit den Sporen wieder von den Kühen gefressen", erklärt der Forscher. Der Verdauungszyklus im Kuhmagen ist für die Keimung erforderlich. "So entsteht ein geschlossener Kreislauf."

Wolfgang Weitlaner | pressetext.austria
Weitere Informationen:
http://www.miami.muohio.edu
http://www.ufz.de

Weitere Nachrichten aus der Kategorie Biowissenschaften Chemie:

nachricht Geteiltes Denken ist doppeltes Denken
19.01.2017 | Hertie-Institut für klinische Hirnforschung (HIH)

nachricht Neue CRISPR-Methode enthüllt Genregulation einzelner Zellen
19.01.2017 | CeMM Forschungszentrum für Molekulare Medizin der Österreichischen Akademie der Wissenschaften

Alle Nachrichten aus der Kategorie: Biowissenschaften Chemie >>>

Die aktuellsten Pressemeldungen zum Suchbegriff Innovation >>>

Die letzten 5 Focus-News des innovations-reports im Überblick:

Im Focus: Verkehrsstau im Nichts

Konstanzer Physiker verbuchen neue Erfolge bei der Vermessung des Quanten-Vakuums

An der Universität Konstanz ist ein weiterer bedeutender Schritt hin zu einem völlig neuen experimentellen Zugang zur Quantenphysik gelungen. Das Team um Prof....

Im Focus: Traffic jam in empty space

New success for Konstanz physicists in studying the quantum vacuum

An important step towards a completely new experimental access to quantum physics has been made at University of Konstanz. The team of scientists headed by...

Im Focus: Textiler Hochwasserschutz erhöht Sicherheit

Wissenschaftler der TU Chemnitz präsentieren im Februar und März 2017 ein neues temporäres System zum Schutz gegen Hochwasser auf Baumessen in Chemnitz und Dresden

Auch die jüngsten Hochwasserereignisse zeigen, dass vielerorts das natürliche Rückhaltepotential von Uferbereichen schnell erschöpft ist und angrenzende...

Im Focus: Wie Darmbakterien krank machen

HZI-Forscher entschlüsseln Infektionsmechanismen von Yersinien und Immunantworten des Wirts

Yersinien verursachen schwere Darminfektionen. Um ihre Infektionsmechanismen besser zu verstehen, werden Studien mit dem Modellorganismus Yersinia...

Im Focus: How gut bacteria can make us ill

HZI researchers decipher infection mechanisms of Yersinia and immune responses of the host

Yersiniae cause severe intestinal infections. Studies using Yersinia pseudotuberculosis as a model organism aim to elucidate the infection mechanisms of these...

Alle Focus-News des Innovations-reports >>>

Anzeige

Anzeige

IHR
JOB & KARRIERE
SERVICE
im innovations-report
in Kooperation mit academics
Veranstaltungen

Nachhaltige Wassernutzung in der Landwirtschaft Osteuropas und Zentralasiens

19.01.2017 | Veranstaltungen

Künftige Rohstoffexperten aus aller Welt in Freiberg zur Winterschule

18.01.2017 | Veranstaltungen

Bundesweiter Astronomietag am 25. März 2017

17.01.2017 | Veranstaltungen

 
VideoLinks
B2B-VideoLinks
Weitere VideoLinks >>>
Aktuelle Beiträge

Flashmob der Moleküle

19.01.2017 | Physik Astronomie

Tollwutviren zeigen Verschaltungen im gläsernen Gehirn

19.01.2017 | Medizin Gesundheit

Fraunhofer-Institute entwickeln zerstörungsfreie Qualitätsprüfung für Hybridgussbauteile

19.01.2017 | Verfahrenstechnologie